Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1613-1614
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Kat Vir-Äorium führet. Inzwischen MU>!doch auch daß elementarische und mechani-sche Leben nicht zerstöret seyn, sonst M derMensch tedr, obgleich die Seele >hr geiln-sches Leben behält. Sonderlich geschicht le-nes, wenn sich die Säffte des Leibes nicktmehr bewegen, oder wegen Verderbmß ih-rer Gänge und Glieder bewegen können.Weil msn aber an dem Leben eines Men-schen etwas Vollständiges von allen Artendes Lebens antrifft, so heißt auch dassewe«leichsam ausnehmend ein Leben. Ei» Cor-xcr a^er, welcher keines geistlichen Lebensmehr fähig ist, und als ein menschlicherCörper lebet/ ist zwur als ein solcher todt.Indessen bat er dock noch sein körperlichesLeben überhaupt, und alle seine Theile einjedes vor sich, sonderlich das elementari-sche. Ein solches seelisches Lebe« treffen wirauch bei, denen Thieren an, nur daß ihrGeist überhaupt viel unedler und unvollstän-diaer, ja die Seelen der Thiere unter sichselbst in edle, unedle und schlechte unter-schieden sind. Ein nock viel iinvollkomme-nerS, iedoch aller Wahrscheinlichkeit nachebenfalls seelisches Leben finden wir endlichin denen Pflantzen. Daher auch diesen einLeben ziiseeigne't wird. Das ist der eigent-liche und denen Einfältigen auch fußliche Be-' «riff v»m Leben. Sonst aber wird auch in-777? sonderheit einem Dinge, welches ein geisti-'.7.76 sches Leben hat, sonderlich aber eines ver-. - stäüdigen Geistes, ein Leben oder vielmehrder Zustand des Lebens zugeschrieben, wannet auf seine Zwecke und nach seinem, sei-ner Natur gemässen Verlangen wirckeu, undendlich das Veriangete ununterbrochen gemes-sen kan, oder zu gemessen ansängt. ImGegentheil aber wird ihm der Tod, oder ^inZustand deß Todes beygelegt. Im ersten7: Fall ist sich ein verständiger Geist der Ruhe,Zufriedenheit, Lust, Freude und des Wohls,im andern Fall aber der Unruhe, Angst,Qvaal und des Weltstandes bewust. Undso nimmt man das Wort Leben, wenn manvom geistlichen Leben und Tode der See-len, iiigleichen von dem Stande eines seli-ge» und ewigen Lebens oder Todes redet:Nachdem nenilich das geistische Leben derSeelen niemahls stirbet, das Leben der Men-sch.'N aber Krafft der Auferstehung nicht im-mer zerstöret bleibet, wohl aber der ganyeMensch, Klafft des geistlichen Todes, ewigtodt oder geistlich lebendig/ d. i. selig seynkan. Endlich bedeutet auch das WortLeben das fleischigteMeil eines Pferde-Fus-ies, welches mit dem Horn oder Huff un-ten und an denen Seiten umgeben ist.Wenn einem Roß das Leben auf der Krone,«der sonsten wo es wolle, an dem Huffs auS-tritt: Nimm Grünspan ein Loth, Qveck-nlber ein halb Loth, mache solches zur Sal-be, und.streiche es dem Pferde auf; wo aberdas L!eben nicht wieder zurücke will, so nimmpetvdtetes Qvecksilber, reibe es klein, undstreue es darauf, et wird wohl zurücke wei

wen. So du aber stehest, daß viel Eyterunten am Schaden ist, so suche darnach, espfleget gemeiniglich em Eyter-Bein darin-nen zu seyn, das must du mit einem klei-nen Aanglein heraus nehmen, und hernachdiese Salbe brauchen: Nimm Hsnia einhalbes Pfund, Alaun sechs Loth, Gn'nspa«drey Loth, dieses zu einer Salbe oem.acht,und darauf gelcget, bis es heraus heilet.Man muß auch das Pferd mit Einschlage»warten, damit die Hitze nicht hinein kom-me; ist es im Sommer, so nimm darzu Ei-ter-oder Heidernesseln, Saltz, Eßig undEyer, und rühre es durch einander; ist eSaber im Winter, so nimm Sauerteig, Saltz,Eßig und rothen Bolus, und schlag ibm da-mit ein. Das Pferd muß aber allemahl imabnehmenden Monden gar dünne ausgewir-ket werden. We«n sich ein Pferd an ten^Huff tritt, daß das Leben heraus aebet, sonimm ein wenig ungelöschten und klein zer-flossenen Kalch, mache mit dem Meiste» voneinem Ey eine Salbe darans, und leae siealle Tage frisch auf. Man kon auch dasheraus dringende Leben mit einer Salbe, wel-che von einem Loth Grünspan, drey Lothgebrannten Kupffer, und dem Weißen vonsechs Eyem verfertiget wird, wieder zunicketreiben, es muß aber der Huff d«bey mitHorn-Salbe wohl geschmierer werden. Vondem Leben-Schwinden der Pferde kan un-ter dem Wort Aern-Schwinden nachge^schlagen werden.

Leben, wird ebenfalls von denen frische»und gesunden Theilen eines Gewächses, oderBaumes gesaget, zum Unterschied derer anihnen etwan verdorrten oder abgestorbenenTheile, welche, wenn mau dem Baumeoder Gewächse helffen will, bis ans dasLeben, nemlich bis an den Ort, da derStamm oder die Aeste und «weige noch grünund frisch sind , hinweg geschnitten werdenmüssen.

Lebendiger Zaun, siehe Hecke.Lebendiger Sehend, siehe Dlut-?e-hend.

Lebendiges Holy,'wird das Gchlan-vderUnter-Holy deswegen gensnnet, weil es/wenn man es gleich abgehauen, dennoch vomStocke wieder ausschläget, und aufs neuein die Höhe wächset. Solches bestehet einigim Laub-Holy, denn das Tangel-Holtz, wenn et abgehauen, nicht wie-der ausschläget, sondern todt und er-iorben bleibet.

Lebens - Ordnung, siehe Gesundheits-pflege- Wie solche von einem Haus-Va-ter daS Jahr über durch alle Monate anzu-stellen , davon wird in dein zu Ende diesesi.exici befindlichen Land-und Hauswirt-schaffts - Calcnoer, nach denen Küchen-Ver-richtungen die behorige Nachricht zu findenseyn.

Leber, ist ein Theil des Eingeweides, ver-mittelst dessen das Blut gereiniset, und dieGalle diwo» geschieden wird. Bon den nn-<xee -» vermmss