Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1303-1304
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izoH Iltis-Garn Immen-Kraut

Wuryeln grosser Baume oder unter zusam-men gefallenem Holtze, auch obgedachter Mas-sen in Feldern, und wo Born-Hecken sind,wehret sich scharff gegen die Hunde mit Bess-sen, und spritzet ihnen den Harn ins Gesicht;er lieget auch gerne an den kleinen Bächenund Wassern , so wohl wegen der Mäuse/denen er da aufwartet, -als auch der Fischehalber, die er gerne frißt/ denn er scheuetkein kleines Wasser, fanger auch gerne Frö-sche; die in den Dorffern wohnen, liefen ger-ne ui den Scheunen, lauffen aber nicht aufden Dächern, wie die Stein-Marder/ son-dern nur auf der Erde in den Schennen undin den Gärte»/ wo etwan Reiser oder Stan-ken liegen, welche sie durchsuchen; sie sauf-fen den Hünerii die Eyer aus, wie die Mar-der, und können solche durch ein klein Lochmir der Zungen rein auslecken, davon sie dieSchalen' liegen lassen; theils verschleppencmch die> Eyer. Wenn sie in ein Tauben-oder Hüner Haus kommen, würgen sie alles/was sie finden, beisseu denen Hünern undTauben die Köpffe ad / saugen ihnen abermir das Blut aus, denen junge» wildenLyieren und Geflügel thun sie auch grossen^ chaden. Ihre Brunffr geschiehet ini Fe-bruars, zu welcher Zeit sie des Nachts vielVeiffens und Schreyens haben. Sie tragenneun Wochen, und haben im April Junge,weiche man leichtlich ihres Gestaucks halberfinden kan- «sie werden mir einem Ey inböltzeruen Fallen bekommen, oder aus der^ rd'e gegraben, oder mit Garnen gefangen.Der Balg, wenn er zugerichtet, giebt das aller-pcmeinste und schlechteste Raüchwcrck, so zuMützen, Schleppen und ander»! Gebrame, <a«uch zuweilen zu Müssen vor das Bauren-ZLolck uHraucher wird-

Ilns-Garn, bestehet aus ein paar kleinenNskchen, welche von seinem dünnen Bind-faden und Einehen mit engen Maschen zu-sammen gestiicket, damit man um das Be-hältnis? des Iltisses herum steilen könne-Hier-um svüret man bey einem neu - aefallenenSchnee dieselben aus / sodenn stellet manvuf / störet in die Behältnisse, lässet dieHuude stöbern/ und fanget also dieselben imNetze- Es sind diese kleine Netze mit ihrenLeinen und Garne in allem fast den Hasen-Netzen ähnlich/ werden auch eben so tracti-ret mit Aufstellen und Ablausten, dahinterdie Hunde geschwinde her seyn müssen, weilsie sonst leichtlich zu entwischen pflegen; dochmüssen / wie gemeldet/ die Maschen engerseyn, damit das Gefangene darinnen bleibenkönne-

Imber, siehe Ingber.

Imbiß, ist ein altes deutsches Wort, undbedeutet bald ein Morgen - Brot oder einenAnbiß/ bald ein halbes Abend-Brot.

'"<mme, suche Biene.

Immen -Draut oderVienen-Rraut, wirdvon einigen die Melisse/ von andern aber auchder Thymian genennet/wovon an seinem Ortein mehrcrs.

nperial-Wasser IildiamschesVogel-Nch

Immergrün, siehe Hauswury.

Iniiüert-ik, siiche Gottcsrul).' Impcrral - VvaL.-r / ist eine Art einesSwminck-Wassers vor das Frauenzimmer,ivei-cnes aus folgenden Stücken destillier^Man niMml nemlich darzu gutenWem »litMyrrhen,Mastix,Weyrauch/L««»,;Arabisch Gummi, NägeleiN- Zimmer, Äug-ten-Nüssen und gestossenen süssen M«Uel»vermischet-

Impffe»/ siehe Pfropffen.

Indelr, wird daoienlge ltutcr-Bette^iiei,-ner,welches zu allererst aus das Stroh-Zuchgeleget wird, uiiv meist von gestreiffteniB«-cheno gemacher ist.

Indianische Feige, siehe Feige.

Indianische Hilncr, suche Trutküner.

Indianische Jasmine, siehe Jasmin,

Indianische Iüden - Rirfchcn, sucheIu-den Rirschen,

Indianische Rresse, siehe Rresse.

Indlaililche ZNaronen, suche Casta-nien-

Indianischer Baldrian, siehe Baldrian.

Indianiicher Lorbeer-Dann», suche Lor-beer-ZAauin,

Indianische Narcisse, siehe Narcisse.

Iizdianijcher Papas, suche Tartusseln-

Indianisches Royr,einBiumen-Ge>vachs,siehe

Indianischer Pfeffer, ist ein zaserichtesSommer-Gewachs, so bey uns >u denenGarten wegen der Blumen gehalten wird.Man hat zweyerley Arten. Eine Art HUlanglichte Schoten, die andere runde Scho-ten-'

Indianisches Vogel-Nest,ist ein Gebäude,welches eine unsern Scbwalben nicht viel >»i-gleiche Art Ost - Indischer Vogel, auS demMeer-Schaum und einem zähen Schlemi, derihnen, wenn sie sich paaren wollen, aus demSchnabel fleußt, mit zarren Reisern und Fe-dern verfertiget, und gar iüMlch an die Klip-pen hefftet. 'Diese Nester sind in der Grosseeines halben Gans-Eyes, dabey hart, geldlicherFarbe und etwas durchsichtig,balv wie ein wch-ser Tragant oder Hausen - B!a>e. Wenn dieVoael ihre Vrut burinnen verrichtet/und zuihrer Zeit wieder weggezogen, werden solcheNester abgestoßen und mit Fleiß gesanimler,indem nicht nur die Ost-Indianer eine groiieDelicatesse daraus machen / sondern auch dieOst-Indien - Fahrer grosse Qvantitätendam»ach Engel-und Holland bringen/ von d>ui-iien sie auch zu uns komm»», und entwederallein zugerichtet werden , indem man ^gantz und zertheilt, nachdem sie groß, aus e^'ne «Schüssel legt , geriebene Semmel MMusealen - Blüthen hinzu thut, ein Stuckeausgewaschene Butter daran wirfst / guteLvuillvn darauf giesset/ und also wohldeckt dämpssen lässet. Bey dem AMÄle»wird noch etwas Muscaten darüber gestreu»'wer da will/ kan auch noch ausgebrocheneKrev^Schwäntze darzuthun, und solches zusammenüber dem Feuer gemächlich kochen laßen.