Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1615-1616
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i6is Leber-Balsam 5

«ernürsstigen Thieren psisget man einigetheüs inge-nein zu verspeisen, theils aber alseine besondre Delieatesse anzusehen. Uiber-lhaust ist»»!, denen schern zu mercken, daßdie von den viersüßigen Tdicren hart zu ver-d».ucn, giebt dicke Nahrung, und führetsiä) langsam wieder aus; doch sind die vonjungen und in guter Weide gegangenen Tdierett viel safftiger, zärrer und aiösser, alsdie vom alten und übel aesütterten ViehUm meisten werden heut zu Tage dieLamms-iind Kalbs - Lebern vor andern geachtet, wie-wohl die von dem Schwein, nachdem sieblanchiret, entädert und aehäurelt, auchKemeinigüch in Darme gestossen und Leber-Würste daraus bereitet weiden; der erste-ren Zurichtung aber ist unter dem WortNalbAeisch angeführet worden; die vor. denZiegen und Böcken werden vor kochst schäd-lich geachtet; die Leber derer Vögel ist weitderber, und daher sehr schwer zu verdauen,davon doch die einige Gans--Leber ausge-nommen, als welche, wie, bey dem WortGans erwehnet worden, über die Maassegroß zu machen, und sodenn als eme son-derbare delicate und gesunde Speise ange-sehen wird. Unter denen Tischen kaben dieQvapxen, Welsen und Hechle die aller-schmackhasstigsten Lebern, welche zu denenLeckerbißgen gerechnet werden. Die erstenHaben einen anmuthigen Geschmack; diemittleren sind ziemlich süsse und fast eckel-hafftig; die letzten aber sind die allerbesten.Die Leber-Reime, da nemlich zu ememGchery, vor diesem derjenige, dem die Le-,der eines solchen Fisches vorgeleget ward,ehe er solche essen dursste, einen Reimensagte, der sich auf die Leber schickte, odersie dem nähesten Nachbar überlassen muße , wenn er diesem Schert nicht Genügeleisten konte, ftnd endlich so bekannt undvermehret worden, daß man derersel'.enw«h! etliche Bogen voll zusammen gedruckthaben kau.

Leder-Balsain, ist ein gutes Hei!-undLeber-Kraut, welches zerschnitte!! und rau-he Blätter hat, und an den Gipffeln seinerStenge! und Zweige Gold-gelbe Doldeneder Blumen-Cronen brinaet. SS giebt ei-«en starcken Geruch von sich, und ist Änesdittew Geschmack?. Bey uns wird es indenen Gärten, entweder aus dem SaamenKezeuget, oder durch Zerreißung des Stocks«erwehret; in Italien und in Provence. m-AÜeichen um UnnrpeMer in Lanquedoe wäch-set es wild. Dieses Kraut wird in Leber-Kranckheiten, Schwachheit ^es Magens undvdler Dauung nützlich gebraucht; wenn mansolches nebß denen Bivm^n, oder auch nurZen Saamen mit Fleisch - Brühe abkocht,vder aber über Nacht in weissen Weinbeitzet,,«nd früh Morgens nüchtern d»svn rrmcket,ss wird man die Bauch-Wurme los, und ebendergleichen Wirckung thut auch das aus denBlumen gezogene Oel< wenn es in Baum-gegossen a«fdm Nabel geleget wird.

^er-Blümlein Leber-Gebrechen 1^,6

Leder-Vliimle-n, ist ein wildes Anmer-Kraut, welches runde, vornen etwas zuge- ^spikte Blgtter, kleine eckigre niedrige Slen- ^ael, und auf denen elben ein weisses süi,-ft >i-' lätteriges wohlriechcndes Blümlei» hatEin ieder Stengel hat ein eintzneswelches derselbe gleichs'm durchzuwachs^,scheinet. A-if das Bümlein, so dem Hch-»zn-Fuß nicht unaleich ist, folaet m cmen,länglichren lind spitzig zu wissenden Knoxff,lein ein länglichtes und selb-iorhcS Saa-men - Kvrnleiii. Dieses Kraut wächst xem:an feuchten Orten, wird aber auch, jmsü-derheit die frenide Art mit gefügten, schö-nern und 'giössein Blu/uen, die aus Tra-bant zu uns kommen, in die Lust Gärten ze-pflanl-et, und wider allerlei' Auslande der Wber nützlich gebrauchet. Die frisch geßossc-nen Blätter Pflaster-weise aufgeleget, rei-niaen die Wnnden und stilleii das B!utcn.Der Saamen treibet den Stein, S ind undH.rn, wenn man ikn entweder in Wein oderWasser kocht, und davon trincker, ode? aberdenselben pülverr und mit Wein oder Viereinniinmet,

Leder Flecke, heissen die an den Menschmunter dem äussersten Häutlein sich auSdrei-tende Mahler, welche von ihrer Farbe, die siemit der Leber gemein kaben, diese Benennungbekommen. Sie cntst.hen, wenn das geinei-ne Fließ - Wasser des Menschen, welches wir „den Schweiß nennen, durch die übermäßige j^jVermischung der G.lle also verdicker wird, daß ses xur freyen Ausdünstung »nsähig, und d>>- Z jder» für den äusseren zarten Schweiß kechemsitzen bleibet. Je niedr Galle demnach initerdenr Fließ-Wasser, desto braunere Flecks ent- Mstehen daraus, welche aber auch umso viel ^schwerer zu vertreibe». Wer derselben lesseyn w^U muß deni'iach zuvörderst imicrlichzu verhüten suchen, daß die Galle nichtin solcher Menes sieb unter gedachtesFließ-Wasser mischen könne; nach dicseiil ^lassen sich die alte» Flecke mit in Lanzeober Kalch - Wasser gedämpftem QveWber, k'.wenn sie damit bestrichen werden, endliH s.,vertreiben.

Leder-Gebrechen oder Leber-Rrancr-Heiren, diesen sind insonderheit die Pferde und ^das Rindüieh vnkerwvrffen. Was die M' ^de anbetrifft, so ist es eine gefährliche Sache,wenn die Leber in deneuselben wangelMt ^wird: Man kau aber erkennen, daß «N« APferde die Leber verletzet oder schadhafft ft», Hw- !iii demselben das Maul gar trocken M j/'dürre wird, daß kein Schaum oder FwMAkeil darinnen zu finden; wenn ihm die?»>>»'ge trocken und schwartz wird; wenn es »>>> ! .das Ganffen begierig ist, wenig isset, dem 'aber hart mistet oder zirchet, und ilch ,gerne aufdie rechte Seite leaet, weil die ^ke und schmertzhasst.' Lei er auf der rechte» «Aten lieget; wenn ihm aucb der Athem aus MNasen stincket, und das Weisse im

wird. Einem solchen Werde zu hemei!, mu° ^ -

man ihm die Bug - Ader schkgea, und M - ^