,6j! Lerchen streiche!«
sderdas Weiblem genemiet wird. Das Mcknn-lein wird nicht gebraucht, das Weiblein aberbat einen lrefiichen Nutzen in der Artzney, undmuß schon weiß, weich/ leicht, zerbrechlich, undim Mund erst süßlich/ hernach bitter seyn. Erxurgiretsänffliglich, und führet alle grobe, zä-he, kalte und sgure Feuchtigkeiten, die sichum den Magen, Leber, Miltz, in der Mut-ter und Brust versammlet habe»/ desglei-chen auch den Unrat!), so in den Därmernund Melenrcrio gefunden wird/ gelinde ab.Ein StüGcin davon mit etlichen Mastix-Körnern alle Morgen im Munde gekäuet,bewahret für dem Schlag, und '.einigetSas Haupt von allen Flüssen. Den Schwin-del zu vertreiben, siedet man diesen Schwammmit andern Haupt-starckende» Krxutern ineiner Lauge, und wäscht den Kopss damit-Weil er dem Magen etwas zuwider, pflegetman ihn nicht wshl allein, sondern mir we-nigem Jngbec, Nagelein, oder Zimmet ver-setzet, oder in abgekochten Träncken einzu-nehmen.
Lerchen streichen, heißet die Feld-oderKorn - Lerchen entweder mit den Nacht-Ne-yen fangen, oder vermittelst einer langenLei-ne in die Äleb - Garne jaaen. Die erste Art.geschiehet bey der Nacht folgender Gestatt:Wenn das Nacht-Garn, w-e oben unteröem Wort Lerchen - Garn angewiesen wor-den, völlig verfertiget, und an ieder vonden beyden schmalen Seiten eine iaitge Stan-ze angebunden ist, breitet man des Abends,«imn es finster wird, und der Mond nichtscheinet, das Netze auf der Erden aus, alsdcnnfassen es zween bey denen Stangen rechtsund lincks, hinten aber gehet einer, der denSckwsiff des Netzes sein niedrig bey der Erdenachträgt; also gehen sie etliche Furchen, soviel das Netz überreichen kan, auf, nnd anden nächsten Furchen wieder ab, und, sowas unterm Netze flattert, pseiffen sie einander,legen das Netze nieder, würgen die Vögel, zie-hen sie durch das Netze heraus, und gehen so-denn weiterfort; wenn es nicht gantz finster ist,müssen sie geschwinder gehen, als bey stockfin-ster» Nächten, da man nur langsam sortschrei-reü darff- Wer auf diesem Weydwerck wasu-'tzliches verrichten will, muß eigentlich denOrr wahrnehmen, wo die Lerchen gegen Abendhinfallen, und denn des Nachts mit dem Ne-ke dahin gehen, die Witterung soll trockenftvn, weil sonsten bey nassem Wetter nichtnur die Netze übel zugerichtet und besudeltwerden, sondern auch die Vögel bey solcherZeit nur gerne sn erhöheten strauchichtenOr-ten, wo man mit den Netzen wenig ausrich-ten kan, zu liegen pflegen. Etliche sind derMeinung, die mit den Nacht-Netzen gefan-<>cne Lerchen sollen besser sey», als die beyTage gefangen worden. Mit den Nacht-Garnen zu gehen, wird ausser denen, sodie Jagd-Gerechtigkeit besitzen, sonst billiaallen andern verboten, weil damit nicht al-lein die Lerchen, sondern auch die Wachteln,>a wohl gar gantze Vvlcker Rebhuner und ande-
Zerchen streichen ^
res im Feld übernachtende Feder-und^nderesWildpret, als junge Hasen und dergleichen da-durch hingerafft und verderbt/ aufs wenigste
verjaget werden. Die andere Art des Lerchm-
streichens betreffend/ welche mit denen Tage-Nenen oder Kleb-Garnen geschiehet/ wird sol-che folgender Gestalt vorgenommen: Wenndie Irndte vorbey, und die Zeit heran rücket,da der Lerchenstrich anzugehen pfleget, er-wählet man einen gelegenen Platz auf denenStoppel-Feldern, sonderlich aber aufdenenHaber-Stoppeln, stellet die Siebe-Garn, de-ren man wenigstens dreyßia, bey grossen Plä-tzen auch mehrere haben muß, mit denen dar-zu gehörigen Lerchen-Furckeln, in dreyen Zei-len etwa» zwantzig oder mehr Schritte hintereinander dergestalt auf, daß sie oben an denLeinen mit den Ringeln gantz aus einandergezogen, sind, unten aber etwan eine Elle,oder auch nicht gar so weit von der Erbenhanücn, und sonst gegen den Boden und ^beyde Seiten gantz frey schweben. So wohllincks als rechts an denen aufgestellten Ne-tzen befindet sich ein Gestelle mit einem Haspel,worauf eine sehr lange Leine gewunden ist.Wenn nun etwan um drey Uhr Nachmit-tags die Garne am die Furckcln gebänget wer-den, und man damit fertig ist, wirs an eineiede Leine ein Pferd oder Ochse vermittelsteines Ort-Scheites angespannet; derjenige,so auf dem Pferde sitzet, oder d.'n Ochsen re-gieret/ ziehet soderm mit der Leine, weichevon der dabey stehenden Person abgewundenwird/ allmahlig fort, und die dazu gestellteJungen schleppen in gewisser Distantz von ein-ander die Leins nach, so wohl dem Pferd oderOchsen den Zug zu erleichtern, als auch derLeine, wenssdieselbe etwanws hängenbleibensolle, nachzuhelffcn. Sind die Leinen anfbey-den Seiten völlig abgewunden, so wird denenPersonen, die bey dein Zug-Vieh sind, ein Zei-chen gegeben, oben im Bogen zusammen zurucken; wenn solches geschehen, spannt mandie Pferde oder Ochsen ab, hänget beyde Lei-nen zusammen, und fanget b-'Y den Netzenan dieselben wieder ausjuwindcn^ die ringsherum an der Leine ausgetheilte Jungen ge-ben erstlich Fuß vor Fuß sorr, damit die Ler-che» nur sachte aufstehen, und dreyßig meyeoder weniger Schritte sich wieder nieder^tzen, und also treibet man sie osst asmechucyauf, bis sie ohngefehr viermg bis juuMSchritt vor den Netzen fiel» aclaqert haben,denn last man die Treiber stärcker gehen, unsendlich gar auf sie loslauffen, ss schiesien l»von Furcht und der hereinbrechenden ?->acyrgeblendet mit Haussen in die Garne,man, wo es einen guten Strich chal, etli«ehundert auf einmahl fänget. Weil hierbei? va»meiste daran gelegen ist, daß man dieZeit recht treffe, indem die Lerchen, wenn MTreiben zu frühe oder zu spate geschiehet, cnt'weder sich zurücke begeben, oder in die Hohe»''aen, folglich alle angewandte Mühe und Um»sten umsonst und verlohren sind, als ist es Mwenn man bey diesem Fang, und indem