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[1] (1764)
Entstehung
Seite
1541-1542
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,?4l Küchen-Gewächse

>1 ch en-G e w ächse

?z,i der andern Art aehören Cichorien, Erd-Zlepffel, Erd-Artischocken, Erd-Eicheln oderErd-Nüsse, Erd Birn, Haber-Wur» , Knob-lauch, Lauch, Meer-Rettig, Mohren oderMchrrüben, Pastinae, Petörlilien-Wuttzel,Madiese und Rettiche, Rüben, Rothe Runen,Sieck Rüben, Rüben-Kerbel, Rüben-Rapun-zel, Schalotten, Seortzonera, Selerie, Tar-tuffeln, Zucker-Wurtzein, Zwiebein. Unterdie dritte Art werden gerechnet: Artischo-cken, B?hnen von verschiedener Art, Citronen,Citrullen, Coriander, Zucker-Erbsen, Garten-Erdbeeren, Garten-Linsen, Gureken, Küm-mel, Kürbse, Limomc», Lorbeeren, Melonen,Pomekantze», Wachholder-Beere, Garten-Sehwäwme, Genfs, TürckischerWeiyen. Die-jenigen Gewächse, welche unter sich in die Er-de wachsen und starcke Wurkel» gewinnensollen, als Rettiche, Rüben, Pastinac, Peter-silie und dergleichen, sollen um das neue Lichtgesäet, oder gepflanftet werden: denn alsdannwachsen sie sein lustig, werden auch viel schö-ner und glatter, als sonst zur andern Zeit,sonderlich wen» der Boden fein liess umge-graben und wohl gebauet wird; was aberDer sich treibet, oder ausserhalb der Erdenin Krank, Stengel und Frucht wachsen soll,als Kohl, Kraur, Erbsen und dergleichen,muß im wachsenden, oder um den Vollmondgesäet oder geseket werde», weil esalsdemivie!besser ausschiesiet und zunimmct, als wenn eszu contrairer Zeit geschehen wäre. Eine glei-che Meinung hat es mit denen Küchen-Ge-wächsen, die Saamen oder Frucht tragen sol-len, denn ihnen der wachsende und Vollmondviel besser bekommet, als das Widerssiel, soman anders den Saainen und die Frucht voll-kommen haben will. Hergezen ist allen an-dern Küchen-Gewächsen, von denen man nichtbegehrt, daß sie in Saamen schiessen sollen,solche Beschaffenheit des Monds sehr zuwi-der, sondern es beliebet ihnen vielmehr derneue und abnehmende Mond, weil sie in sol-cher Zeit vielweniger in Saamen schiessen,als sonst. Mit der Aussaat der Küchen-Ge-Mchse hat es einegar viel andere Meinung alsmtt dem Aussäen des Getraides; denn insge-mein wird nur so viel als man mir den Fin-gern Men^kan, und auch wohl zum öffterndreyerleySaamen unter einander gesäet. Weilaber der Gaame vieler, ja der mehrsten Küchen-Gewächse sehr zart und klein ist, als will er auchumso x,el desto gleicher eingesäet werden, da-«tter sich nichtalljusehr unter die Erd Schol-ttn v^atte. Für allen Dingen aber soll dersaamen, welchen man säen will, wohl zeitm,vu!lom»,en und schwer, auch dick und schön.Mbe seyn: Er soll auch, da er gebrochenwtt^, welsseii Kern oder Mehl, aber gar keinen>^ta!;^ geben: Denn derGtanbvomgebroche-'"/^immen zeiget an- daß er verdorben und.."'7'"u^e ley. ES soll auch fein Saame vonoem ^Zerrätze vderdeucn gewöhnlichen Küchen-uewach>en,leicht über ein Jahr M seyn, ausserv»Peterülien-Saame», welcher ieallerer ist,'edlerer auch zum Aussäe» ist. Aller «aa-

men geräth iedes mahl besser, wenn er ben tem-perirter oder mittelmäsig warmer Zeit, als beyfrostiger, oder allzu hikiger und dürrer Wit«terung gesäet wird. Wenn der Saamen auf-gegangen, und man findet nöthig, daß einigevon denen zarten Kuchen-Gewächsen, bey kal-ten Nächten etwas zu bedecken, so soll die Be-deckung nicht ohnmittelbarer Weise auf'disGewächse geschehen, sondern man soll Reißigoder rein Stroh dazwischen legen, damit anihnen nichts verleset werde. DerzleicheiiSorg-falt soll man auch zur Winters-Zeit bey demEinmschen und Verdecken tragen: Sintemahldie Gewächse leicht vcriaulen, wenn den aan-zen Winter über Mist darauf liegt. Was znAnsang des Frühlings aufgedecket wird, sollnicht so fort gani; bloß gelassen, sondern desNachts wieder bedecket werde», wie auch,wenn es die Nothdurfft erfordert, zuweilen «mTage. Die Küche» Gewächse wolle» inson-derheit gar reine gehalten, und von allem Un-kraut gesäubert semi: Denn so das Unkraut diePfianxe» überwächset, so hindert es allen An-wachs derselben, dahero man solches unter demordentlichen und angesäeten Frucht-Wachs,des Jahres etliche mahl, nemlich so offt es dieNothdurfft erfordert, und zu rechter Zeit gantzrein ausjäten muß. Weil auch manche Ge-wächse zu dicke hervor wachsen, soll gleichfallsimmerzu daS geringste, daran nicht viel aeleaenist, ebenfalls ausgeraussr werden, damit die än-dern guten Gewächse Raum bekomme», unvdavor besser gedeyen können. Das Begiessensoll nicht mit kalten: Bru»nen»Wasser, sondernmit laulichtem und ein paar Tage an derSonnegestandenem, mit etwas Küh> oder Schaf-Mistvermengtem Wasser gesch ken; das Regen-Wasser, wen» es vermittelst bequemer Dach-Rinnen gesammlet werden kan, ist das beste,undhatdiekrässtigste Wircruna, den Pflcmyen Ge-deihen und fruchtbares Zunehmen mir.itthei-len. Die Küchen-Gewächse sollen endlich auchzu rechter Zeit eingesamnilet, und behörig ver-wahret werden, insonderheit aber sind alle die-jenige» Wursteln und Krauter, welche entwederden ganzen Winter durch,oder auch bis über dieHelfte dessclbigeii erhalten und nach und nachverspeiset werden können, als Cappes-Kraut,Kohl, Rüben, Mohre», Rettiche, rothe Rüben,Steck-Rüben, Spinat, Blumenkohl, Arti-schocken, (wiewohl diese besser im Felde zuge-deckt verbleiben), Endivien.Cichorien,Cardo-»en:e. zu Ende des Oktobers oder Ansangdes Novembers,später oder früher, nachdem dieJahrs-Witterung ist, bey schönem Sciinen-schein, trockener Zeit, und wanns Windstill ist,ausden Gärten auszui!ehm«n,und in denKelleroder dem Einseh- Gewölbe dehcrig.iu verwah-ren, von denen zum Verspei eu gehörenden Ge-wächsen dasjenige, was am wenigsten bleibt,und etwan die geringste Anzeigung einer Fäu-lung giebt, am ersten heraus zu nehme», unddas bauerhastigste aus d>e lelttezu spare»! waSaber im künftigen Frühling zum Saamen ge-ordnet ist, zur Zeit, wenn die Nachtfröste auf-hören, in ein wohl zugerichtetes Land, wo dieCec -