Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1561-1562
Einzelbild herunterladen
 

k5«i

Kürbis

Kütt

K u ni ni e t

Stucken zerschnitte», die Kerne heraus ge-than, und die äussere Schale herunter ge-schnitten, die Stücken ini Wasser weich ge-kocht, solches davon abgeseigt, dagegen eineFleisch-Brühe daran geaossen, und mit ^ng-ber und Pfeffer wohl abgewürget, oder mituntermengter Senimel und ^vern, gutenRahm und Gewürne in einer Torten-Pfannegebacken, oder mit Zwiebeln in brauner But-ter gebraten; oder mit Fleisch-Bruh,^(.'yern,geriebenen Parmesan-Kas und ^ewurtze ei-ne Suppe davon aemacht, welche mit ei» we-nig in Oel oder Butter gerösteter Petersiliebestreuet wird. Man pfleget auch aus gesot-tenen Kürbissen, mit Butter, Eyern und Pe-tersilie Kloser zu mache». D-e äussersten»arten Schossen an den Kürbis - Stengel»bricht man ab, wo sie am weichsten und zartestensind, brühet sie, lässet dieselben in einemDurchschlag sauber abtropffen und kalt wer-den, und macht sie mir Baum-Oel, Eßig.Saltz,und ein wenig Pfeffer zu einem Salar an;man kan sie auch warm mit einer Fleisch Brü-he, so mit Mmcaten-Blüte, Pfeffer, Ingberund Saltz aewürtzet ist, oder mit Butter, wieeine Spargel-Brühe zurichten- Aus Kur-bissen wird auch folgender Gestalt e>» Brotgebacken: Man nimmt nemUch großbauchich-te runde und wohlreiffe Kürbisse, schneidetsie in viel dünne Schnittlein, nachdem dieauswendige harte Schale vorher» weggeschnit-ten, und auch das inwendige Weiche mitdem Messer sauber abgeschabt worden, wirfftsolche in einen Kessel mit siedendem Ä asser,und lässet sie darinnen kochen, denn wen» sieeine gute Zeit sieden, verlieren sie den gra-sjchte» widrige» und unannehinlichen Geruchund Schmack, und werde» lieblicher undbesser; wenn sie nun zu einem Mus gekochtsind, druckt man sie mit den Händen durchein Sieb, damit die noch etwan uuzerkvch-ten, holtzigten Theile zurücke und abgeson-dert bleiben müssen, darnach mischet man dar-unter das dritte Theil Mehl, und machet Brotdaraus, wie sonst; dieses Brot hat eine guteKrafft zu nähren, und ist so dauerhafft, als im-mer ein Brot seyn mag, iedoch schmeckt es besserund lieblicher, hat auch ein besseres Ansehen,wenn es frisch, als altbacken ist- Zwey beson-dere Nutzbarkeiten sind nicht zu vergessen.Man kan aus Kürbissen bey gelindem Feuerund Umrühren einen schönen süssen Safft sie-de», welcher nicht nur dicke wie ein Snrup,sondern auch endlich gar zu Zucker, welchererst wie Honig-Jucker wird, gesotten werdenkan. Wenn er schon weiß raffiniret und zuenm völlige» Härte gesotten werden konnte,«IS welches noch zu versuchen und zu erfindenist, so wurden wir solcher Gestalt unsern Zu-cker selbst haben, und wenigstens der gemeineMan», an Aat des fremde» Gewächses, da-für ietzo so viel Geld aus Deutschland, indemauch der geringste Bauer Zucker braucht, ge-mhret wird, diesen Kürbis-Zucker brauchenkönnen. Den süsse» Safft brauche» einigeBauern, die es als ein Geheimniß hatte»,

wircklich, um ihre Kuchen und Breye zu ver-sussen, W.mn man nun die Kerne, ehe mansie stecket . vorher in Milch oder nur Wasser,worinne Zucker zerlasse» ist, weichet, so wer-de» sie von Natur desto fusser. Die ander«NulMllett tst diese: Aus denen Kernen,wenn man ihrer eine Menge sammlet, kmman ei» vortrefflich schönes und überaussüsses Mehl mache», welches noch viel besserals das Krafft-Mehl ist, und zu allerhandgebackenes, wie auch zu sehr delicatem Ge-nius gebrauchet werden kan. Ei» Haus-Wirt, welcher nicht immer nur alles bey de-nen alten Lochern bleiben lasset, sondern im-mermehr ^Nachricht von denen Wircknngenseiner Fruchte einzuziehen, und durch Ver-suche zu erhalten trachtet, wird so wohl hier,als bey alle» ander» Dingen, immermehr Nu-tzen entdecken können, bind eben das ist eineHaupt-Regel der Wirtschgfft, daß man im-mer auf Verbesserungen sehen müsse. Hät-ten die Alten solches nicht aethan, woher wü-sten wir ieko schon so vieles? ,'6

steil wir ietzv schon so vieles? Endlich ist auchnoch etwas von den, inedicinischen Nutte» derKurbisse zu gedcncke». Aus dem Sagmen, dereiner von denen vier grossen kühlenden Saa-men ist, wird in denen AMhecken mit Pap-pel - uns Erdbeer - Wasser eine Milch odervielmehr Milch-Wasser gemacht, welches al-le febrilische Hifte löschet, die Nieien-undLenden-Schmeryen stillet, das BrennendesUrinS vertreibet, und den Schlaff befördert.Das von unreiffen Kürbsen destillirte Was-ser, wird entweder äusserlich mit leine» Tüch-lein über hitzige Geschwülsten geschlagen, oderwider die grosse Hitze i» Fiebern innerlichgebraucht, und etliche Loth davon getrun-ken. Durch den Rauch von denen angezün-dete» Kürbissen, können die Mücke» und an-der dergleichen Ungeziefer aus den Gemä-chern vertrieben werden. Die frischen Kürbs-Blätter über die Brüste ge!«get, mache» de-nen Weibern die Milch ve'rseihen. Vondenen Citrullen und Coloqvinkei!, so bey-des Arten von Kürbissen sind, ist be-reits an gehörigem Orte Envehnunz gesche-hen.

Ruthe, siehe Rothe.

Rütt, suche Ritt.

Ri-tt, werden an einigen Orten ein VolckRebhüner genennet.

Rütten, siehe Gvitten.

Ruimnct, Rommct, Rmnmt, ist ein vonzweyen krummen, unten etwas breiten, obenaber schmälern. und denen Ochsen-Hörnerngleich geschweissten Stücke» Holtz (welcbeda-hero Rummet-Hörner genennet werden) zu-sammengesetztes und von dem Sattler mit aus«gestopstemLeder oder Leinwand ausgebundenesPferd-Zeug,welches man denen Zug-^zidAcker-Pferden um den Hals häügt .damit siDveil vor-ne» in denen auf beyden Seiten eines iedenKummets befindliche» eisernen Ringen dieBrust-Ketten, an diesen aber die Halt-oderDeichsel-Ketten, (womit die Pferde an dieDeichsel gespannet werden) befestiget sind, an

teu cn

..,.««- !I

"im

W

HI«e'll'U