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[1] (1764)
Entstehung
Seite
1537-1538
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i5Z7 Küche Kuchen-Bediente

Küchen - Garten

teKndlicheFrucht-Kubcl, welche vor Wintersin die Gewächs-und G!as-Hauser zu bringen,nicht allein beqvem fortzuschaffen, londern es istauch eine Menge in dem Beschläge darbey zumachen, zu geschweige», daß die Kübel »elbstincbr conserviret werden, weil die gewöhnli-chen an den Seiten festgemachten Rincken da-selbst aeriie auszubrechen pflegen, indem dieTaube» an diesem Orte von der Nasse eherschadhafft werden.

Rüche, Heisset dasjenige Theil eines Gebäu-des, wo gekochrund gebraren wird, oder das,e-iiigeGemach.woriüneii die Speifen zu- und an-gerichtet werden. DieserOrt muß allerdingsnach der Grösse der Haushaltung, und zum Ge-brauch des darinnen nöthigen Ausgangs ange-leget -ino abgetheilet sey», Eine andere Lageund Beschaffenheit erfordern die grossen Hoff-Uiid zum Theil adelichcn Rüchen, vor denengemeinen bürgerlichen, auch unter diesen istnach denen Umstanden ei» mercklicher Unter-scheid zu machen: Ein anders sind die Gar-Aüchen und Feld-Rüchen; ein anders dieprunck- oder j?uy-Rüchen. Au einer brauch-baren, welche überall Feuerfeste und wohl ver-wahret seyn soll, geHörer überhaupt zuvorderstein geschickter Herd oder Koch-Ofen (davonsiehe dieses Wort). Der erste dars über dritt-halbenFuß nicht hoch seyn, und soll entwederganz frey stehen (damit man rings herum gehenkönne) oder doch nicht mehr als mit einer SeiteandieWandstossen; über dieses aber ist nöthig,daß sie nicht finster sey, sondern sowohl derHerd,als der Amlcht-Tisch sei» gehöriges Lichthabe. Daß der Rauch Fang und die Feuer-Mauer den Rauch starekgenug an sich ziehen,damit es in der Küche nicht rauche; welchesletzte um so viel eher zu verhindern, wennman nicht übechüßige Oeffnungen, und son-derlich nicht zwey Thüren, die einen grossenZua haben können, darinnen verstattet. Zugehöriger Bequemlichkeit wird serner erfor-dert, daß Köthen oder Schränckeund Regaledarinnen sey», damitdas Küchen-Geschirre mgehönger Ordnung gehalten werde, und daßem Speise-Gewölbe oder eine Kammer, womöglich, gleich an der Küche, oder doch nichtivettdavon angeleget sey, damit man aus die-m gejchwind in jene kommen könne. In derKüche soll alles reinlich und sauber zugehen,dieKiichcn-Geschirreallezeit, nachdem sie ge-braucht worden, gesäubert, gescheuert, gespü-let, und die Speisen, damit man sie ohneGrauen und Eckel mit Lust gemessen könne,sauder bereitet werden. Zu welchem Ende«uchdie Speise-Kammer, das Speise-Gewöl-be »nd der Keiler, nebst allem, was daraus indie Küche mid auf den Tisch gehöret, rein ge-Wle» und verwahret werde» soll.

Luche»-zzedienre, werden bey einer Hoff-diejenigün geneniiet, die unter daö^kss-.^iichen-Amt gehören,welches aber iedes-iiahi nach der Grösse des Hofes eingerichtet;^Netzendieselbigei! hierin der Ordnung, wie>>e bey einem ansehnliche» Fürstlichen HoseUicvnom. !

auf einander folgen, und sämtlich von demHof - Warschaus - Amte dependiren: Als dasind der Küchen-Meister, Küchen-Schreiber,Speise Meister, Gegen-Schreiber, der Mund-Koch, der Ritter-Koch und Unter-Koch, derKüchen-Junge, Holk-Träger, Küchen-Mäg-de und Spülerinne» oder dergleichen Aufwar-ter.

Rüchen-Garten, Rrälze-Garten, Draut-Garten, ist ein Garten, darinnen alles dasjeni-ge, was an Kräutern, Wurizeln und Früchtenin die Haushaltung dienet, gebauet wird. DieGelegenheit eines Küchen- Gartens soll also be-schaffen seyn, daß die Sonne an ihren Strah-len und Wirckungen weder von Gebäudennoch Bäumen, so weit als möglich und nö-thig, nicht aufgehalten noch verhindert werde;er soll sowohl der fleißigenAdwart- und Verpfle-gung, als nothwendigen Aufsicht halber,gleich hinter der Wohnung vder Hoff-Raithdes Haus-Vaters, und wo möglich, geze»Mittag gelegen sey», damit die kalten, rauheilund scharffen Winde, weiche von denen Mit-ternachtwärts gerichteten Gebäuden mercklichaufgehaiten werde», denen zeitlich Herfür kom-menden Gewächsen desto weniger Schade»zufügen mögen. Gedachte Gebäude verursa-chen auch solchenfalls eine kräfftize iiev-lb--rarion der Sonnen-Strahlen, als welche der-gleichen Gewächsen nicht wenig z» statte»kömmt. Ist auch der Platz ein wenig gegender Sonnen abhängig, daß die Regen-undGe-witter-Waffer desto besser abiauffen wögen, soist es dem Erdreich und denen Gewächsen umso viel dienlicher und erspießlicher. Vo»der Grösse des Gartens kan nichts eigentlichdeterminiret werden, nachdem ein Hans-Va-ter viel oder wenig Platz dazu hat, nachdem dieGarten-Gewächse an den Mann können ge-bracht werden oder nicht, und nachdem er ftlb-sten viel oder wenig in seine Haushaltung be-darff; diesemnach kan er auch nach Gefalle»den Küchen-Garten groß, klein oder mittel-mäßig machen, iedoch auch dabey ein vernünff-tiges Absehen auf den Dünger haben, ob erdamit bestehen könne, und seine Felder, Wie-sen und Weinberge, in Ermangelung desselben,nicht ins Abnehmen gerathen möchten: den»es ist gewiß, daß ein Haus-Vater unter alle»seinen Feldern keinen so kleinen Platz hat, da-von er so viel Lust und Nutzen zu gewarten, alsvon einem fruchtbaren Garten; alleine es istauch dieses gewiß, daß kein f» engerRaum unterallen Feldern so gar viel Misthund so guteWartung erfordert,als eben derKüchenGarten,welchen er nie darf in VerMrache liegen lasse»,wie die Korn-Felder, der aber auch nie so offtmisratbet, wie der Wein-Wachs, wenn er nurMitfleißigerHand, wie sicks gebühret, traeri-ret und gepfleget wird. Den Nutzen betref-fend, so wirfft ein wohl anaclegter, auchbehv-rig ein - und zugerichteter Küchen-Garten nachseiner Weile mehr ab, als einige andere Gär-ten; alleine es ist hicrbey nvthig, daß mansich desselben recht und nützlich gebrauche,uns einem ieden Garte» - Gewächse seine er-C « c dentltchc