Zeyer
Acht-Brett« Licht-Knecht isso
treibet/ auch in allen Augen »Beschweruligeiitrefiich dienet.
Kentern, siehe Läutern.
Lcyer am Pfiuge, suche vflun. Sonst be-deutet auch Lcyer ein musicalisches Instru-ment/ davon die Bauern - Lcyer bey unsnoch bekannt ist, womit eine aewisse Art Bet-telleute und Müßigganacr auf dem Lande nochherum gehen, und auch offte zu allerhand üppi-gen Zusammenkünffrcn des Land-Vslcks indenen Schencken und Bettel-H-rdergen An-laß geben, wo keine Aufsicht der Polieey ist.Es entstehet auch von einem langsamen undimmer in einem Ton fortgehenden Klang dergroben Sants dieses Instruments eine Re-dens-Art in der Wirtschafft, die man vsndem immer einerley alten und langsanm; Fort-gang eines Geschäffts brauchet, wenn manspricht - Es gehet nach der alten Leyer, oderxr lsyert immer weg.
Leyk-Haus oder Lombard, ist ein öffent-liches Haus, so von der Obrigkeit in Srädtenveranstaltet wird, damit die geldbedürfftigenBauern und Handwercks - Leute in kleinenPosten Geld gegen Pfand geschwinde bekom-men können, so sonderlich ein Mittel ist, demJuden-Wucher der Juden und Christen zusteuern, und denen dürfftigen Arbeitern zuhelffen. Siehe das Natur-und Runst-l^»>c.unter dem Worte Lombard.
Licht,Rer^e, heißet ein mit Unschlittodermit Wachs dick und düwie überzogener Tachtvon Garn, welcher, wenn er angezündet/ ei-nen hellen Schein von sich giebet, und einenverfinsterten Ort erleuchtet. Nach der Mi-terie, die dazukommt, heissen sie Unschlitt-Lichter oder Wachs-Lichter, (Wachs-Kertzen).Die Unschlitt-Lichter, werden am allerbe-sten von Rindern-Unschlitt gemacht, weil dievon Schaffen-Unschlitt verfertigte allzu sehrrinnen ; doch nimmt nian gemeiniglich bey-derley Unschlitt unter einander. Nach demGebrauch werden sie eingetheilet/ in Tafel-Nacht-und Rüchen-oder Gauckel-Lichter,die ersten find sowohl wegen ihrer Stärcke,als auch wegen ihrer Güte, von denen andernunterschieden: die Nacht-Lichter sind dieallerdünnesten und darbey die längsten, dennweil man sie nur allein in der Absicht bren-net, daß man die gantze Nacht sogleich Lichtim Nothfall bey der Hand habe, ein andersdaran gleich anbrennen oder in der Eil et-was finden zu können, die Nacht aber zu-weilen lang; also hat man dergleichen Grös-se und Forme darzu erwählet; die letzten sinddie von de^ geringsten Art, denn sie sind nichtnur dänner als die gewöhnlichen, sondernweil sie zu allerlei?! gezogen worden, dadie Tunck-Forme nicht mehr voll Unschlitt,sondern unten mit warmen Wasser angefül-let werden müssen, und das Unschlitt'selbstnicht mehr das reineste, so sind dergleichenLichter nicht allein schwärtzer, sondern sie pfle-gen, wegen des daruntergekommenen Wassers,iivch gerne tu spritzen. Sie irexde« entweder
gezogen oder gegcssen. Von einem ieden ionweiter unten, bey dem Licht-Ziebcn, dasnöthige gemeldet werden. Die Dachz-A^,.rer oder Wachs-Äeryen werden von denenWachs-Ziehern, deren Proftßion eine st»,,-Kunst ist, und weder Meister-Stück noch mei-sterliche Zunfft hat, auf vielerley Arten vcrser'tiget und gezogen.
^ Licht-ZZreter, sind dünne, runde, über «Ndüber durchlöcherte, und mit zweyen Griffenund Handhaben versehene Bretlein, wcriii-nen die Lachte, vermittelst der durchgezoge-nen Speiler und Stäbiein, beym Lichterzle-hen hängen, damit man auf einmahl dei-cnviel mit einander ziehen könne. Solche Lö-cher aber müssen daran in einer mäßigen Ent-fernung sich von einander befinden, dieweil,wo sie zu nahe beysammen, die Lichte, in«dem man sie ziehst, wenn sie nun anfangendicke zu werden, gerne an einander hange»bleiben, und folglich keine rechte Rundungbekommen, auch wohl sonst viel Mähe ver-ursachen.
Licht-Form, Heisset überhaupt dasjenigeSesäffe, darein bey dem Lichtziehen das Un-schlitt gegossen, und vermitteist dessen die Lich-ter zubereitet werden; weil aber dieses aufzweyerley Weise geschiehet: also hatmanauchverschiedene Arten dieser Formen. Zu demLichtziehen bedienet man sich einer thönernenglasurten,küpssernenoder zinnernen sogenann-ten Tunck-Forme, so ein etwas langes, abernicht gar weites, und obnaefehr höchst einekEllen tieffes Gefasse, welches man so langevon Unschlitt voll erhalt, bis dieses bey demfleißigen Nachgiessen nicht mehr zureichen M,da man denn zuletzt keisses Wasser nachgiessenmuß- Zu dem Lichtgieffen aber dienen diebesonderen verfertigten Modelle und Bleche,deren drey, vier und noch mehrere in einerReihe nebeneinander gemacht, so daß untenan dem spitzigen Orte, kleine Ocffnunaen denTacht daselbst mit einem knrtzen Stöpsel, vonHoltz oder Leimen zu befestigen, oben aber durcheben denselben ein Stäblein hindurch zu Ke-cken, und ihn straff anzuziehen, daß sie sich/wenn sie einmahl in die Mitte gerichtet, nichtverrücken mögen; auch hat Man dergleicheneinkele von Glas, weiche nicht nur denenLich-ten einen schönen Glank geben, sondern es lässetsich auch mit selbigen viel reinlicher umgehen,nur daß man schwerlich einige solche Formenzusammen lesen kan, die einander gleich sind, in-dem immer eine bald weiter, bald länger,auÄwohl ungleicher als die andere.
Licht-Gans, Heisset einiger Orten dieMahlzeit, so einHandwercker oder einer W'fesuon zugethaner seinen Gesellen und Arbei-tern gemeiniglich um Martini herum, zu ihrerErgötzlichkeit ausserordentlich ausrichten las-set, und bedeutet eben das, was man sonst eineMartino-Gans zu nennen pfleget.
Licht- TZnecht, oder auch Hütrien ,ist ein iwilZinn, Meßing oder Blech hohl getriebenes unv
an dem einen LlMMespitztes Hüllein, so WA