Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1559-1560
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,559 Kümmerlinge Kürbis

Kürbis

Rummerlingc, Heisset man an ciiillleii Or-te!! des Reichs, die gar kleinen sogenanntenPfeffer - Gurcken, siehe Gurcken. Sonst aberbedeutet es auch ein im Wachsthum begnfsenes Thier, weiches sehr im Wachsen zurückbleibet.

Run, siehe Richn.

Bim- Baum, Ali» - Föbrcn, suche Föhre.

Rüniglcin, siede «üaninlche».

Aun-Rus, suche Riekn-Rus.

Rürbis, Riirbs, ist eine nüftliche Garten-Frucht, welche so wohl in der Küche, als zurArizney gar nül?Sich zu gebrauchen ist. Siesind sowohl der Gestalt, als ihrer Grosse nach,sehr unterschieden. Die gemeinsten und be-kanntesten bey uns sind: Der grosse piatt - run-de Kürbs mit meisten Blumen; der grosse run-de Kürbis mit gelben Blumen und rauhenBlättern. Der lange oder Trompeten - Kürbs;der Flaschen - Kürbs. weichen m m von ver-schiedener Grösse bat. Ferner giebt eS grosseFranyöslsch- gcmarmorirre, mittclmaßl-ge oder Hollandische runde gemarmorirre.Die grossen langen grünen Franyösischen,Die Nlaryen-Rurl'se, weiche am'wensig vol-ler Puckeln »der W-rlM, inwendig aber Gall-bilter sind. Die von ihrer Gestalt als? ge-nannte kleine Stern - Rürbse. Pomeran-zen - Rürbje; kleine Äirn-Rürdse und an-dere mehr. Ihre Schale ist hart, anfänglichgrün, hernach weiß, gelb oder fleckig. Manpflauket die Kürbs - Kerne im Zunehmen desWsnden im halben April an einem lufitigenOrt, wo sie ein gut Theil Sonne habenkönnen, in ein gutes feuchtes Erdreich, welches mit kurk-r Mist - Erde wohl gedüngetund zugerichtet ist. Wenn man verfaultenMist aus heimlichen Gemachern haben kan,ist ihnen solches sehr vorrräalich, und wer-den die Kürbse weit grösser davon. Der Saa-men oder die Kerne müssen vorher» einenhalben Tag eingeweichet seyn, und nachge-dcnds fleißig begossen werden: Denn dieKürbse haben diese Natur, daß sie keine Feuch-iigkeit zu überflüßig bekommen können. BeyHeissem trockenen Wetter müssen sie alleAbend aus einem Teiche oder Graben wohldegoffe» werden: Denn das kalte Brunnen-Wasser ist ihnen schädlich. Wer sie nicht al-le Tage begiessen will, der sehe nur einen klei-nen Naxff mit Wasser an die Wurkel, legeeinen wollenen Lappen, der vorher» durchausgenekt ist, mit einem Ende darein, mit demandern Ende aber an die Wurtzel, also, daßsich die Feuchtigkeit fein zu derselben ziehenkun, und wenn der Lappen das Wasser her-aus gezogen hat, muß der Napss allemahl wie-der soll gegossen werden. Wenn sie ansan-gen zu wachsen, und ihre Früchte sich sehenlassen, so muß man über zwey der grossennicht an einem Rancken lassen, die andernsoll man alle abnehmen, damit dieselben desto«rosser werden können. So man auch die Ran-ken iwrnen an der Spitze abnimmt und aufhält,werden die Kniffte alle in die Frucht gehen, undd.cftibe desto zrösser werden. Unter die et-

was erwachsenen muß man Ziegel - Steinelegen, solchenfalls werden sie an der blossenErde nicht unförmlich werden, sondern auchdesto besser zeitigen können. Man muß sieauch bisweilen umkehren, damit das unter-ste Theil auch von der Sonne bestrahlet, undauf diese Art gleichsalls reiff werde» möge;jedoch muß man behutsam damit umgehen,daß der Stiel nicht abgehet. Was die klei-nen Kürbse, auch Flaschen-und Stern-Kurbseanbelanget , ais welche gerne an iwrnienSonnen - reichen Orten wollen gepflanztseyn, muß man solche an einem Zaun oderWand an einem Geländer auf-uno in dieHöhe ziehen, weil sie an der Erde n cht s»wohl fortkommen als die grossen. Wenn dieKürbse recht reiff, müssen sie mit dem Slielabgeschnitten, und nicht alsobald in diewarme Stube gebracht, (sonderlich die gros-sen) sondern so lang, bis es ansänget, zu ge-frieren, in einer lufftizen Kammer oder an-dern temperirten Orr, auf trockene Breterjeder besonders hingelegt, oder, wenn sienicht reiff geworden, bey Tage an die Sonnegestellet werden, bis man sie nach und nachverspeiset, da denn der Saame heraus ge-nommen, und vor den Mäusen wohi verwah-ret wird, welcher sich drey Jahr lang hält,ehe er verdirbt- Einen Kürbis grösser, aisandere zu machen, lvll man einen Migenwählen, der einer Faust groß ist , und indemselben, neben dem Stiel einen dreyeckig-ten Spund ausschneideu, ein frisches 6enff-Korn hinein stecken, und den Spund wiederdarauf thun, diese? verwächset mit der Zeit,und das darein verboraene Senff-Korn kom-met auch zum Wachsthum, und treibet oderschwellet den KürbS also aus, daß er seinenatürliche Grösse zum wenigsten doppelt er-langet, doch bleiben dieselbigen nicht so IM,als die ander». Man hält davor, daß dieKerne , die in den Kürbscn in der Höhewachsen, lange und subtile Kürbse, die mder Mitte grode und dicke, und die im Grun-de breite Kürbse hervor bringen. Außerdem aber ist bekannt, daß ihnen ihr natürli-cher Wuchs verändert, und sie, wenn sie imbesten Wachsen, durcd Bindet uns derglei-chen in mancherley Forme gebracht, auch iaderen Schale Figuren nach Gefallen emze-schnitten werden können, diesi.h bey dem völli-gen Wachsthum nach Verlangen darauf M-sentiren. Aus denen grossen, sonderlich denenFlaschen-Kürbsen machet man, wegen ihrerharten und festen Schalen Trinck- Geschirre,oder brauchet sie sonsten, wenn sie groß mmzu Gesässen, allerley darinnen zu verwahr»Wenn man aus der Reise ein Pferd milSMaus Kürbis-Blätter» bestreichet, sollen Mdie Fliegen und Bremen nichts thun können.Die Kürbisse sind wässerig und kuhielwgeben eine schlechte und nicht allzu ge>u»«°Nahrung- Aus denen grossen wird aemem^iich mit Milch ein Mus gekocht; die SteAund andere kleine Kürbisse aber, werden »rLänge nach in etwan zwey qver