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[1] (1764)
Entstehung
Seite
1577-1578
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i;77 Lactucke

lange gut. Was den Endivien-Lattichoder weisse Sommer-Endivre» anbelangt,so hat Verleide mit dem Kopff- Salat einer-ley Pflantzung und Wartung , nur muß sel-biger sowohl/ als der Roniiiche Lactucke scerdie brauiie Sominer - Endimen, und der Ka-puziner-Salat, welche sich in keine Häupterschliessen, gebunden, und wenn man sie ge-schwind weiß haben will,/ Mit einem ^.opffüberdeckt, und Mist darüber gelittet wer-den. Dein krausen Salat ichneidet mannach und nach die Blatter ab/ und läßt ihmnur das ^erfilein, so treibt er wieder jungefrische Blatter; was man aber ausbmdet,muß etwas mit Erden angehäusst seyn, sowird er eher gelb und mürbe. Alles Auf-hmSen mns< bei, warmen trockenem Wetter aeschehen, und oben über iedes H^iupt ein Blatgebunden werden, damit die Feuchtigkeit vomThau oder das Regen - Wasser nicht in dasHertz dringe, und Anlaß zur Fäulung gebe.Damit der Laetucke nicht zu geschwind inSaamen Messe, muß solches theils durchfleißiges Besprengen mit laulichem Regen-vder Teich - Wasser, sonderlich bey einfallenderHitze und Dürre, theils aber durch Aufle-gung eines Stücks von einem Dach - Ziegelverhindert werden. Ewige lassen den >N!Herbst gesäeten Lactucke über Wu-ter im Fel-de »ehen, und bedecken ihn/ damit er dieKälte wohl ausdamen wöge, mit Nuß - oderEichen - Laub; allein dergleichen Salat istnicht so mürb und zarr zum Essen wie derim Frühling gebaute, sondern erwas härteruno spitziger. Den Saamen muß man samm-le» und ablesen, wenn er halb verblühet hat,alsdenn schneidet man den Stiel ab, oderziehet den Stengel mit samt der Wuryeiaus, und hanget sie alsdenn an ein Geländerauf, daß ne vollends reissen, welches gemei-niglich binnen zshen oder zwslff Tagen ge^schiehet, alsdenn kan man den Saamen mitder Hand ausreiben, fein aussäubern, undalso iede Art absonderlich in einem trockenenund luffcigen Ort verwahren, welchen fallser. wohl vier J.chr gut bleibet. Das Tem-perament der Lartucken ist kalt und feuchte,daher er denen Gallsüchtigen eine gute Erfri-schung giebet, denen kalten und schwachenM»acn hingegen schädlich ist, wo er nicht mitGatten - Kresse, Gold - färben Rittersporn o!erIndianischer Kresse, Schnittlauch und der-gleichen wärmenden Krautern vermenget,und dessen Kälte und Wänerigkeit dadurchgemäßiget wird. Sonsten erfrischet derLactu-cke das Geblüt, kühlet die Leber, benimmtden Durst, vermehret den Säugenden dieMilch, machet guten Appetit und wohl schla-fe!«, daher» auch die Alten ihr Abend - Essenmit dein Salat zu Beförderung des Schlafsbeschlossen huben. Die gemeinste Art, den-lelben zu genießen, vor gesunde Leute ist, daßerrohe,mitEßigundBaum-Oel begossen, undsvar'am gesaltzen werde. Man kan ihn mirhart gesottene» und Viertel-weise zerschnitte-nen Eyern garniren, oder die Eyer klein hacken

Lämmer-Junge Lämmer-Weide 1578

und darüber her streuen. Leute, die sich ger-ne was zu gute thun, pflegen, wenn sie es habe«können, an statt des Eßigs Citronen - Safftoder Wem, und vor Saltz Zucker zunehmen.Verschiedene von denen Laetncken kan nia»auch, insonderheit vor Krancke, in Suppengebrauche»/ oder wie andere Kohl - Kräuterzurichten und abmachen. Wenn der Laetu-cke gar zu häuffig, und mehr als man bedarf,ode? was nicht von sonderbarer schöner Gat-tung ist, in Saamen schiessct, kan man dieStengel, indem lie wollen anheben zu blü-hen, oder noch eher, abschneiden, die Hautdavon abziehen, und den Kern oder dasMarck kochen, und in einer Fleisch - Brühezerreiben, und eine gute Suppe davon machen.Gedachte Stengel pfleget man auch in Fin-gers lange Stücken zu zerschneiden, und anLamms-Hüner - oder anderes zartes Fleischzu thun;^oder dieselben mit Butter, Salkund Gewurtz in ihrer eigenen Brühe noch-mahls aufsieden zu lassen, und also anzurich-ten, oder aber, nachdem sie Scheiben - weisedünn zerschnitten und abgesotten, mit Baum-Oel, Eßig, Pfeffer und Saltz, ka'r, wie eine»Salat abzumachen. Eben diese Stenge! kön-nen auch, wie die Clchoricn - Wurzeln, mitJucker trocken condiret werde». Von denBlättern wird ein Wasser destilliret, wel-ches das wallende Geblüte in hitzigen Kranck-heiten stillet, den Durst isschet, und einensanfften Schlaff bringet. Der Saamen, wel-cher unter die vier kleine kühlende Saamen ge-zählet wird, dienet wider den hitzigen Bauch-und bösen Saamen - Fluß und lindert dasSchneiden des Urins. Der wilde Lactucke,Feld-Lattich.oder Acker-Salar, welchen manan etlichen Orten Schaaf- Mauler nennet,kommet dem Garten - Lactucke fast in allengleich, ausgenommen, daß er einen bittern Ge-schmack hat. Er kan im Arwusto vom Feldeausgehoben, und in die Gärten verpflanizet,auch mit Baum Oel, Eßig und Saltz, als einSulat genossen werden.

Lahn-iei,/ siehe Rlopffen.

Lämmer-Imme oder Lämmer-Rnecht,ist bey einer Schäferey ein mäßiger Jungeoder erwachsener Knecht, so der Lämmer hü-tet. Er aenieffet bey dem Schäfer die Kost,und ist befugt, wenn mit gedachtem Schä-fer aufs Gemenge gedinget worden, zwantzigbis dreyßig Stücke halb trächtig und halbgälte Vieh unter der Heerde für sein eigenzu halten. Wo die Trifft«» sehr bergig sind/werden ibm auch wchl noch etliche Stuckenmehr paßiret.'

Lämmer - Stall, bey grossen Schase-reyen hat man einen besondern Stall für dieLämmer, welcher mit kleinen und niedri-gen Krippen und Rauffen versehen, und imübriaen gleich einem ordentlichen grossenSchaaf- Mall angeleget ist. Siehe Schaaf-Stall.

Lämmer-Veide, hierzu wird ein gutes, mitKlee und andern gesunden und den Lämmernanstaiidigei! Kräutern, bewachsenes StuckeDdd z Wieie-