Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1539-1540
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Küchen - GerZthe

Küchen - Gewächse

deutliche und geziemende Stelle, die ihm ambesten anständig, gebe und zueigne, auch derge-stalt alles wohl abwarte, damit man einlän-dische und andere Kräuter zeitlicher bekomme,mithin, well sie noch rar und seltsam, auch destomehr daraus lösen könne. Die Gestalt undForm des Küchen-Gartens belangend, so mußman sich solcher halben vvruemUch nach derGe-leaenheit, oder derGestalt des Ortes richten;gemeinialich aber macht man ihn langer alsbreit: als», daß die Breite vhngesehr um dieHelffte von der Länge übertreffen wird. DieAbtheilung dieses Gartens darf bey weitemnicht so künstlich seyn, wie ein Blumen-Gar-ten, sondern geschieht schlechter in länali.chtenBeeten, deren weilig oder viel nach Gelegen-heit des Raumes, und der Grösse des Gartensangerichtet werden: Die Breite der Beeteaber ist insgemein nicht über zwo Ellen: Da-mit man im Jäten mit der Hand von beydenSeiten beqvemausdie Mitte derselben reichenmöge. Wo der Platz groß, d? kan man einenbreiten Creutz-Gang in der Mitten zum Spa-zierengehen machen. Die kleineren Steigeaber zwischen den Beeten bleiben schmal, tt-tvan anderthalben Schuh breit, oder wie essonsten einem jeglichen gefallen mag. DenGrund und Boden betreffend, seist bekannt,daß ein schwartzer Grund, der nicht leimicht,kreidigt, steinigt, noch naß ist, der beste, und al-lem demienigeii, so darein gesäetodergepflan-zet werden maa, sehr anständig und angenekmsey. Weil aber ein Garten, wie gut und träch-tia er immer seyn mag, mit der Zeit endlich anKräfften abnimmt und träge wird: also ^mußihm auch, da es vonnöthen, mit Beschüttenwieder geholfen werden, als wordurch dasErdreich wieder erfrischet, und gleichsam ei-ne neue Kraffc ihm einverleibet wird, so daßes nachmahls desto reicher seine Früchte brin-get, deren man sonst in Unterkleidung diesesentbehren muß. Wo im Küchen-Garten nas-ser Grund, müssen die Beete etwas hoherangeschüttet; und hingegen, wo er trocken, de-sto tieffer seyn, doch also, daß ihnen jederzeitdie rechte Proportion oder Ebenmaaß verblei-be. So kan auch dem unfruchtbaren Erdreich,so dasselbe gar zu leimicht oder zu sandigt wä-re, mit Untermischung eines andern und bes-sern Grundes aufgeholffen werden. Was aus-ser diesem das gantze Jahr über durch alleMonate für Verrichtungen in dem Köchsn-Garten vorfallen, davon ist in dem zu Endedieses I^e»!ci annectirten Land- und Haus-Wirtschaffts-Calender die behörige Nach-richt zu finden.

Rüchen Gärtner, siehe Gärtner.

Rüchen G.''-ätl)e oder Rüchen-Geschirr,begreifft alle diejenige Geräthschafft, so mantheils zum täglichen Gebrauch, theils auch nurzu gewissen Fällen,iedoch allezeit in der Küche,oder nahe bey derselben in Bereitschafft habensoll. Es ist dergleichen aus verschiedener Ma-terie verferriact,Uttd bestehet theils aus Zinn,theils aus Eisen, Kuvffer, Meßinz, Porcellain,oder auch schlechtemThvn, theils ans Holtz, de-

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ren Benennung folgende: Als da flnd^is...ley Schüsseln, grosse und kleine, tiefe und Aacb?Schalen und Näpffe, nebst den Schüsse, Ran-gen, Aßietttn,Commeiiden, Teller, sowohl

meine mit Rändern und ohne Ränder, alsWärm Teller, Braten-Teller, mancherley Be-cken, Pasteten-Bleche, Kessel, Kannen,Kr^'Flaschen,Leuchter mit ihrem Zugehör, Lan,«/Sal^Fässer, Butter-Büchsen, E?er-tzM-gen.Mörser, grosse und kleine mit Zugeh« ver-schiedene Brat - und Kohl-Pfannen, WGx.Kannen und Behältnisse, einige SortimenteKoch-Töpfe, Tiegel, Reib-Asche, Cassmle,nebst zugehörigen Deckeln und Stürtzcn, Tor-ten-Pfannen, Schartlein zu kleinen Pastetenund allerley Backwerck, Salat-und MmSieblein, Durchschläge, Trichter, Eßig- undBaum-Oel-Sländer, Würtz-Buchsen, M-tenwmder und Sxiesse, grosse und kleine, ge-meine und aufgebogene Stürtzen zum N-bräunen, Röste, Brat - Böcke, Brat-SMvon Eisen oder Holtz, allerley Löffel, als W.-richteB'.ck-Lvffel, ti.ffe löcherichte Feini Wfel, RuhrLöffel, Trieff Löffel, u. s. f. Qsirl«,Fisch-Reissen, Hacke - und Wiegen-Mchl,Fleisch-Beilgen, Bratwurst-Iänglein, Salsl-Hvbel,Hacke-Brctund Teller, »ebst zugehöri-gen Gestelle, Butter-Stecher, Spick-Natel»,groß und klein, Licht-Knechte, Feuer Aame»,Feuer-Haacken, Psannei.-Knechte, Dreyfüste,Kcssel-Haacken, Blasebalg und Feuer«WM,Ofen-Gabel», Ofen-Schauffeln, Feuer-ZeWGlas-Räumer uud Krug-Bürsten, Fleisch- ichFisch-Breter, tieffe hölzerne Schüsseln, ?)>lil-den, Back-Troa, Spüüg-Gesaß, Kehrig M,Ofen-Rohr, allerley grosse und kleme Mge»oder Zubers zu Saltz, Mehl, Grütze, Tm-pen und mancherley trockene Früchte imin-nen zu verwahren, und was dergleichen mehr.Siehe noch mehr in dem Haushaltu-iMt--

Dznoimens.

Rüchen-Gewächse, sind dreyerley Ge-schlecht und Arten,als blätterichte,wuryeln-deund Früchr-bringendc, oder wie man sissonsten eintheilt, Rüchen-Rräuter, Düchm-N?urys!>!, und Rüchen Früchte, welche so-wohl roh, als gekocht, und dieses theilsgw»oder frisch, theils aber getrocknet zu Vorrich-ten, Berichten und Nachrichten in der SrPgebraucht werden. Zu der ersten ArtgcMn:Basilien, Borragen öder Burretsch, CardcM,Dill, Dragun Endivien, Fenchel, Grevlniieroder Krähen-Fuß, Kerbel, einheimijcher MSpanischer, allerhand Arten von Kohl/ABlumen Kohl, Wersich- oder Saoontt Kw'Rüben Kohl oder Canlirabi, (Kch!-ÄM>Winter- und Sommer-Kopf -Koh! oüer LWpes-Kraut, Braun - und Krauser-KrhI:^schiedene Sorten Garten-Kresse, elsk»mer-Kresse, Winter-Kresse, gefüllte WiiMKresse, Indianische Kresse; verschiedenesten Laetucke, Löffel-Kraut, Melden , Püll 'silien, breit Pfeffer Kraut, Pinivmelle, ^Blbinell, Porculae oder Buryel-Kraüt, ^puntzel, Ruckette, Saturey, EauerampWSaucr-Klee, Spargel, Spinat, Stcnibreo)^