Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1647-1648
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164? Lerchen-Baum

Mühenehmen, und sieauf das subtileste spi-cken i die dürren Lerchen stecket man an diel»viesse, so von HM oder Eisen »eniacht, undLerchen oder Vogel-Spießten genennetweiden^deracstalt, daß allezeit zwischen zweyenein Stuckgen Speck mit angespiesset werde;solche Spiesse bindet man h erauf an einenordentlichen Brat-Spieß, also, daß jedes-mal?! eine Lerche oben, und die andere un-ten kommet, und brat sie den einer ziemli-chen Hiye, begiesset sie auch fleißig mit zer-lassener Butter. Wenn sie bald gahr, streuetman geriebene Semmel mit Sälst darüber,machet braune Butter darzu, und leget siealSdennsein ordentlich in die Schüssel. An-dere pflegen sie auch wie die Fincken mitAeoffeln, Weinbeeren nnd Zwiebeln zuzurich-ten. oder in eins Pastete zu schlagen,

Lerchen-ZZaum, ist ein hochstammiaerBaum, welcher mehrentheits an kalten undyebirgigten Orten, sonderlich in denen gros-sen Auszischen Wäldern, auf denen Stener-mckrckischen, Oesterreichischen und SchwererGebiraen wächset, auch in dein soaenanmenGebalder Waid bey Nürnberg, ingieichen inSchlesien, wiewohl eben nicht in grosser Anzahl gefunden wird. Seiner Natur und Ei-genschaft nach wird er unter das Tanael-»der schwarye Holy gezählet, rb er wohl seineschmalen Blätter oder Nadeln den Winterüber nicht, wie das kiefcrichte Hol», behält,sondern wenn sich vorher» ihre Grüne in ei-ne blcich selbe Farbe verwandelt, solche wiedas Laub-Holst fallenlasset. Er hat einensehr aeraden Stamm wie eine Tanne, wach-set aber nicht aller Orten so hoch. Die Rin-ds ist roth!ich inwendig, ziemlich Karck unddicke, und hat viel Schrunden oder Risse.Die Aeste, welche ganst gelb, sind, wie ander Fichte, über einander und beuaen sich?egen der Erde. ^Die jungen SproßlemundNadel», welche länglich, weicher nnd schmä-ler als an derzFichre sind, geben einen an-genehmen Geruch von sich. Die Früchtesind Japffen. so denen Cypressen-'Nüssengleichen, aber etwas subtiler und weicher,anfänglich Purpur-Farbe, (welche Farbe sichiedoch nach und nach verl erst) und eineslieblichen Geruchs. In selbem Zapssen be-findet sich ein weisser süsser Saamen, so demPichten-und Tannen-Saamen nicht unähnlichist. Das Holl? von diesem Baun« lässet sichwohl schleissen und spalten, und ist daher»wohl zu arbeiten, ohnerachtet es sehr sesteund ba>.t ist, qiebt auA cin gutes Bau - Holst»nd sonderlich gute Kohlen zum Schmeißen,ist rothlichter Farbe, uiid-geflammet oder ge-fiäseit, wird aber endlich im Wasser gäustschwärst. Die Alten haben geaiaubot, dafidas Lerchen-?^aum Holst weder brenne nochHohlen von sich sebe, wie solches insonder-heit und behauptenwollen, die Erfakrnna aber widerspricht ih-nen, ob man wohl nicht leuanen kan, daß eseben keine lichterloh? Flamme aiebt, indem^ nur liegt und schmgucht, »b es gleich vsl-

Lerchen-Falck 164,

ler Hartz ist, dahero es auch im Ofen oder ausdem Feuer-Herde schlechte Dienste thun wür-de. Das Hark oder Pech, so Lerchen -Harnheißt, welcher Artickel nachzusehen, kan maneben aus solche Manier, wie von andernHary-Bäumen zapffen, weiches hell, Citro-nen-gelbe, und so weich wie ein dickes Oelist, nnd heut zu Taae unter dem Nahme»des Venetianischen Terpentins verkaufft, aberauch offters verfälscht w rd, welches iedschan der Farbe und am Geruch zu erkennen;oder, wenn etwas davon auf ein Papier ge-strichen, angezündet wird, und eine schwaneFlamme mit Gestanck von sich giebt, so ist esverfälscht, oder auch, wenn man etwas da-von auf einen Finger-Nagel leaet, und eizerfließet. Am Stamme wächset auch dersogenannte Lerchen-Schwamm wovon anseinem Ort ein mehrers. Die Vermehrungdieses Baumes kan durch den Gaamen.foim Herbst reiff und zeitig ist, geschehen; diehiervon aufgegangene Bäumleiii aber lassensich nicht gerne versesten, und kommen seltenfort, sondern wollen, wie andere Hark-Bäu-me, gerne «11 ihrer ersten Stelle verbleiben!iedoch wenn das Versehen mir guter Bek.it-sauikeit geschiehet, und das Stämmlein nichtbeschädiget wird, so möchte es sich noch eherpracticiren lassen. Er ist, wenn er einmahlaufgekommen, im Wetter sehr dauerhafft,lä-r sich auch beschneidein, und kommt dabeywvhImdieHohe.

Lerchen-Blume, siehe Schli'issel-DIiime.

Lerchen-Falck, ist ein kleiner, doch edlerFalck, welcher ein abgesagter Feind der Ler-chen, und von denenseiben dergestalt gefürchtetwird, daß sie, wenn sie seiner ansichtig wei-den, sich an den nächsten besten Ort verste-cken, und sich eher von einem Menschen mitder Hand aufheben lassen, als daß sie wiederauffliegen soiten. Er hat einen ungememschnellen Flua, ist aber zum Gaisten sehr hatt,ja fast unmöglich abzurichten; Denn ob erwehi bald abgetragen wirk, auch des Men-schen bald aewohnet, und dem Luder oderFeder-Spiel zufieucht; nicht weniger anfang-lich, wenn mini« in einem Zimmer mit einemLogcl probieret, auf die Erden seizt, uni> nchden Raub bescheidemlich abnehmen lasset,so behält er doch diesen Gebrauch im Feldenicht; sondern so bald er in srener Lufft aufeine Lerche ai .worffen wird, und solche fangt,beaiebt er sich nicht aus die Erden, sonderniühret meistentheiis den Nogel, so bald erihn in der Lufft ergriffen, nicht weit »ondannen auf einen Baum, bis er sich geMi-aer hat; oder, sestt er sich schon aus die Er-den , so bald er den Weydeman merckt ausetliche Schritt annähern, erhebt er sich au-aenblicks mit seiner Beute, auf eine gute'Strecke davon, und verzehret seinen Raub/j ehe der Weydemann dazu gelangen kan. Ausdieser Ursache wird er nicht zum Baisten, st»'>dern auf eine andere Art zum Lerchen -Fan»gebraucht: Man fahret ihn neiulich nnr am