1S67 Liegende Gründe Lilie
get oder überliefert, da denn dieser ein Liefe-rant, derjenige aber/ der es von der andernSeite in Empfang nimmt, ein Empfängerzenennetwird. Beydes sind öffters besonde-re Chargen bey Hosen und CammerN/ undmüssen diejenigen/ so solche bedienen/ nicht nurjhrexeneriilen und speciillen Bestallungen und^nstructiones, sonder» auch die geschlossenenLontracte und die daraus entstehenden Pflich-ten und Befugnisse gleichsam wie Factors undBevollmächtigte beständig und präcise vor Au-gen habe»/davon aber nicht ohne ausdruck-tiche Einwilligung derer Principalen abgehen/richtige Rechnung über Lieferung uud^ Em-pfang halten, überdem aber sich mit gehörigenQpittunae» über das Gelieferte/ Empfangeneund wiederum an Ort und Stelle gebrachtesorgfältig zu ihrer Sicherheit vmehen. EinLieferant, z.E. Hof-Cammer-Lieseraiitsowohl«Is ein Empfänger muß insonderheit die Guteund Natur derer Dinge, die geliefert werden,«ohl verstehen und alle dazu geschickte Umstän-de wissen, z. E- bey einer Pferde-Lieserung andie Regimenter u. s. f.
Liegende Grunde oder liegende Güter,werden denen Msbilieu oder beweglichen Gu-tern nnd der fahrenden Haabe entgegen gesetzet,und wird darunter alles dasjenige begriffen, lwas von seinem Orte entweder nicht kan odernicht darff verrücket werden. Solches ist ent- Zweder stedend, alö Häuser, Ställe, Scheunen,Keller und andere Gebäude, oder eigentlich al-so genannt liegend, als Aecker, Wiesen, Wal-der, Teiche, Gärten, Weinberge und derglei-chen. Ais immublii» oder liegende Guter, wer-den auch angesehen so wohl die Forderungen,Renten, Gülten, Zinsen, Gerechtigkeiten, An-sprüche, Erb°Gelder,so ausimmobilicn hassten,und noch nicht betaqet sind,u. d. gl. als auch dieFrüchte, Obst und Wein, so nicht vom Halme,Baum oder Stock abgebracht oder abgenom-men worden, nicht weniger in einem Brau-Hause das Brau-Geräthe, und in einem Gast-Hofe die Gast-Betten. Eine zahlreiche Biblio-thec wird auch hieher gerechnet- DergleichenImmobilien besresen l» Rechten von Ca»tio-mnu.s.f. j
Lilac, ist derjenige Baum, so insgemeinSpanischer HoUuiider, Syrmge oder Syrings-Baum genenner, und wegen seiner weissen undblauen Blüthe, in den weissen und blnuenLilaeunterschieden wird. Siehe HoUunder. j
Lilie oder Lilge, ist ein Zwiebel-Gewächse,!welches um seiner prächtigen und zum Theil 5sehr angenehm riechenden Blumen willen inden Gärten, als eine beMdere Zierde dersel-jden, gehalten wird. Es treibet solches einendrunden, geraden und zwey bis drey FußhohenStengel, mit langen, ziemlich breiten, giän-jzenden, glatten und lind anzuqreiffenden!Blättern. Die Blumen, welche oben auf!dem Stengel erstlich als lange Knöpsse wach-ijen, und hernachmahls nach einander aujblü-'hen, bestehe» m jcchs Kelch-förmig iusam-
me» gesetzten, und obe» am Raiid^Abewebo-genenBIättern, zwischen welchen derGaanien-Stempel, und um denselben einige gelbesfern (welche man im Lateinischen cwc°» nen-net) herum stehen. Der Saamcn wachst'menn dieBlume verblühet, in länglichten drey'eckigten Häuptern, welche auch derLänae nachin drey Fächer eingetheilet sind; er wird abergar selten zur Zeitigung gebracht, Die Wur-zel ist eine Zwiebel in der Grösse einer wel-schen Nuß, ooer noch grosser, und von vielenSchuppen in Gestalt eines Hertzens zusam-men gesetzt, unten aber mit einigen Mr-,lein bewachsen. Der Lilien giebt es voruem-lich zweyerley Gattungen, weisie und gelbe.Der rvcissen sind wieder zweyerley Am»,»emlich einfache gemeine weisse und gefüll-te- Die einfache oder gemeine weissc Lilie,welche ihre grünen Blätter nach einander andem Stengel aufwärts angesetzt, hat eineüberaus weisse und zarte Farbe, und vonweitem einen sehr angenehmen Geruch, wel-cher aber, wenn man dessen allzuviel an sichziehet, Kopss-Schmertzen verursachet. Dienefüllte wersse Lilie hat die Blätter ihrerBlumen oben an dem Stengel, in Gestalt ei-ner Aehre dergestalt dichte beysammen stehen,daß die gantz obersten anderSpitze selten sichvollkommen eröffnen und aufblühen können,sondern gemeiniglich zugeschlossen bleibenmüssen. Die gelben Lilien werden wieder ein-getheilt in gantz Gold-gelbe; in Gold-gelbemitVlut-farbnenStrlchen undpuncten be-zeichnet, in gany Blutfarbne ober Purpur-und Saffran-Farbene, welche man daherDlur- oder Feuer-Lilien nennet, wie dennauch in einfache und gefüllte. Theils der-selben treiben zwischen denen grünen Blät-tern an dem Stengel kleine runde Kiwpffieinhervor, aus welchen, wenn sie in den Grundhinab kommen, lauter Zwiebeln erwachsen.Die gefüllte Feuer-Lilien sind billig mitunter die prächtigsten Gewächse zu zahlen, in-dem eine einige solche Blume aus etlichenzwankig bis dreyßig Blättern bestehet. Weil,wieobgedacht, der Lilien-Saamen bey uns sel-ten reiss wird, als geschiehet die Fortpflan-zung sowohl der weissen als gelben Lilien amsichersten von Zwiebeln, welche vorer-weknter massen lchnppigt, und daher von denZwiebeln anderer Gewächse mercklich unter-schieden sind. Aus einer ieden solchen Schup-pe, sowohl der Lilien, als aller anderer schür«pichten Zwiebel-Gewächse, erwachlet eineZwiebel, durch welche wieder neue Blumenhervor gebracht werden können. Alle obde-meldte Sorten erfordern eine fette Erde, undlieben einen Ort, der etwas mehr schattiMals Sonnen'reich ist, doch wollen sie ausnicht allzu feuchte oder naß stehen, wttl siesonsten gar leichtlich verfaulen. Sie muffenallemahl, nachdem sie drey Jahre in demFelde gestanden, im Herbst heraus genommen,aber auch, weil sie noch vor dem Winier!>>treiben beginnen, gar bald wieder emgeWiwerden, und zwar nicht eintzeln, sondern