i;55 Kühe-Stall
weiß, daß man zur Siede nothia'hat, dadenn das Wasser durch gedachte Röhren vin den Stander,vv. und aus diesem durch einen Schlauch in
ins bey
X, st-heute Siede-Faß läuffet. Also daß maunicht mehr als eine eineige Person zumPlumpen und Eiuschöpfen nöihig hat.V. Bedeuten die aukbeyden Seiten der Plum-pe befindlichen Wasser - Tränck - Tröge vordas Vieh und2. die eingemauerten steinernen Freß - Troge
der Kühe, .
Durchgehends ist zu mercken, daß d-s Kuh-ScällezurWinters-Aeit warm, den Sommerüber kühl, jederzeit trocken, he!! und lusstig,räumlich und sauber seyn, uns daher», wieoben bea den Kühen erwehnec ;nm vssternausgemistet, ben warmen Weiter mit Wasserausgeschwemmer, und damir es bald wiederdarinnen trockne, die Fenster und Thürenoffen, und die Lufft durchgelassen, insonder-heit aber die abscheulichen Spinneweben, oderKancker-Gespinste, welche von vielen aber-gläubischen Haus-Muttern, als eine bey derVieh-Duckt besonders glückliche Sache, mitallem Fleiß geHegel werden, abickchret undausgerottet werden müssen, weilen diese Spin-nen-Hecken dein Vieh zu keiner Gesundheit,dem Futter zu keinem Saly, dem Stall undder Haus-Magd zu keinem Ruhm, und de-nen hinein sehenden zu leiner Anmut?' die-nen. Im Satsburgischen ist der Gebrauch,das; man denen Kühen und Ochsen nicht aus-mistet, man rühre denn den Dünger strausaufdas Feld, wie ssnst insqemein mtt demSchaas Mist zu geschehen pfleget- Sie streuenaber dabey dem Vieh sattsam unter, danutdasselbe aufdiesem linden Lager ein- gute undfanffte Ruhe Habs, welche nech überdies da-mit vermehret wird, daß man denen Kühenund Ochsens wenn sie liege», unter dem Halsund Kopff mit der Streu gleichsam einenPolster unterleget. Das Futter wird ihnenin Kuh-Fassen, ohne Krippen und Rauffenvorgegeben. Und bey dieser Wartunq sollendie Kühe starck, sett und sehr Milchreich wer-den. Man will aber diese Gewohnheit, wasdas seltene Ausmisten anbelangt, andererOrten nicht annehmen, die Fütterung ausden Kuh-Fassem aber ist unter denen Baurensehr gebräuchlich, welche denen Kühen dasBrüh -Futter oder die Siede l--rinnen vorse-hen, das trockene Futter, als Stroh, Heuund Grummet aber, denenselben in Krippen,oder an deren stat in Raussen vorlegen, weilße entweder das Vermögen nicht habet!, stei-nerne oder auch nur aus starckcm Ächeü.-.yoltzgehauene Tröge anzuschaffen, oder aber diedarauf gehenden Unkosten scheuen. Kan einHaus-Vater es so weit bringen, daß er ge-wölbte Küh und andere Vieh-Ställe hat, sowird er nicht nur in Feners-Gesahr, da das los-acmachte und ausgejagte Vieh gerne wiederzurücke in die brennende Ställe läuft, den au-a .'nschelnlichen Nutzen finden, sondern es wird
Kühe-Strick Kühle ,555
auch solches seinen Boden, die er über denM h Stäken hat um ein grosses vorträqlichxrseyn aücrmassen die daraus verwahrt? Fruchtoder Fijtterung von dem Brodem und in dieHöhe steigenden Gestanck nicht dumpfigt undübelriechend wird-
Äübe Srmck, ist ein ohnaesähr drey Eilenlanger Strick, mit einer Schleiffe an den, eine»Ende, dani-t da« andere durchaezogeu »erdenkönne, versehen, womit die Kühe bei, denenBauren, an stat der .Ketten, in denen StNmauiehänaet w " den,
Riidle, Nühl-Schiff, Rükl-Stoe?, ist U»adlang viereckiates Gefaste oder Behältniß,gleich einem seichten Kasten, deren man ainue-^ len Orten, zwey bis drey gleichsam Stuffen-! weise über eiiiander stehen hat, danütman da«Bier, wenn es in den Kessel ober in d^rBr -i pfanne genugsam gesotten hat, darein.heben, und nach Notbdurfft, ehe es in denGahr-Bomch oder Gier Kuffen (wie mansei-iii'.'r Orten nennet) gebracht wird, darin-i lien abkühlen lassen könne. Dieser Kühlenoder Kühl Schiffe werden sonst gemeinialichdrey über einander gerichtet; weil aber nichtin allen Brau-Häusern so viel Play tarz«vorhanden, es wäre denn, daß man ein neues! anlegte, da man sich der Höhe halber schondarnach richten könnte. WM man nun «is-! sen, wie «roß ein jedes ftlckcr Kühle oderKühl-Schiffe senn ssll.muß erstlich die Zahl deri Viertel oder Eimer, die solche halten sollen,und denn die Tiefe des Biers, wie es in derKühle liefet, beitimmet werden. Gcsent nun,man wellte, daß .-in Kü»!-Schiff acht Viertel! Bier Dreßdner Maaß in einer Tiese von neu«: Aollen l/alten solle, so würde dasselbe im Lichten^ sechs und eine Bi«tel-Elle oder zwclfund ei-nen halben Schuh lang, vier und eine halbe El-le oder neun Schuh breit und drey Viertel-Tl-le oder ach tzehen Zoll, alles nach der Leipzi'ttEile gerechnet, liefgenug seyn. Sollte ^-berdiisBier also zu tief liegen, und man wollte es, zuschleuniger Abkühlung nur sechs Zoll kies .ga-ben,und nichtsdestoweniger den Halt der achtViertel heraus bringen, so würde das Äuhl-Schiff im Lichten sieben Ellenlang, sechs El-len breit und funssiehen ?oü tief. , Dene-stait hielten zwey solche Kühl-Schiffe üb«einander ftchzehe» Viertel, und bliebe in ie-dem obenher noch sattsamer Raiuu, welchersodenn noch wohl drey Viertel darüber cunich-men könnte, daß das Bier aleichwohl weit ge-nua unten lieae. Nach Nürnberger M>>>>»hält eine Kühle von zwölff Fuß laug, ne»»Fuß breit, und anderthalb Fuß ties, NM»das Bier neun Zoll Koch drmnen stehet, merund zwanzig Eimer- Soll al er das Bittnur sechs Zoll hoch darinnen stehen, und dieKühle doch von gleichem Gehalt sey»,muß dieselbe im Lichte» neun Elle» °d»achtzehe» Fuß lang und zwölff Fuß »derstMElle» breit, oder aber sechzehn, Fuß 'Wund dreyzehen und einen halben Fuß bremiedes mahle» aber sunffzehe« Zoll tief HMdamit über der Tiese des Biers allezeit no«