?6l? Leber-Moos Leb-Kuchs
bitterlichen Würtz-Geschmack, und ist eintreuliches Mittel in eilen Leber - Lungen-undMiliz-Gebrechen, reiniget die Brust von allemSchleim, kühlet die innerliche Hws ab, und -stgut wider das Abnehmen und schwinden derKinder. Aeusserlich stillst es das Blut i» denenWunden, heilet die Flechten, und zishet die Hi-tze aus entzündeten Schäden. Von diesemKraut wird ein Wasser abgezogen, und ein Sy-rup daraus gemacht, man muß aber bey demletzter» wol;! Acht haben, daß man ihn nichtzu starck, sondern gantz gelmd koche, damiter nicht schleimicht und zähe werde, als wel-ches, weil das Kraut viel schleimichten Safftin sich Hot, sonsten gar leicht zulgeschehsn-pise-set. Dieser Syrup, so man ihn vssters Löf-fel weise einnimmt, reiniget die Brust, stil-let den Husten, curiret die Lungenfncht, undheilet alle Lungemund andere innerliche Ge-schwüre und Schaden.
Leber-lN^os, wird von einigen das erst-beschriebene Brunnen-oder Stein-Leber-Draut genennet.
Leber-Wurst, siehe 1V»rst.
Leb-Rnche, Pfeffer-Tuche, ist ein gebacke-nes aus Mehl und Honig oder Zucker, Citrs-nat, Mandeln:c. verfertiget, und mit aller-hand gutem Gewürtze abgewürget. InDeutschland werden die Nürnbergischen, inPolen die Thornischen und Danlziger, inFranckreich die von Reims und Verdnn, inHolland die von Deventer ze. vor die bestengehalten- In der Küche werden sonderlichdie dicken, so aller Orten vielfältig bereitetwerden, und aus Mehl, Honig und Pfeffer oderauch nur aus Mehl und Honig allein-bestehen,gebrauchet, und an gewisse Brühen aekhan,davon selbige einen angenehmen Geschmackbekommen. Die Nürnbergtschen Leb-Ku-chen oder Mandel-Pfeffer-Kuchen werdenalso gemacht: Man nimmt Honig und Fa-nn-Mehl iedes gleich viel, lässet beydesimiteinander über dem Feuer ein wenig zergehen,mischet Gewürft-Negelein, Ingwer, Pfeffer,Zimmet, Citronat, Citronen-Schalen undeingutTheil abgezogene Mandeln, alles grob-!üich zerstossen und zerschnitten darunter, undzwar iedes nach Belieben, vermischet es wohldurch einander, wircket es mit Weiften - Mehl'zu einem Teig ab, drucket selbigen in For-men, und lässet sie in einem Öfen backen,!überstreichet sie denn mit Honig-Wasser, so,sind sie fertig. Man hat auch wetjse Man- idel-Leb-Rucken, welche aus Mehl, Zucker,?Mandeln und Gewürtze folgender Gestalt ver-zfertiget werden; Man lasset ein Pfund Man-1deln etliche Stunden lang in kaltem Wasser Iliegen, ziehet ihnendieHaut ab, uud trocknet'sie mit einem Tuche, schneidet hieransdieMan-!Deln nach der Qvere, jede in drey Theile, leget iselbige auf Papier, dieses aber aus ein Blech,!und trocknet sie im Back-Oeselein oder in der jRohre ab, daß sie ein wenig bräunlicht wer-!den: Ferner nimmt man ein Pfund schmien >trockenen Jucker, und eben so viel wohlzedvrr-tcs Mehl, schlüget acht kleine Eyer daran, «nd
?ecke r-Bißlein Leder
rühret den Teig wohl ab; wenn denn die Man,deln erkühlet sind, schüttet man sie in den Teigwie auch anderthalb Loth guten Zimmst, Mu-scaten-Nuß, Museaten-Blüth und Cardg»,»-men, iedeö ein halb Loth, und zwar alles grob,lich zerschnitten. Diesen Teig streichet manausOblaten, so groß man sie haben will, deckdaß man ihn auch nicht aar zu dick austrage;leget solche auf Pa?ier,setzet sie aus das Blech,und lässet selbige fein gemach backen. Toi.,te der Teig gleissend werden, daß er fiiesse»wollte, darff man nur ein wenig Mehl dar-unter mischen. Oder: Man nimmt sechsEyer, uud vier Dotter dazu, klopffet sie beyeiner Viertel-Stunde, rühret ein PfundZucker, eben so viel Mehl und abgebräun-te Mandelndarein, wie auch Zimmet, Mu-sealen-Blüthen, Cardamomen und Pfef-fer, nach Belieben, samt einem halben Vier-tel-Pfund Citronat, und zwey Loth Pomeran-zen-Schalen; zerschneidet die Mandeln undSchalen länglicht, mischet alles wohl durcheinander, streichet es aus Oblaten, und lässetsolche denen vorigen gleich backen, Eine ande-re Art die nieisseii Mandel-Leb-Aüchen zubacken, ist auch diese: Rühret zwey aantzsEyer, und von zweyen andern das Weiße,eine gute Stunde; nehmet hernach ein halbPsund genau gewogenen, uud klar gesiebtenZucker, «cht Loth Krafft-oder Stärck-Mehl,und vier Loth schönes Mehl, rühret solchesallgemach unter die Eyer, zusrr aber schnei-det und bräunet ein halb Psmid Mandeln! ein wenig ab, und mischet sie ebenfalls mitallerley Gewürst, als Zmmet, Muscaten-Nuß und CardamoMen, iedes ein Qmütleindarunter; verfertiget sie im übrigen wie be-reits oben gedacht. Oder: Ziehet ein halbPfund Mandeln ab, trocknet sie mit einemTuche, schneidet selbige Viertelweis, lesetsie auf Papier, und bräunet sie in der Roh-re ab: Nehmet ftrner zwölff Lolh schönesMehl, vierzehen Loth Zucker, und von l'unisEyern ds« Weisse, samt zwey bis drey Dot-tern, rühret sie in einer Schüsse! wohl un-ter einander, thut ein halb Loth Museaten-Nuß, eben so viel Zimmet, und ein kleinwenig Anis und Rosen-Wasser dazu, rubretalles nochmahlen wohl durch einander, undthut leslich die abgebräuute Mandeln darzu;streichet diesen Teig auf Oblaten-Blatlein,backet sie wie die vorigen, und behaltet leibi-ge an einem warmen Ort «uf, so bleiben siehübsch rösch, . .
Lecke, siehe Saly-Lecke und SchlaftLecke.
Lecker-Dißlein, Heisset man alle rare, kek-bare und auf besondere schmackhaffte Art zube-reitete Speisen. Davon auch bey Abhandlungeiner ieden insbesondere Erwchnung gesche-hen, weshalben es unnsthig, dieselbe hier zu«sammcn wiederum zu erzählen.Leckriyen-Holy, siehe Suß-Holy- ,Leder, heisset die abgezogene Haut von e -nem grossen wilden oder zahmen Thiere, und m
entweder rohes, und ulZ-ubei eitstes, l^cr ge-