Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1629-1630
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iSz? Leine Leinen-Geräts-

Leine, sind lange fest gedrehete Stricklein,weiche von ihrem unterschiedlichen Gebrauchiüre Benennung erhalten haben; also hat manAcker-Leinen, Haupt-Leine», Ober-Lcinen,Unter-Leinen, Wasch-Leinen, Wind -Leinen,Zt.welche behöriger Orten erklärt zu finden. ,

Leinen-Berathe, begreiffet alles dasjenigeLeinene Zeug, so zur menschlichen Bekleidungund sonsten zuni nöthigen Gebraucy in derHaushaltung gehörig ist. Bon Leinen-GerätheM eine Haus-Mutter einen Ziemlichen Vor-rarh anschliffen, damit es desto seltener, und et-wa» des Jahres drey-oder viermahl gewaschenwerden dürffe, weil das offtmahlige Waschennicht allein viel Verdruß, llnnulz und Hinder-«ißananderiiHaus-Arbeiten giebt, sondernauch solch Gewand, ie öffler es gewaschen, umso viel niehr auch abgeschliffen und verderbetwird. Sie hat ferner Sorge zu kragen, daß dasneue leinene Zeug zu rechterZeit ausgcbleichtund nicht verlegen werde, daß der Ort, worinndas leinene Geräthe verwahret wird, von derfrischen Lufft wohl durchstrichen, und dasselbedurch Veylegung wohlriechender Kräuter an-genehm gemachet, auch- alles im brauchbarenStand unterhalten, und iedem in dem Haus,was ihme davon seiner Condition nach gebüh-ret, zu rechter Zeit gegeben werde- Es sollauch eine Haus, Mutter ihr ordentliches In-ventarium halten, in welchem allein und je-den leinenen Gerache, es sey zum Haus- oderLeibes-Gebrauch gehörig, sei» besonderer Ti-tel, Rechnung nnd Rubrie auf zweyen ge-gen einander über stehenden Seiten gegebenwird, also daß man auf der Seire zur lin-ken Hand den Empfang oder gefundenenVorratb, z, T. erstlich der Tisch-Tücheran-führe und gewisse Linien ziehe, in welchender gemeinen und auch der feinen Tisch-Tü-cher Lange und Breite, so viel von iedem vor-handen, eingetragen werde, wobey denn auchfleißig zu^bemercken, wenn solche Tisch- oderTafel - Tucher durch neu - zugemachte, oderzugekaufte vermehret worden, auf der andernSeite hingegen, wird in Ausgabe wieder ab-geschrieben, was von solchen abgenutzet, zer-rissen, verlohren, verschencket, oder sonst zuanderm Gebrauch angewandt worden, woraufwan zu Ende des Jahrs solchen Abgang vondem Empfang abziehet, und alsden» befin-det, ob der noch wirklich vorhandene Vor-rath mallen Stücken und derer Länge, Brei-te und Beschaffenheit nach, mit dem darübergehaltenen Buche oder Inventario übereinkvmme. Beym Waschen des leinenen Ge-ralhes, soll ebenfalls ein accurates Verzeich-mß desjenigen, was in die Wäsche und aufdie Gleiche gegeben wird, gemachet werden,entweder, auf einer hierzu mit Linien unter-zogenen ichwartzen Tafel, welche in gewisseMcher eingetheilet ist, zu deren Anfang dieSorte eines jeden leinenen Zeuges beschrie-be» stehet, oder man verzeichnetesiedesmahlsauf neue in ein hierzu verfertigtes Buch, undbesorget aisdenn, daß dasjenige, was solcherGestalt in die Wasche gethan worden, auch rich-

L ein ewand iSzo

tig und wohl gewaschen und gebleichet, wie-der gebessert werde.

Lcincwand,Leinwat, ist ein aus gesponne-ÜI? ü'lacyS, Werg oder Hanf in einander ge-schtagenes Liewebe, welches im mensekltchetl^eben, wegen seines malMjgsiUtken Gebrauchss» angenehm und niiisiich, als nöthig und un-entoehrllch ist. Der Lemewand qiebc es vor-nemlich, nach der Materie daraus sie verfer-tigt wird, dreyerley-DieHänffen-Leinwand,als die gröbste, wird zu denen Back-Tüchern,in welche die Kauffleute ihre Waaren einzu-Ichlagen pflegen, zu Säcken und dergleichengebraucht; an etlichen Orten, sonderlich woeine gut-Art Hanffs, welche offtmahls demgroben Flachs nicht viel nachgiebet, erzieletwird, bedienet sich -mch das Baner-Dvlck desHanffes, grobe Leinewa.id, die sie in ihrerHaushaltung, gleich sonsten der flächse.-.en ge-brauchen, davon zu machen. Die andereGattung, die das Mitte!zwischen vcr ganghänffmen und dergantz flächsenen hält, wirdHeeden-oderWerg-Leinewand, mgleichettMittel-Leinewand genennet, weil man sol-che aus dem kurtzen Werg, so aus dem Flachsausgehechelt, und Heede genennet wird, zuverfertigen pfleget. M«n machet nicht alleingute Leinwand, sondern auch Trill zu Tisch-und Hand-Tuchern, Servietten und derglei-chen davon, sonderlich wenn eine fleißigeH?ius-Mutter an dergleichen Heede die Müheanwenden, und solches durch eine eiserne, alseine» Kamm gemachte Hechel spinnen lasse«will, daß es einen ebenen Faden bekömmt,und eine bessere Leinwand gieber. Aus derHeede oder dem Werg und dem groben fiäch-senen G.irn, wird auch die Leinwand zu denSeegel-Tuchern verfertiget, und das letzterezum Aufzug oder Scheerung, das Heeden-oder Wergen-Garn aber zum Einschlag ge-nommen, weil das flächsene Garn stärckerist, und wenn der Weber starck zuschlckget,besser aushalten ka». Die dritte Gattungist die Flächsene, oder aus gutem Flachsgesponnene Leinwand; diese wird wiedereingetheiler in grobe und feine, rohe oderungebleichte und gebleichte, ingleichen !NHaus - und Rauff-Leiinvand. Die grobelind feine Leinwand swd leicht von ein-ander zu unterscheiden, daß nemlich jenevon grobem Flachs, von welchem kein feinGarn kan gesponnen werden, diese hinge-gen von gutem und seinem Flachs und Garnverfertiget wird. Roke oder ungebleich-te Leinwand, heisset diejenige, welche an-noch so ist, wie sie von dein Weber - Stuhlkommet, und entweder aus Mangel derBieich'Gelegenhcit, oder Berabsäumung derbesten Bleich-Aeit,oder in anderer Absicht, undzum Gebrauch solcher Dinge, darzu keine ge-bleichte Leinwand nöthig thut, also gelassenwird- Wenn aber in einer rohen Leinwand derso genannte Schm itt/ oder Schlicht, das ist, dieaus Mehl und Fett gekochte Steiffe, wormitdas Leinen aus Sem Weber - Stuhl bestrichen

wird,