Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1301-1302
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,zol Igel Igels » Huf

ein junges Schwein. Ii^der Artzney-Kunstwerden vvn diesem Thiere verichicdene grtteMedtcamenteii gemacht/ und die Leber, dieGalle, das Mll«/ das Blut, da« Schinaltz«der Fett, der frische Koch, und das innereHc-utlein des M»gens gebraucht, loiiderlichaocr wird gerühniet, wenn man emen Igelentweder gantz oder auch nur deßen Hauptzu Äschen verbrennet oder kochet, uno als-deiü! in einem Tranck einnimmt, welches einherrlich Mittel für diejenige, so den Urinnicht hatten chnncn, seyn soll, auch lässet die,eAsche kein wildes Fleisch wachsen, wenn eS ausböse Schäden gestreuer wird.

I^el wird auch eine Speise genennet, wcl-che"d.rKo>P au> selgendeArt zuzurichten pfle-get: Es bestehet dieselbe aus einer seinenKalbs-L-ber diese wird eerocht, aus dem Reibeisenxer-eben, und l.achdem man z bis 4 Eyer inzeneb t! r Semniel und Gewürtz geschlagen,«uch alles wohl unter einander geiüiiret, daßes recU trocken worden, einem Igel gleichscwmet. Hierauf bestecket man diese Formemit Mmen ooer lä-'glicht geschnittenen Man-del« lehr dick, se^et sie auf einem Blech oderPa?!e? !M N-ckofen, und lässet sie fein gelbback.», ehe dergleichen Igel gar ausgebacien,ke.!i er zuvor mit em wenig zerlassener But-ter begossen werden: Wenn er gar fertig,wi.d .r .uf den Tisch zum Schau-Essen auf-gcftAt.

Igel Rlee, siehe RIee.

Igels Huf, ist ein Geschwür, welches andeiie« Hinter - und Vorder - Füssen derPserdeund z > ae »oriien in der Mitten eines kleinenDinmens breit über der Krone sich ereignetund worauf lange Stachel - Haare wachsen.Es rühret von einer bilivfischen scharssen unddeissendeii Feuchtigkeit, welche die Haut aus-snsier, her; diese Feuchte wird offt von denAnstössen, so die Pferde im Passagire», inden Lotten um diese Gegend thun, verursachet, un) durch gute Säuberung mit warmmWe-ü oder Harn geheilet. Nehmet Schell-k'.»ut, samt der Wnrtzel, siedet es in einem^>es,U Ni,c Wasser, schlaget das Kraut demWwd alle Tage warm um den Fuß, das thutso ianze, bis ihm die stachlichren Haare alleausjatten; «isdenn nehmet gestoßenen Zucker,Vüncl und Alaun, siebet es durch, werssetsaus den Schade«, daß es trockne und heile.Oder: Lasse dem Rosie fein dünne auswir-ken bis auf 5as Fleisch, und schlage demsel-ben mit svlgenden ein: Nimm Kuh - Mistund Schweinsett, loche es mit Bier, und schla-ge es dem Rosse einen Tag um den andern ein,darnach wasche es oben, wo es den Schadenhat, mit Kalch-Wasser, und schmiere es, sobald es trocken ist, mit folgender Salbe: Wa-genschnuer eine Kanne, Schweinen - Fettem Nöstel, Kalck sunss Loth, Grünspan dreyLoth , Buchsen - Pulver fünss Loth, grauen^wwescl fnnff Loth. Mit dieser Salbeschmiere das Roß vsrgedachter Massen, las-l- ihm hiernächst die Fessel - Ader schlage»,ne ßzchlichten und straublchten Haare liiin

Igels-Kolbe Iltis izo:

ausziehen, und solgends mit nachgeseizrer^Salbe schmieren, so bekommtes wieder fti-icve uiid reine Haare: Nimm heilig undBaum- Oel iedes em Viertel«Büch-sen - Pulver ein halb Viertels-Pfund, Sil-ber - Glätte zwey Loth, und vor zween Gro-schen Lein - Oel, alles durch einander tem-periret und zu eiiier Salben gemacht, undwie oben gemeldet, geschmieret, so wachsendie Haare so gut, als sie immer werden kö!^neu.

Igels-Rlerte, siehe Rlette.

Iueis - Rolbt, ist eine hohe Pffantze, ssbreite tieff cingeichlitzte Blätter hat. DieBlume ist unten spitzig, oben breit, weiß undi'.'ehttiechend. Die Frucht bestehet aus einemkleinen schwarten Saamen, der einen Übe!üGeruch hat, ist gantz stachlicht und wie eineWelsche Nuß länglicht - rund. Wenn derMensch von dieser Frucht etwas geniesset,kommt er einige Stunden von Verstand undSinnen, oder verfallt in einen tiefen Schlaf;doch wo man dieses weiß, kan durch ßarckeSReiben der Arme und Beine, ingleichen durcherbrechende Artzneyen diesem Zufall abgeholfenwerden.

Igel - Stein, ist ein weisser / glasigerSrein, eines kreidigen Wesens, welcher inden Kreiden-Gruben gefunden, und am mei-sten wider die Felle in den Augen der Pfer-de gebrauchet wird- Eine andere Art einesIgel-Steines wird in Stein-Brüchen aefun-den, der aber eines kiesigten harten Wesensist.

Ilen, siehe Egeln.

Iliiien-Baum, suche Rüster und Ulmen-Baum.

Iltis, Eltis oder Eld-Thiev, von einige»auch ein Ray genannt,ist ein viersußigesRaub-Thier,we!ches an Gestalt und Grosse mit demMarder ziemlich überein kommt, ausser daß sichdasselbe in der Fährte anders als jenes, nemlichmit mercklich kleinern runden Tritten spürecdenn eS in jedem Sprunge, dem Augenscheinnach, zwey hinter einander, iedoch den eine»Tritt etwas Seitwärts zeiget, iß wollig oderfieckerich , ober als der Marder hat es keineKlauen, sondern vielmehr in Gestalt einer Ka-tze; und wie der Marder sich in die Höhe bäu-met, und „m Tage seinen Aufenthalt suchet, sobleibet hingegen das Iltis gerne in der Erde, inFuchs - Bauen oder Röhren, in Hamster-Lo -ehern, in holen Weyden, auch in Gebäuden unddergleichen. Es ist ein wenig kleiner als de-Marder, iedoch grosser als das Wiesel, hat e:-nen dicken Hals und zweyerle» Haare,davon diekurtzen gelblicht, und die langen schwarz find.Es stmcket nicht nur, wo es hinpisset, greulich,sondern auch sein Balg,welcher,wenn das Thiergegvälet und nun Zorn beweget, oder im Früh-ling zur Brunfft-Zeit gefangen wird, den Ge-stauck immerzu behält,dahero es auch einStan«ker genennet, und sein Balg gegen den War-der-Balg wenig oder gar nichts geachtet wird.Der Iltis wohnet meistens in Dörffern undStädten, wie auch in Wälder» unter den

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