Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1633-1634
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künstlich durchwebet ist, und zu Tisch - undBett Zeuge gebraucht wird- Man hatauchsteisse und geleimte Leinwand oder Scvet-ter, welcher'»ermittelst des Leims und Gummials» zugerichtet, und wovon der gar starre undgrobe fchwartze Schetter in die Kleider unterdie Knöpfe und Knopf Locher zu legen, um dc-«enselben eine Haltung zu geben, der gelin-dere und feine schwarke aber, nebst dem grünen,gelben, blauen, rotten und mit andern gebro-chenen Farben gefärbten, vornemlich !»m Un-kersutiern der Kleider, zu Hut. Futtern, zuUiberzüaen, in Schüfen.nid vergleichen dien-lich und'acbräuchltch «st; gesarbre Leinwandvon allerley Galtung! gedruckte Lernwand,also aenannt, weil sie mir Figuren und Blum-Werck in allerhand und zwar dauerhafften Far-ben, vermirtelst einer aus Holy geschnittenenForme, auf welche eben, wie bey den Buchdru-cker» die Farben aufgetragen werden, zierlichgedrucket wird. ES schickt sich grobe und feinexeiinvand dazu, und ist die Grobe der erstem,wenn sie einmahl bedruckt, so starck nicht zuerkennen. Der Gebrauch dieser gedrucktenxeiniWid bestehet in der Haushaltung unterandei'nauch darinnen, daß manches altes ab-genutztes Tisch- Tafel- oder Bett-Tuch nochmit Farben bedruckt,ein neues Ansehen gewin-nen, und zn Vorhängen oder Decken aebrauchetivecdeu kau.Die gewachste oder Nlachs^Leinwand, wird zum Uiberziehen der Kut-schen und Chaisen, zu Hut-Futteralen, Man-tem und Regen-Kleidern, Tisch-Decken, Ein-talliren der Waaren und Kisten, sehr viel undnützlich gebrauchet. Es wird aber dieselbe fol-gender Gestalt verfertiget: Man nimmt nem-lich ungebleichte seine oder grobe Leinwand,spannet solche fchnurgleich der Längenach, ineinem Nähmen aus, und bestreichet fie miteinem in La«ge gekochten Kleister oder Mehl-P»ppe, laUet selbigen truckcn werden, undkocht indessen von sechs Pfund Lein-Oel und ei-nem PfundKiiber-Glätte, cincnKurniß,in wel-chen man geriebenen Kiehn-Rus einnienget,und mit solchem die Leinwand über und überbestreichet, alsdenn wird es mit weissem Bley-weiß, so man daraus spritzet, marmoriret, undwenn endlich alles trocken, demselben mit Mi>-fti^-Füriiiß der Glantzgegeben. Willit^mandgrünes Wachs-Tuch haben, darff er nur st .tdes Kien-Rufes Grünspan, und so zu andernCouleuren andere Farben nehmen. Wie esdem, heut zu Tage mit dergleichen Leinwanddamn gediehen, daß man selbige auf das an-iehalicbste mit mancherlei» Farben zu mahlenoder zu drucken, und dergestalt zu aplireri weiß,daß man sich derselben zu Tapeten, Tisch-Tep-pichen, Fenster Küssen und dergleichen inehr zudeinen, Gefallen trägt.

^eui-Aadsn, heisset man die von denen aus-oder ausgefallenen Lein-Kuoienübrig bleibende Svreu, welche man unter die.Xogzen-Spreu zu menge i, und denen Schwei-nen zn geben pfleget. Sie sind auch ein tress-lich gutes Futter, die jungen Gänse nur >u er-i>ehen «nd in die Hohe zu bringen-

Lcin-Rraut, Flachs-Kraut ist ein Kraut,welches viele lange, runde, vünue und beyjdrey Viertel-Ellen hohe Stengel treibet, die^ mit vielen langen schmalen Blättern, wie! der Flachs oder die kleine Wolffs-Milch ver-sehen sind. Es bnnaet qelbe Blumen, undnach tenenfelbe» bey nahe runde oder ,"a>e! Schalen, welche in zwey Fächer eingetheilt,und mit etlichen schwachen und plärren Saa-! men-Körnem angefüllet find. Dieses Kraut> wächfet von sich felbsten an den Wegen Zäu-! neu und auf andern ungebauten Orten, hat! einen bittern Geschmack, und wird innerlichwider die Geld- und Wassersucht, mgleichen! wider den Stei», meinem gekochtenTranck,^äusserlich aber wider die Harn-Winde und'güldene Ader gebraucht. Mit dem ausge-preßten Sasst ka» man allerley Mähler derHaut vertreiben, auch Wunden, Geschwürund Fisteln heilen. Die Stengel, welchesehr zähe sind, lassen sich gut zu Besemei«machen, und durch die dürre Blume kan mandie Motten vertreiben.

Lein-Ruchen, heissen die Hülsen, oder daszusammen sebackeneUiberbleibfel von dem zuOel geschlagenen Lein-Saamen. Mau pflegetdamit denen Schweinen, ingleichen denen Kü-hen, vornemlich aber den Kalbe - Kühen, i»auch denen Pferden, das Trincken anzumengen,wovon sie denn, sonderlich des WniterS sehtwohl gedeyen,

Lein-Oel, wird aus Lein-Saamen bereitet,welcher in der Oel-Mühle zerstampfet und aus-gepreiset, auch die zerflossene Massz, damit siedas Oel desto besser von sich gebe, durch Feuerheißgemachetwird. Des Lein-Oels bedienensich nicht nur die Mahler, Buch-Kupsser undLeinwand-Drucker, und anlcce Handw^rckermehr, sondern es hat auch in der Artzney »einenNul?en, indem es «tusserli« den Brand löschet,vielerlei Schmecken und Beschwerden lu-derr,,mancherley Gefchwüreund Wunden heilet,so aar innerlich, wider das Seiten-Steche«,SKwind-und Lungen-Sucht, den Blut-AuS-wucff, und dul chgehends wider alle innerlicheVerlekungen, zumahl, wenn es zuvor destiliiretworden, uns seinen üblenGeruch davon vei loh-ren hat, heiisamlW) gebrauchet wird. Es wirdauch an stat der Butter zum Schmeltzeu ge-braucht.

Leinwand, siehe Leniewand.

Leir, suche Lauer.

Leist oder Leiste, so man auch die grosseMaus nennst, ist an einem Pferde die Gegenddes hinter» Schenekels, welche sich, wenn dasPferd gehet, dem Bauch nähert, da die Stösseund Tritte mir den Füjfen aesährl-ch find.Wenn «mein Pferd der Le-.st wächset, fo brennetihme mit einem gluenden Eisen fünssStrichedadurch eines Stroh-Halmes tief, darnach neh-met ein halb Pfund Honig, anderthalb PfundTe-pentin, vier Loth Galbanum, ein LothWevrauch, ein Loth Mastir, zwey Loth Boh-nen Mehl, anderthalb Pfund Hark; dieseStücke thut in eine» Topss, giesset eu- NöselL f f Eß-g