lüzi Leinewand
wird, noch stecket, (welches, wenn die Leinwandlang ungebleicht^ und ungewaschen liegen sol-le, dieseldige mürb fressen könte), als steckensie diejenige, die selbige roh behalten wollen,vnd keine Gelegenheit zum Bleichen haben, inkaltes Wasser, in welchem sie eine Nacht ste-cken bleibet, hernach wieder heraus genom-men, ausgeklopsset, getrocknet, zusammen ge-jeget, und bis man damit ausdie Bleiche kom-men kan, an behörigem Orte verwahret wird.Die aber die feine rohe Leinwand zu leich-ten Sommer-Kleidern oder ttnterfutter ver-kauften, oder gebrauchen wollen, lassen sieso, wie sie vom Weder kommt, da sie dennnoch das meiste Ansehen und Steissigkeit hat,auch wohl mit einem Grein, Holtz oder Kno-chen geglättet wird, daß sie einen Glantz be-komme. Gebleichte Leinwand, ist diejeni-ge, welche m das Feld ausgeleget, und da-selbst durch darüber her gesprengtes Wasserund die Strahlen der Sonnen an der Luffr ge-hle cher wird, also daß sich hernach jedermannderselben zu seines Leibes NoMurfft und Zie-rat!), eine wohlbesteitte Haushaltung aber zuvielerley Fährnissen an Tafel - uns Bett-Acug,Fenfier-Vorhanpen und anderm Gebrauch be-dienen könne- Was beym Bleichen der Lein-wand zu beobachten, und wie solche zn zeich-n>.n, daß das Merckmadl nicht verfälschet, unddie Leinwand ausgewechselt werden könne, istbehörigen Orts bereits gemeidet worden- Diebreire und schmale Leinwand, empsangtrhrMaas ane der Gewohnh ir eines Landes,underwun auch aus eiiier gewissen ObrigkeitlichenVerordnung, wie lang oder kur«, breit oderschmal, die auf den Kauss verfertigte Lein-wand seyn soll. Haus-Leinwand, heissetman diejenige welche eine sorgfältige und em-sige Haus-Mutter zur Versorgung ihres Hau-ses, >'vn dem selbst eigenhändig, oder von ih-ren M gden oder auch ums Lohn gesponne-nen Garn selbsten weben lässet. Hierbei) hatdieselbe einen dreyfachen Vortheil, daß sie erst-lich mit ihrer Bequemlichkeit sich in Flachs,Garn und Leinwand, nachdem es ihre baareMittel zulassen wollen, anschaffen kan, undnicht aus einmahl vor ein oder mehr GlückenLeinwand, deren sie bedürffliz, eine SummeGeldes pc-rac halten und ausgeben darff.Zum andern: Daß sie verwert ist, wenn än-derst der Meister Leineweber ehrlich und auf-richri^ mit ihr handeln will, daß, wenn sie ihmgut Garn gelieffert, und sein Arbeits-Lohnwohl bezahler, er ihr auch gute und bessere Lein-wand , als »i >n vielmahls vor solchen Preisnicht kauffe» kan, lieffern werde. Und drit-tens, ftkält sie dadurch ihre Töchter und Ge-sinde in Arbeit, ziehet selbige ab vom Müßig-gang, erfüllet die Pflicht einer tugendhifftenSalomonisch.» Haus Mutter, die mir Wolleund Flachs fleißig umgehet, und sammletsich und sonderlich ihren Töchtern einen Ver-rath in die Braut-Kiste, dessen sie sich hernachtreflich zu erfreuen habe». Die Aauff-Lcin-wand, die ncmlich «ufden Kaus gemacht, undöffentlich zu Marctt gedrachk wird, ist man«
Leinewand igz,
cherley, und unter solcher finden sich diebekanntesten: Die Holländische Leinwand,ist die zarteste, dichteste und feinste unter allenEuropäischen Leinwänden, wird mehrenthcilsaus Schlesischcm Garn, und zwar offier-mahls so sein gemacht, daß die Elle auf et-liche Holländische Gulden zu stehen kömmt.Die schönste und feinste Hollindische Leinwandwird in Hartem und Almelo verfertiget, vonDenen Kaufleuten beygamzen Stücken ich,wie sie vom Weber-Stuhl kommt, auswkauffr,und sodenn nach Harlem auf die Bleiche, alswoselbst diebeste in gantz Holland zu finden, ge-than wird. Die Schlesische Leinwand, ve»allerhand Gattunzen, ist nicht nur in dem Mit-ternachtischen Theile von Deutschland sehrbekannt und berühmt, sondern wird auch st ircknach Holland versühret, daselbst zuweilen mitButter-Milch gewalcket, und also zugerich-tet, daß sie vor eine Holländische paßiren km.Die Sächsische Leinewand, deren viel inderOber-Laufttz zu Zittau, Gerlitz, Bautzen,Lauban, Marckließ, Liban, inzleichen zuRoch-liy, Coldiiz, Mitweyde, Geithen, Geringswal-den, Waldheini und andern Orten mehr ge-macht wird, ist fast noch besser und seiner,aber auch theurer, als die Schlesische. Hier-nächst wird auch ihrer Güte, und des starcke»Handels halber, der damit getrieben wird,ziemlich h?ch gehalten die Lüneburg-ZZraun-schweigische; die Xvesrphalesche, sonder-lich die in Bielefeld, Wahrendorss und Her-ford gemacht wird, unter denen sonderlichdiejenige, welche von den zwey erster» Oer-tern kommt, der Holländischen am nächjie»gehet, und sehr gut zu täglichem Gebrauchist, sonderlich die W.hrendörffer, welche sichsehr sauber zu Hemde» tragen läßt, auch wcif-ser und dichter als die Bielefelder ist, alswelche etwas gelblich und losersällt, und da-her» von dencnjenigen am meisten beliebetwird, die gerne etwis geschmeidiges von :ein-wand am Leibe haben wollen; in Oder-Deutschland die St. Galler, die Ulmer, unddie Oesterreicher, sonderlich diejenige, die imLandlein ob der Ens oder in Ober-Oesterreichgemacht wird- Das so genannte Lämmer?Tuch oder Lammcrich, von der Stadt Cam-br.iy oder Camnierich, in den Ssanischen Nie-derlanden, also genannt, ist überaus fein undkostbar, und nur eine Tracht vornehmer undreicher Leute, welche es bezahlen könne».Das meiste Cammcr- Tuch >oll aus Schlesi-sche»! und hernach zu Ryssel oder in Hollandzubereitetem Garn verfertiget werden. An-derer ausländischer Arten LeinwaNd zu ge-schweige». Hiernachst wird auch die Lein-wand unterschieden «n glatte, welche schlecht-hin gewebetu»?'die gemeinste ist, in gcmodel-re, darein allerhand Muster und Figuren gewe-bet sind, und welche vvrnemlichzuTiich undHand-Tüchern, Servietten und dergleichendiener, in gestreiffre, so der Länge nach m»weisten oder gefärbten Streifen durchzogen Ound IN damastene Leinwand, welche nnt ii^lechanb Bildern, Blumen und Laubwttcr
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