Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1665-1666
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, iL6; kiebes-Apffel

nie» hängen an kleinen Stielen, sind, gelb und/ von kleinen spitzigen Tlätlein zusamen gesetzt/' aus welchen eine runde, meistentheils rothe,

bisweilen auch goldgelbe oder braune frucht,-gle.ch einem kleine» Apffel folget. Weil die^ - Blumen erst spat im Herbst kommen, werden7 v die Aepffel nicht,alle Mrereif; man kan ,ie^ Si- aber doch zur Zeitig»»» bringenwenn sie im- " Herbst in ein warnies Gemach geieyet, und fleii-" ' Kg des Morgens und Abends begossen werden.

ij" Wenn die reisten Aepffel weich zu werden an-' :> fangen, muß man den Saamen aus ei» Papierheraus thun, denselben wohl trocknen, und imFrühling zeilli» in eine gar aute Erde «aen.lt ' Wenn die Manien Fiiuers lana sind, mup man« solche versetzen, und zwar ein iedes Stämmlein^ in ein besonderes Geschirre, solche an die Son> /^' ne stellen, und fleißia begiessen. Sie breiten «ich^ in ziemlich grosse Stauden aus, wo ihnen derGrund angenehm ist: man muß aber die übri-Atz gen Aeste, woran man keine Frückte siehet,weg-! nehmen, und die, wo man Frucht davon hofft,an Pfähle binden. Das Kraut hat einen,, scharffen widerlichen Geruch, undwird sowohlals die Frucht vor ungesund gehalten, wiewohlsie in Italien in Scheiben zerschnitten, und' - mit Pfeffer, Saltz, Oel und Eßia, wie etwanein Gurcken Salat, zur Kühlung genossen'V' werden. Etliche brauchen die Frucht, wie die-" Limonien. legen ein halb gekochtes Huhn oderandercs Fleisch in eine Casserole ober Tiegeltü üi mitFleisch Brüh,Butter undGewürtze,schnei-! ü den dergleichen Aepffel in Scheiben, und legener- sie darauf, giessen endlich ein klein wenig EßigU-:-!? oder Limvnien-Sassk darüber, und lassen es^ über einer Glut vollends gahr kochen. Diegrünen und halb-reiffen, kan man in Eßig- und Saltz, wie die Limonien einmachen; sind7 ^ hart und körnig, daß man sie den ganyenWinter behalten kan, und also sind sie besser,als wenn sie roth oder gantz reiff werden.7 ' Doch ist am ralhsi!msteii, sich derselbe» mäßig"v ,, i>> bedienen. Eine Art von Siebes-Aepfeln. sittd auch die Melanzanen. Das Gewächshat einen einigen starcken, rauhen, Purpur-'7 braunen und ästigen Stengel, etwas rauheund ein wenig gefallene Blätter, welche fast" wie Eichen-Laub sormiret, aber kleiner sind,^ . tragt gestirnte weisse oder röthlichte Blumen,nach welchen schone länglich runde, gelbe,Asch-i > fa.rbne, zrune oder röthlichte Früchte oder Ae-. PMfolgen, so mit einer glatten Schale überzo-a gm, inwendig aber voll weißlichten und saffti-M Marcks sind, und einen kleinen platten' . » ^ben. Von den Italiäiier» wer-.. < den diese Aepffel gegessen, besser aber ists,j . > man enthalte sich ihrer, weil sie dem Leib ei-ne boie und ungesunde Nahrung, zualeich« auch zu Allerhand üblen Zuständen undAkanckhelten nicht geringen Anlaß geben,i « ^ Schnittlei» von denen

nach der Länge gespaltenen Aepfeln auf dievtlwe gebunden, lindern das hitzige Haupt-^"/de, wie sie denn auch auf andere entzün-dete Glieder des Leibes geleget, die Hme be-nehmen. Bey uns blühen sie im Augusts undU«cv»vm.

Liebst öckel Liefferunz r 666

September, werden aber nicht alle Jahre reif.Wenn sie annoch grün entzwey geschnitten,in gesalyenem Wasser gesotten, und, wenn sol-ches wieder abgeseihet, in Eßig eingemachtwerden, solle» sie viel von ihren bösen Eiaen-schafften verlieren. Sie mögen so wenig,' alsdie obgedachte» Liebes Aepffel, kaltes und fro-stiges Wetter leiden, und werden daher» in ih-ren Gejchirren bey Zeiten in das Gewächs-Haus zu andern ihres gleichen gebracht.

Liebstöckel, ist ein Garten-Gewächse, wel-ches einen hohlen, fetten, dicken und Manns-hohen Stengel treibet- Seine Blätter findarotz. breit und in viele Theile zerschnitten, ei-nes starcken Geruchs u»d Geschmack?; aufden Gipffeln der Stengel und Zweige kommeilgrosse gelb- oder weiß, blühende Dolden, und»ach der Blüthe ein aestriemter Saamen,welcher länger und dicker als der Fenchel-Saamen, und eines nicht allzu angenehmenGeruchs ist. Die Wurtzel ist lang, starck, run-zelicht, weiß, und an Tugend der Angelickegleich- Dieses Kraut wächset in Italien, son-derlich aber um Genua, wild, bey uns aberwird es in den Gärten erzeugt, aUwo es unterden Winter.Gewächsen seinen Platz hat. Eswill einen feuchten und schattigten Ort haben,und wird entweder aus dem Saamen, oder,welches noch besser,durch Zerreissung der Wur-zel fortaepflantzet. Seine Blüthen zeigt eSim Iunio, der Saarne aber wird im August-Monat zeitig. Der Saamen und die Wur-zeln zertheilen, stärcken den Magen und dieMutter, widerstehen dem Gisst, treiben dieMonat-Zeit und den Urin, befördern die Dau-ung , und eröffnen die Verstopffungen. DasKraut wird viel in Bädern, Wund-Pfla-stern und Umschlägen gebraucht. In denA-pothecke» findet man davon ein Wasser, wel-ches wider den Stein, Engbrüstigkeit und Hu-sten sehr dienlich ist, die Mund- und Hals-Ge-schwüre heilet, und das im Leib geronneneGeblüte iertheilet; den 5>>>r>rum, welcherebenfalls wider die Engbrüstigkeit dienet; daSOel, davon man drey oder vier Tropffe» inwarmen Wein, wider das Bauch-Grimmeneinnimmt; und das Saltz, so ein trefflichest>rzeiervzrlv wider allerley ansteckende Kranck-heiten ist.

Lied-Lohn, suche Gesinde Lohn.

LtefferunA, Heisset mit einem Wort allesdasjenige, was denen Hand-und Pferde-Fröh-nern, an einigen Orten, dem Herkommen oderdarüber aufgerichteten Vergleichs-Iiecessen ge-mäß, an sogenannten Fröhner-Brvten, Käsenoder andern Speisn und Geträncke, inglei-chen an Haber und Heu vors Vieh, nach Ver-richtung ihrer schuldigen Frohn-Dienste, ge-reichet wird.

Liefferung, heißt auch in der Wirt-schafft diejenige Verrichtung, welche derje-nige thut, deralleihand bewegliche Waare»nach einem vorhergehenden allgemeinen oderbesondern >Vcco>-ci einem andern, einem Ho-fe, einer Armee, einer Stadt, einer Ge-sellschafft :e. zusammenschaffet und brin-Ggg Set