Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1653-1654
Einzelbild herunterladen
 

1^5z L ese - He!«

' '^5' mit d-» Leine» eintreibet, eins Vers»» dabeyhat, die es verstehet, und denen Treibern ent-

> weder mit einem Hörnleiii,oder auch mit einem>.>'laute» Pfeifflein zu rechter Zeit ein Mexekzet-

chen zum Stillestehe» giebt, damit die Lerchesich seken, und sich nichtzuhoch oder wohl gar

> über die Garn schwingen, zondern noch vor ^s-

- zienselben niederfallen möge, um hernach, wenn< sie nahe genug dabey, desto eilfertiger«» ge-

ü. - tachte Garne ge»aget zu werten. S«e ver-- - - p wickeln sich so hart, daß sie übel auszulosenvc, sind, das vrrnchmste ist, die ü'usse recht au»-^ tuledigen, da denn der Leib schon hernach ge-h«k. Visweilen kommen auch Wachteln,Schnepffen uad Rebhüner hinein, wovon die. >i«! beyden ictztern einen grossen Riß in das Garnzumachen, und ivo man nicht bald darzu. «: kömmt, sich gar los zu reissm pflege». Die-ses Wcndwerck will ein stilles und heiteres'' Ä» Wetter haben, denn wenn solches windiq ist,muß auch diese Uibung vergeblich seyn, weil diesubtilen Eärnlein von den Winden gar zu' " leichtlich aiifaehoben werden, daß die Lerchenunlcii durchstiegen, und also nicht gefangenwerden können. Wenn Frauenzimmer, oderetwa» sensten ansehnliche Iufthauer vorhan-den, können sie wohl beyderseits etliche iwan-7/ zig bis dreyßig Schritte von den Netzen ste-hen oder sitzen bleiben: Denn also sehen sie^ nicht nur, wie die Lerchen in die Netze einfal-len, soudern es könne» auch die Lerchen sichdestoivemgc!' seitwärts begeben. Wenn diegefangenen Lerchen gcwürget, und ans den

- Garnen mit Bescheidenheit ausgenommenworden, muß man diese wieder zusammenziehen, abnehmen und i« die darzu gehöri-ge Säcklein stecken, die Leinen vollends auf-winden, und alles zusammen bis aus die Fur-keln und Gestelle zu oen Leinen, welche bis zuEnde des LerchenKreichens auf dem Felde ste-

^ he» bleiben kvüneü, auf dem grün-angestri-' V «denen Lerch -N- wieder nach Hause

und an behöugen^^c ichaffen.

Lest Holn, heisset man bcy dcrHolk-Nu-tzung di- dürren Zweige, S?äne, Gewürtzel^vn Stock«, und anderes tl?»ies Holtz, sodeneii Hültzhackei'!! und andern armen Leutenaufzulesen und nach Hanse zu tragen erlaubetist; wobey jedoch dieselben weder Axt nochBelle fuhren dörffen, damit sie nichts vongrünem Heike abhaue» können. Uiber die-^s aber ist dabey wegen allerhand andererWald - Beschädigung und Ho!« - Dieberei) so, n>vhl, als damit nicht einer oder etliche armeLeute alles, die andern aber nichts bekom-men, eine gute Ordnung zu hatten. Manweifte neinlich die Reviere an, wo, und wonicht gelesen werden soll: Es werden gewisse^.. Tage bestimmet: Jeder, der lesen will, muß sichbey gewissen dazu verordnete» Bedienten mel-den, einen Zettel holen, darauf der Nahmedes Lesers, der Wohnungs - Ort, die Taaeund Lese - Zeit, und das Revier benennet ist,>o sie hernach denen visitirenden Forst-Bedis»-!?«> vorzeigen, oder aber in deren Ermange-

Lese» 1654

lung nicht im Holtze gedultet werden müssen-An eln.lgen Orten müssen sich auch dieLe,er alle zu gewisser Zeit an dem Lefe-^ageversammlen, werden eingeschrieben und so»cinciu Ai'f'eher angeführet, andere aber nichtzugelassen. An andern Orten wird auch vondenen, so Ho'tz lesen wollen, ein gewisses Geldentweder Überhaupt oder Tage-weis erlegst.Endlich muß sonderlich nicht verstattet wer-den , daß die Weibes - Leute Sicheln undBelle mit nehmen, ingisichen, daß an denenjungen Schlägen uiidSonimer>Lattcn aelsft',werde. Denen Holtz Hackern wird auch hier-inne nichts voraus verstattet, sondern sie nins->en mit andern Lesern in der Ordnung, nuraber umsonst, nicht aber nach ihrer Willkührlesen. Denn dieses ist eine Gelegenheit zu vie-ler HM-Dieberey, u- s. f.

Äsen, Heisset entweder, aus allerley Zuge-müsen und andern rohen Speisen, ehe l,e Zu-gerichtet werden, das Unreine, als z. E. ausErbsen, Linsen, Reiß, Hirse ?c. die faulenund wurmstichigen Körner, Steine, Staubund andern llnrath absondern, von dem Sa-lat die verdorbenen Blätter und anderesgrobe unnütze Zeug abschneiden, und derglei-chen; oder es bedeutet auch so viel als samm-l-ii, und wird insonderheit bey nachfolgen«den Worten, a!S AchrenlcseiZ, Weinlesenund Nachlesen gebraucht; wovon unrerie-der Benennung dieser Feld - und Reb.-Arbei»teu ein mehierS zu finden. Die erste Art desLesens gehöret sonderlich unker diejenigen Ar-beiten,dazu man schwache und gebrechliche Leu-te brauchen, ihnen etwas zuthun und zu ver-dienen gebv», solchergestalt aber sie vom Bet-teln abziehen kan. Denn es sind viele ande-re Dings, die solchergestalt unke? denen Kauf-manns-Waaren gelesen werden müssen. Undwarum soll ein armer, einckuMer, lahmeroder nur auch eine Hand habender, it. eintauber Mensch, nicht solche Arbeit verrichte»,und einen Theil oder alles sein nothLürssrigesBrot verdienen können, wenn man nur vonSeiten der Pslicey Anstalt machtte, daßman solchergestalt die Armen versorgen, sol-che Arbeiten aher nicht jungen und gesunde»Leuten, die dabey nur müßig gehen und fas-lentzcn lernen, ohne Noth verrichten liesse?Die Beförderung des Fleisses, und daß is-der, so viel cr noch kan, in einer Republikarbeitet.und als» Rechenschasst geben, oder be-kannt ft»n lnüsse,wodurch er sich ernähreist eingrosses Mittel, disNahrung der Länder zu be-fördern, Müßiggang aber und viele andere La-ster zu verhüten, allen Leuten was nützlicheszu thun zugeben, und also die heimliche undöffentliche Betteley nicht ohne Noth jeder-mann zu verstatten- Denn diese gehsret nurvor Leute, die gar nichts mehr arbeiten, oderdoch nicht ihre gantze Nothdursst mit ihrerArbeit ohne ihre Schuld, Faulheit und Ver-schwendung verdienen können. Es hat aberder Gräflich - Reußischs Cantzler Herr v.D'öhlev in seinem Tractat von denen Ursa-chen des heut zu Tags einreissenoen Geld-

Mangel