Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1553-1554
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r;;z Kühe-Stall

mit bey Reinmachung des Mails/ das Was-ser, als auch sonsten die Kuh-Gauche, durchdie hier und dar unten in den Wanden ge-lassene Locher und Absuchten, ablauffen kön-ne. Oben in der Decke aber werden Locherohngefehr eine halbe Elle ins gevierte einge-schnittcn, über deren iedes ein von Breternebenfalls ins gevierte zus-mmen geschlagener,und an den Fugen wohl verrheerter Suilauch,durch disDach Böden bis an die Kehl oderHahne-Baicken, von dar aber bis über denForst hinaus, von Mauer-Ziegeln, wie eineordentliche Feuer- Mäuer gefuhret wird, da-mit der von dem Vieh, besonders aber zurWmters-?eit, entstehende Brode«:, durchdiese Schlauche, oder sogenannte Modem-Röhren, aieich als der Rauch durch eineFeuer-Mäüer sich hinaus ziehen könne. DasSiede M, worinnen dem Vieh die Siedeoder das Brüh-Futter angemachet wird, sie-het an dem einen Ende des Stalls, und hat,weil ;ur Winters-Zeit durch Cingiessung deswarmen Wassers ein starSer Dampff in demStalle erreget wird, ebenfalls eine Brodem-Rvhre, an welche unten oberhalb des Sie-de-Fasses ein höllzerner Rauch-Fang, in derGestüt, wie »um dergleichen in Küchen zuhaben pßeget, angehänget wird. Weil auch,der Gkde halber, immerzu viel warm Was-sernÜthig ist, und dnrä) Hin-und Herschlep-xung dssse!b!»en viel Zeit, die sonsten zu et-was anders angewendet werden könte, zuge-bracht, und wenn die Mägde das Wasser indie Pfanne'.'nd ans derselben in den Stalltragen, vieles davon ^'.rch ihre Unvorsichtig-keit umiüklich verxlenkschert und versudeltwird, als ist man auf ein Mittel bedacht ge-wesen, diese Unbeqvemlichkeil abzustellen,und das Wasser pur und allein durch einePerson in die Pfanne, und aus derselben,wenn es heiß worden, in das Siede-Faß zubringen. Wie solches ins Werck zu stellen,und auch sonst über das ein vollkommenerRuh-Stall nach aller Bequemlichkeit anzule-gen, zeiget der l^d. v befindliche Grund-Riß von einem auf viernig Stücke Melek--heeingerichteten gedoppelten Küh-Stall, nebstdem sogenannten Vieh - Haus, Hofmeister»?und Gesinde-Stube, ingleichen der Grase-Kammer; wvrzu folgende Erläuterung dien-lich seyn wird:

Ist des Hofmeisters und Gesinde-Stube.«. Ist des Hofmeisters, oder wo dergleichenbeym Gute nicht vorhanden, derKäse-Mut-ter Schlaf- Kammer.

Isr die Küche, darinnen vors Gesinde geko-chet, und das Wasser vor das Vieh in derPfannewarm gemachet wird.

Ist die Speise-Kammer, in welche man sogleich aus der Küche kommen kan.k" Ist der vertiefte Milch-Keller, über wel-chem eine Milch^Kammer, darinnen die-se-Banck oder Qvarck-Kvrb nebst dem Mol-ken-Faß und andern, Milch - Gerärhe; indiese beyden Gemache kommt man gleich«us der Gesinde-Stube.

Kuh e - Stall i;>4

r. Ist das Vorhaus.

Ist die Treppe in das obere Theil des Ge-bäudes.

tt. Ist die Mägde-Schlaf-Kammer,i. aus welcher bey i ein mit einem eisernenGitter verwehrtes Fenster in den Kühe-Stall gehet, damit die Mägde desto leichterhören können, wenn bey Nacht-Zeit einGucke Vieh sich los macht, oder eine Kuhkalben will, oder sonsten etwas darinnenxaß-ret.

!<- Sind die beyden Thüren, welche aus demVerhaus und der Grase-Kammer in denKuh-Stall gehen,l- Ist derKuh-M«llaufviertzig StückeMelck-

Vieh. ^

.VI. Sind drey Thuren, so aus dem Kühe-Stallin den Vieh-Hosgehen, durch welche dasVieh aus-und eingetrieben, und der Mistdurch die Mägde aus dem Stall auf die Misi-stäte geschaffet wird.

N. Ist die Grase-Kammer, darinnen derStampff-Trog, in welchem Kraut, Rüben,Mohren und dergleichen vordasMelck-undMast - auch wenn dessen genug vorhanden,vor das Gälte Vieh mit der Kraut-Stampfeklein gemachet und zerstampffet wird, nebstdenen Treber-Kufen seinen Viai; hat.c>. Ist eine Beykammer, darein Rüben,Kraut, Mohren, und anderes, vor das Vieh,verschlossen werden kan, damit nicht ieder-man darüber iauffen und davon wegneh-me!! möge.

l>. Ist eine Pumpe oder Plumpe, welche ausbeyde» Seiten und vorn heraus beydrey Schläuche oder eingezapffre höMerneRohren hat, durch welche das Wasser herauslaufft: Wenn man aus einem son diesendreyen Schläuchen Wasser haben will, ssmüssen jederzeit zween davon »erstopfft wer-den, Will man aber die im Ofen der Gesin-de-Stube eingemauerte Mume voll Wasserhaben, so muß man erstlich die drey Schläu-che an der Pumpe mit ihren Stöpseln genaugenug verstopffen, hernach immer darauflos pumpen, da denn das Wasser ans demStänder der Pumpe in die darein gezapsste,und mit

!5- bezeichnete Röhren, ss unter der Erde lie-gen, uud durch das Vor-Haus 5 bis an denin der Küche e bey.

8- bestndiichen und hart an der Pfanne auf dieRödren aufgesetzten Ständer, aus diesemaber, vermittelst eines kurzen Schlauches ingedachte Pfanne läussetl'. Ist eine stehende Röhre oder Ständer ohneSchlauch, welcher kaum zwey oder drey qverFinger weil von dem Ständer 8. auf denen,mit

v. bemerckten, nach und in den Kuh-Stall ge-henden Röhren, eingezapfft ist. Auf diesenStänder r wird ein höltzerner Trichter, wieman in denen Brauhäusern und Kellern zumBierfüllen brauchet, gestccket, und von einerMagd so v>el warmes Wasser aus derPfan-ne mit einer Geile emgeschi?ffet, als ma«Eee z wsiß.