1627 Leim-Spindel Leim-Stange
Leimen ist dem Vieh, und sonderlichden Pfer-den schädlich, so sie dergleichen in dem Futter!vhnaefehr bekommen; demnach, wenn einPferd im Stalle von den Wänden oder sonstenLeimen gefressen hat, und dadurch unlustigund mager wird, auch nicht, wie sonsten fres-sen mag, soll man Sade- oder Sage-Baum,Wegwart -Kraut, und dürren oder grünenBeysuß woh! klein unter einander hacken,und ibm unter dem Futter geben, und wennes gefüttert, eS alsdenn reiten und trinckenlassen. Man muß ihme das Futter zwey oderIren Taae bescheidentlich, dabey aber kein Heu,es sey denn zuvor mit Saltz-Wasser genetzetworden, geben.
Leimigter Boden, siehe Erd-Doden-
Leim-Ruthe/ oder
Leim-Spindel, ist eine von schwanckenund geschlachtet! Backen geschnittene Ruthe,welche mit Vsgel-Leim bestrichen, aus dieLeim-Stange eoer.den Feld ^ Baum gesteckt,und also zum Vogelfänge gebrauchet wird.Man muß, nachdem man grosse oder kleineVogel, zu fanaen gedencket, sich auch starckeoder schwache Ruthen zulegen. .Der starckenL-lm-Rlithen, welche drey Viertel oder eineElle lang seyn können, bedienet man sich, da,mit Häher oder Holy-Schreoer, Drosseln,Mistler und dergleichen grosse Vögel zu berü-cken. Die geringern und schwacher« aber, sodie Länge einer halben Elle haben müssen,werden aebraucht. so man kleine Vögel, Finken, Meisen, Zeisige :c. mir solchen zu erhä-schen gedencket. Alle Ruthen müssen einenspitziges Stefft oder zugejxitzten eisernen Drathaben, damit sie füglich in die Leim-Stangeoder den Feldbaum können eingestecket wer-den; wiewobl andere nur Löcher in dieStangen und Bäume bohren, die Ruthen oderSrindeln also kinem kosten, und solcher Ge-stalt keiner Spike nöthig haben.
Leim Stange, ist eine lange und geschlan-ke Stanae, an welcher die LeimRuthei! ein-gestecket werden. Die Aeste samt der Rindsmüssen sauber abgestreift, die also abgeschäl-te Stange aber, damjt der Voael sich davornicht scheue, mit grüner Oel - Farbe angestri-chen, und am Fusse mit einem starcke» eiser-ne» Stäche! versehen seyn, um solche mitleichter Mühe in die Erden zu stecken. Mit!dieser gehet der Weidmann oder Vozel-Stel-!ler in den Wald, und an denen Hecken hinund her; so bald er nun das Gesäng einig!?Vögel vernimmt, nimmt er seine Leim-Ru-then oder Spindeln, aus der Leim-Tasche her-aus, macht solche nach einander auf der Stan-ge fest, und stecket diese an einem gelegenenOrte in die Erde, nicht weit davon aber seineEule oder Käutzlei», zu welchem sicv die Vogel!versammle», wovon diejenigen, so sich aufvie'Leim-Ruthe» setzen, daran kleben bleiben, undalso gefangen werden. Sind der Vsgel vielvsrhanden, so muß er nicht aleich, wenn zweyoder dre» nur denen Leim-Rüthlein herab ge-fallen, solche ven der Erden Mzuheden eilen:
Leim-Tasche Lein i^.z
Denn die übrigen würden bey dessen! ckuna bald das Reißaus geben; doch dat er M! auf alle keine Rechnung zu machen, nienen wi-drigen theils, und da er, bis alle gefangenren, warten wolle, die schon gefangene und„ufdie Erden gefallene, in die Hecken und unterdie Bäume sich retirire», Verdruß venus,,-chen, und also am fernern Fang hierdurch hin-derlich seyn könnten. Diese Art, die Vögelmit denen Leim-Ruthen anfderLeim-SliWezu berücken, ist, weil man damit hurtig w, ei-nem Ort zum andern kommen kan, m M.teil und Weinbergen nützlich zu gebrauch^;zwey andere Arten, welche in und bey dickmWaidern dienen, sind bereits unter denWörtern Feldbau»! und Alctten-Staunebeschrieben worden, worauf man sich Kürtzshalber beziehet.
Leim-Tasche, gehvretmit zum Geralde ei-nes Vogel-SteUers oder W ydmanns, undilieinewohlvermachte lederne Tasche, darmnc»derselbe seine Leim-Ruthen oder Leim-SM-deln traget, ohne sich die,Hcknds oder seineKleidung zu verunreinigen- Sie wird vonstarckem schirarken Leder, nach der Lange derLeim-Ruthen geschnitten, damit dieselbe»oben einer qveren Hand breit heraus gehen.In diese werden die Ruthen, so viel in in de-ren zum Fang nehmen will, gesteckt, der zer-lassene Leim darüber gegossen, die Ruthenin selbigem herum gerühret, und so sie stüenaufgestecket werden, »ach und nach herau»gedreket, nicht aber aerade heraus gezucket,weil sich solchenfalls sonst wenig Vögel lara»fanaen würde».
Lein, ist eben dasjenige, was sonsten iniKFlachsgenennetwird; wiewohl emige darun-ter einen Unterschied machen, und das aus demLein -> Saamen wachsende Kraut eigentlichLern, die aus dem Kraut oder Lein durch dasBrechen und Hecheln gewonnene Z ist'.u ad»allein Flacks heissen. Siehe Flacko.
Lein Laum, istelne Art von Aborii-Bau»me, welche neben denen Iimen- und Eschen-Baume» in grossen und hohen Wälder»wächset, aber nicht so groß, als der Ahorn-Baum wird, such ein kleinkerbiaters Land,einen kleinern Saamen, und eine etwas glat-tere und weisserc Schale als dieser hat. Gei»Hell?ist hattnnd zähe, aber doch leicht, klcin-jahrig und zarter, auch schöner als der Ahom,und lässer sich dahero zu allerley Tischer-Ar-beit wohl gebrauchen. , .
Lein - oder Flachs - Dotter, ist^ cm ZMG>'wach>e des LcineS, so demselben fast gleich!Die Blätter, welche roth und an einem ziem-lichen hohen Stengel, sind vorne spitzig Mhinten breit, die Blume ist grün, dergleich in einem Mohn-Kopffe verschloßtSaame aber gilblicht und füsse am Ge-' schmaek. Sowohl das Kraut als der! me, dienen vor den Brand und allesonderlich ist das Kraut in Wein oesiltc»den hitzigen rothen Augen gar dienlich!erweichet auch Geschwulst und stillet w