,«6i Licht-Kord Licht-Schnuppe
Der die Achters bey AuSlöschung derselben de-cket. Einige pflegen unter die>em Nahmen aucyden Licht-Stecher zu »erstehen. . .
Licht - Rovb, ist ein länglicht rundes undtieffes geflochtenes Körblein, worein die Uü-schlitt dichter, sonderlich die langen und dei-nen Nacht-Lichter, weil solche sehr zerbrechlich/gestecket werden. ^
Licht puye,istdaSvonEisen, Stahl,Me.-sinz n .d-gl. wohl bekannteInstrument, weichesaus zweyen in Formen einer (scheere, uvereinander aehendeu Theilen bestehet, davon dieein-ein hob! gearbeitet viereckigtes oder obenrundes Behältniß hat, und zu äußerst meine lange Sr-tzs hinaus laufst, da.! anderekurye Theil hergegen führet an dem Ende ei-nen Deckel, der just in das gedachte Behält-niß passend, und etwas scharff ist. BeydeTheile sind an den Hinteren Enden in Ringeoder sonst krumm gebogen, damit -na» siedaselbst bequem mit den Fingern fassen, undder am Lichte lang abgebrannte Tacht da-durch abgeknippen werden könne. Weil aber»ey dieser Verrichtung leicht etwas von Un-schlitt daran kleben bleibet, wodurch mau denOrt, >ro dieses Instrument ohngefehr hinfal-len oder hingeleget werden möchte, gar un-fauber machen türffre, so bedienet man sichdarneben gerne eines besonders darzu verfer-tigten Kästgens, darein man die Licht-Putzelieget oder stecket: Wie denn dergleichen aufverschiedene Weise pfleget gearbeitet zu wer-den, weiches maneinLicht-pliyen Uästgenoder pfanngeii Heisset.
Licht-Schinn, Heisset diejenige VerdeckunzdesLichtS, wodurch man verhindert, daß derSchein desselben nicht in das Gesicht, wohlaber aufdiejenigm Sachen falle, welche manbey demLichte zu betrachten nöthig hat.Es wer-den diese auf verschiedene Weise und auch vonmancherley Materie verfertiget. Die gemein-sten sind aus dünnem über krumm gebeugtenstarckeil Drat gespanneten grünen Pergamentundtwaralsozubereitet, daß man sie eiilweverüber den Kopfstülpen, oder an einem höltzer-neu Stocke hoch und niedrig schrauben, unddiesen, weil er mit einem Fuß versehen, aufden Tisch setzen kan; oder sie bestehen aus fei-nem gestcifften grünen Taffet, der auf die Arteines Fechers in Falten geleget, ss er aberaufgethan und mit den beyden in einein Ge-winde gehenden äusseren Seiten zusammengeschlossen worden, ebenfalls zu einem run-den Schirm vor das Licht gestellet werdenkan, u. w, d. in.
Licht-Schnuppe, nennet man den lirm fastt» Asche gebrannten Tacht, welcher vermittelstder nur beschriebenen Puke abgeknippen wird,oaniit das Licht hernach desto Heller leuchte.-Liese^chnurpepflegen einigem emeni LöffelA>II Brarttewsin wider die Colica einzuneh-men ; so hat man auch in Gewohnheit das Spie-sei-Glas, wenn es von Rauch uud DampfMelauffen ist, damit i« reinigen, weil diese«chnuxxe eine subtile Schärffe, wie alle Asche,und doch darbe» eine Fettigkeit bey sich führet,
Licht-Stecher Lichtziehen 1662
durch welche letzterer viichte'Sampff, ss andem Glas anaetrocknet, erweichet, und durchhas eüsie dgs Glas wieder pv! tret wiri).
Liciu-Stechei,-, ist dasjenige Instrument,dessen man sich bed-enet, dasnugmehro fast bisan die Tille gebrannte Licht ,m etwas wiederzuerhshen, und v-lliz auszubrennen. Diesesbestehet demnach in eine»! runden, nicht gar zulangen Stiel, der sich mit dem untern Endegleiü) in die Tille des Leuchters schicket, an demanderen obern Ende aber, mit einem gewöhnli-chen breiten Rande, der etwas vertiefst, ver-sehen ist, in dessen Mitte drey, auch «rohlnureine cinyize eiserne Spiee hervor raget, aufwelche oder zwischen welche des Lichtes Endegestecket wird, daß es daselbst fest stehe. SiedeLicht-Rnecht.
Licht-Tacht, siehe Tacht.
Lichrziehe» ist eine Arbeit, welche zwar son»sien denen Seiffen-Siedern, oder wie an eini-gen Orten gebräuchlich ist, denen besondersalso genannten Lichtziehern zukommt; weilaber eine fleißige und sparsame Haus-Multe?das,enige, was sie im Hause wohlfeiler undzugleich besser machen lassen kan, ni l t ausserdem Huuse bey Krämern und Hocken nehmenund theuer bezahlen soll, «IS ist dieselbe nichtzu verdencken, wenn sie von ihrem Umchlitt-Vorraty, welcher entweder von dem in dieHaush.iitmig geschlachteten Rind - u. Schaaf-Vieh herrühret, oder von ihr um einen billigenPreis angeschaffet worden, die vor ihr HauSbenöthigte Lichter selbsten ziehet oder giesset,und also den Gewinn, den sie sonst einemandern geben müste, vor sich behalt. Eine»on denen besten Arten, gute Lichter zuziehen,soll folgende seyn; Man nimmt auf einenCentner Unschlitt ein halb Psund schönenweiss«, Leim, lasset denselben ziemlich kleinzerschlagen, thut ihn in einen Topff und gies-set siedend hcisses Wasser daran, lässet es als»bey einer Glut stehen, bis der Lenn zergehet,welchen man svdenn, unter stätigem Umrüh-ren, fein allgemach sieden, und also über Nachtstehen lässet. Morgens früh, wenn man dieLichter ziehen will, muß man den Leim nochein- oder zweymahl aufsieden lassen; so vielman aber Centner Unschlitt hat, so viel halbsPfund Leim müssen auch genommen werden.Hierauf thut man das Unschlitt in einen gros-sen küpffernen Kessel, geußt aber vorher», nachder Grösse desselben, eine oder zwey GeltenWasser darein, und lässet als» das Unschlittund Wasser gar wohl mit einander sieden; im-mitteist muß der Leim noch einmahl aufkochen,welches man in das zum Lichtziehen bestimmte,ohngefel r anderthalben Centner Unschlitt hal-tende Fäßlein, (oder nach geringerer Pro-portion des Unschütts in den töpffernen Licht-Modell) nebst zweyen Nacht-Geschirren vollUrin, und zweyen Kannen Eßig giesset, denLeim aber aiieine durch ein Sieb lauffen läs-set: wordurch man auch sogleich nach Ein-giessuna des EßigS das Gefasse vollends mitdem gesottenen Unschlitt aus dem Kessel an-füllet, daß als» alle im Leim sowohl als n»
Unschlitt