Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1663-1664
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Li chtj iehen

U> ichün befindliche Unreinigkeitindem Sie-di zurück bleiben niuß. Wenn nun diese vierMaterien, nemlich der Leim, Urin,, Gig undUnschiitt in dem Fäßleüi mü einem Steckenwohl uiiler einander abgerühret worden, sowerden die in denen Licht-Bretlein hängen-de Tachte darein gesenckt, lässet solche et-was abrropffen, und hängt sodenn ein Bret-teln nach dem andern in das darzu geherigeGesklle, bis man mit den Lachten zu denMeii Lichten fertig ist; hierauf sängt manwieder von vornen an, senckr ein Bretleinnach eem andern in da§ Unschlitt, welchesimnser aus dem Kessel nachgefüllet werdenniuß, und wiederholet solches so offt, bis daßdie Lichter ihre gehörige Stckrcke erlangt. Manmuß auch immerzu Unschlitt in den Kesselthun, und so lange man dergleichen hat/ sollman kein Waffer nachgießen, bis die schönstenLichter alle verfertiget, auch die kleinen Lich-ter ei» wenig emgetunckr sind / darnach kanman wohl Wasser nachfüllen. Das Garn zuden Tachte» kan die Haus-Mutter durch ihrGesinde spinnen, Hernachmahls äschern, undwenn es wieder treuge worden / raxffer aus-klopffe» und wohl äusschwiligen lassen / da-mit es sei» weich werde, und der Unrath von

Lieben Siebes -Apffel

^iteismit h'eissem Wasser/ so lösen sich x,,,.Lichter inwendig ab, und lassen sich ohueGch,-den herausziehen. Bey denen gläser»«!-^-gegen ist das Begiessen vderEint.u>chlii mchrnöthig,weit sich solche, wenn sie recht kalt, ft.-»«willig heraus ziehen lassen. Lichter zu zikssxj.die zeden bis zwolff Stunden lang brennen,nehme man fünf und zwantzig Pfund Echä-eu-Unschlitt, thue es, zu kleine» einer welsche»Nuß grosseiiStücken zerschnitten,m eiiien jus-sel, darinnen drey Meßkannen Wasser sind,wenn e» ansänget zu sieden, so wcrffe m«,ldarein Galmiae ein Loth, und Galpere, zioeyLoth, lasse cS zusammen wieder srarck siedea,giesse zwey Kännen Wasser darzu, und fahredamit nach und »ach sort, bis des Wassers soviel sey als des Unschiitkö, und beydes zusam-men starck gesotten habe; währenoen SiebeiiSschäume man es sieißig ad, lasse es hernach er.kalten, und gleise dasWasser und die Uureimg-keit, so sich etwan am Boden geseket habenmöchte, hinweg; alsdenn lasse man das Un-schlitt wiederum zergehen, daß es fliesse, aberNicht siede, »ersehe den Model oder die For-men behöriger Masse» mit Tachten, und giessesodenn das zerschmoltzene Unschlitt darein,werden die Lichter schön, und auss wenigste

der Asche heraus falle. Die Tachte muffen! zehenbis zwoiff Stunden lang brennen. DieMit Wachs gewichset, oder mir unter einan-l Nacht-Lichter werden gezogen, und um einder zerlassenem Wachs undUnschlitt bestrichen,' ziemliches länger als die ordentlichen Lichter,aber nicht zu sehr gedrcket werden, sonsteri hingegen aber auch bey weitem nicht so dicke alsbrennen sie gar dunckel- Wenn man in das ^ jene gemacht; die Tachte werden gantz zartgeschmolxene oder zerlassene Unschlitt ein we- von Baumwolle, oder von subtilem Garnmg abgeriebenen Grünspan und Bleyweiß ziemlich wohl zusammen gedrehet, und siarckthut, und die Tachte, erstgedachter Massen, vor- mit Wachs bestrichen, damit sie desto ralh-hero, mit Wachs und Unschlitt, unter einander sanier brennen mögen. Wenn man die Un-zerlassen bestreichet/so werden sie recht hell und schlilt-Lichtcr in eine Lade mitgeschnittenemlangsam brennen, auch nicht rinnen oder ablau- reinen Stroh legt, so bleiben sie weiß, be-fen. Zu dem Llchtgiessen muß man gewisse hält man sie aber länger, als ein Jahr, s»gläserne oder blecherne Licht-Formen oder werden sie gelblicht.

Licht-Mödel haben, wovon die blecherne zwar ' ' - -

wegen ihrer Dauerhafftigkeit, und weil nian zu

L:el?-?leuglein, siehe Feig-Dohnen.Lrcl'en, heissetsonst Inder Moral an etwas

zwey, drey, vier und mehr, ja alle einander glei- seine Freude und Lust wegen des aus seinen Ei-che Lichter auf einmahl darinnen giesse» kan, genschassten entstehenden guten Berhältins-eden darum denen gläsernen billig vorgezogen ses zu unserm vollkonimenern Zustande haben,werden; aber es bekommen die darinnen ver- Ist es eine Person oder ein Thier, so äussrrtftrtijjle Lichter nicht so einen schonen Glantz sich diese Neigung bald gelinder bald hefftMals die in den gläsernen. Das Unschlitt lcks- durch em Bemühen, alles, was demsellicitset man in einem Topffe zergehen, und wenn wvhlgesällt, zu thu» und das Gegentheil zudie Tachte mittelst eines langenDrates durch unterlassen- Und aus diesem Grunde heissetdie Formen oder Model gezogen, und daß sie!bey der Jägerey, dem Leit-Hunde, wen»gerade darinnen bleibe», oben ein höltzerner j er im Anhalten richtig auf der Fährde stehet,Speiler durchgesteckt, unten aber bey den klei-5 mit freundlichen Worten zusprechen, mit dem

mm Lochern wohl verknüpfft und mit Wachsoder Leimen verkleidet, die Gläsernen Formenaber über dieses »och mEimdgeseizet worden,wird solches, doch nicht gar heiß, hurtig in dieForme gegossen, und nachgehends zum Er-kühlen aus die Seite gestellet. Sind dieMödel und das Unschlitt genugsam erkaltet,und mim will die gegossene» Lichter sauber her-aus haben, so schneidet man erstlich VaS un-ten an denen Formen verknüpffte Garn miteinen, scharffeii Messer hmaeg, oder ziehetnur das unten vorgesteckte hölkerne Wockgenheraus, begiesset t >icblcchsr «e5»rm an beyden

eichenen Bruch um die Augen streichen, uiidandere Liebkvsunqen erweise», um dadurchdemselben zu verstehen zu geben, daß er seineS che recht gemacht habe, und man mit ih-nie zufrieden sey.

Lrebis-Apffel, ist ein Gewächse,welches mitseiner anmuthigen Frucht, sowohl die Garttilzur Sommers-Zeit, als auch die Ammer, wo-hin man sie des Winters stellet, nicht wenig zie-ret. Es hat dasselbe eine zertheilte Wurm,ans welcher em iauher Stenael mit vielen Ne-den-Aesten wachset, die Blätter sind breit,

länglich« und tiemiich tieffzerkerbt; die B>>"

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