Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
1273-1274
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i-7Z Jäger-Bursch Jäger.'Recht

in den Hunde-Häusern, sondern auch/ wo esb«raebracht auf Mühlen, Schäfereien undFeld - Meisterenen zu besorgen: Die Uider-tretung derer Basalle» und anderer Verbre-che durch wohl erfahrne Zagd- und Forst-ver-standiae Commissarien, genau untersuchenund beurtheilen zu lassen; alles ohne einigesl>i Interesse höheres Orts ausführlich zu berich-" teil , und darauf Bescheids gewärtia ;u >eyn.Die Rechnungen über allerley Wildpret, so

- wohl was zur Hof-Küche und verordnetenDeputaten geliefert, als verkaufft worden, >ohxnn über die gefällcte Raub-Thiere, und

lU has davor bezahlte Pürsch- oder Fang - Geld,«nd endlichüberallebeyderJägerey das Jahr, Aber aufaewandte Kosten, durch den hierzuw. bestellten Jagd - Secretarium ordentlich fuh-

ren-u lassen. - ^

k ! Iäger-Pursch, wenn ein Hunde- oder I«-ger-Iünae drey Jcchr lang gelernet, so erlangter den Titel eines Hager - Purschen, und dieFreiheit ein Hornfessel zu tragen; iedoch aber,wenn er noch nicht recht wehrhafft aemachetworden, keinen Hirsch - Fänaer es sey denn aufder Reise. Dieser Jäger-Purich nun muß sich7 vorallen anaelegen seyn lassen, Holy-gerecht zuwerden, und dahero sich nicht scheuen, den ein-fältigsten Aescherer, Kohlen - Brenner, Pech-Hauer, Scheit-Scklaqer und Zimmer Mann,um dieses oder jenes HolkeS Beschaffenheit zu

- fragen; die Fährten des Wildprets, unter wel-chen der Hirsch und das Schwein das vornehm-ste ist, wiewohl auch die andern nicht auf dieSeile zu setzen sind, muß er sich aufs genauestebekannt machen, und dieselbe von einander rich-tig unterscheiden lernen. Damit er auch de^Zeug-Stellens vollkommen kundig werde, muß

IS- er sich bey Zeiten mit den Zeug-Knechten und

- Stell-Leuten bekannt machen, damit sie ihn,wenn ein Iaaen vorgehet, dazu nehmen möaen,d«erdennbeyAbführuna des Zeugs die Leinenfrisch mit anzugreiffen, Hefftel einzuschlagen,

: feste zu machen, auftuheben anzupflöcken, oderwas nur nöthig vorfället, mit vrnunehmen hat,wenn er anders die Wissenschaffr den Jagd->7 Zeug recht zu verstehen, erlangen will. Er muß»5 auch den Leit Hund recht und gründlich zu arbeiten, und denselben behöria zu traetiren ler-5 «en; im Schiessen sowohl mit -der 'Flinte imFlug und Lauff, welches anietzo das gebrauchlichste ist, sonderlich aber auch mit dem Pürsch-Rohr Wildpret zu fallen, muß er sich fleißigN exereiren, und dahero etwa» bey einem Förster,! vder andern Jagd-Bedienten, der viel zn lie-fern hat, sich bekannt und beliebt zu machen su-chen ! damit er zu solchem Exeratio desto bes-sere Gelegenheit bekomme

Kläger - Recht, heisset das Stücke, so dem^ager von einem Wildpret, das er gefanaenoder gepurschet, zur Erblichkeit aelassenwird, und ist solches von einem Hirschen derö)als samt denen nächst daran stossenden drey

aber die

Jahr-Bottich, stehe Gadr-Bottich,^ayv-Rammer, suche Gahr-Uainmer.

Jährling Jäten i-74

Jährling, heisset ein Stücke Schaf-, oderandern zahmen Viehes, dasein Jahr alt ist.

Iäse, Giese, wird ein Strom-Fisch genen-net, der etwa vier bis fünjf Zoll breit, schuppignud auf dem Rücken blaulichter Farbe. DieSeiten und der Bauch heraegen, sind Silber-e.länstend, mit gelbrothen Floß-Federn undSchwank, dergleichen meist in der Oder undSpree aefauaen ''e'^en. Das Fleisch, wel-che» zum sieoen und braten dienet ist ange-nehmen Gefchmac'es und gani; mürbe, abersehr fett, und weil dieser Fisch sich sehr gutbrüten lässet, nennet nmn ihn auch an eini-gen Orten den Brat-Fisch. Sie laichen imMery und April, den fokgend-'n Monat Mayaber sind sie so fett, daß euch ihr Fleisch dahergantz gelbe siehet, darum sie zu dieser Zeit mitVorsichtigkeit zu sreisen, weil die allz,-gros-se Fettigkeit der Fische den Menschen nichtzuträglich.

I-iren, heist so viel als das Unkraut ans ei-nem gebauten Lande, zwischen der auten Saatheraus ziehen. Es ist dieses eine sehr nöthigeArbeit,welche sowohl im Felde,als auch in Gar-ten, Hopffen- und Weinbergen zu gewissen Zei-ten fleißig voraenommen werden muß, weil dasüberflüßigebose Unkraut diejunaen Früchteer-stictt, auch mdemsieaüzu frech daher wachsen,und vom Wetter und schweren Platz-Regenumgeschlagen werden, dieselben gleichsam znBoden drücket. Solches soll im Felde zur Früh-lings-Zeit, wenn die Früchte bereits starckge-wurzelt haben, geschehen, und die Vogel-Wi-cken, wilde Rancken, Klapper-Rose«, schwacherCoriander, Raden und dergleichen Unrathmehrausgelätet und davon gesäubert werden. Wenndas'Korn in die Aehren gehet und schösset, so istes abc.'mM sonderlich gut und zuträglich,wenn man es noch einmahl aufs neue jäten läs-set, damit die Früchte d>?sto reiner und vollkom-mener wachsen n ogen. Dock muß man vondem ^äten des Getraides überhauptmercken,daß dasselbe allein der «>'ache nichts helffe, son-dern erfodert werde, vorhero durch öfters Pflü-gen in dein Acker das Unkraut zu verderben,und durch reinen Saamen seine Pflanzungzu verwahren. Sonst «ber muß das erstmah-lige Jäten mit sonderbarer Bescheidenheitgeschehen, damit die Wurkeln unten amGrunde nicht besck)ädiaet, sondern vielmehrmit anderem Grund oder Erdreich desto bes-ser bedecket werden, aus daß sie sich also de-sto mehr und weiter ausstrecken und ausbrei-ten mögen. Desgleichen, so man die Früch-te zum andem m :hl jäten lässet, muß mangleichfalls fleißig Achtung geben, damit mandie junaen Wurtzeln nicht zu viel entblösseoder entdeckenden» wo solches geschiehet, sowerden sie an ihrem fernern Wachsthum ver-hindert, und fangen denn gleich an indemErdreich zu faulen! Derowegen soll matt alle-wege, wenn man zum andern mahl das ^ätenvornimmt, das Erdreich nur ein wenig berüh-ren und gani; eben machen. Unterlässer manaber das Jäten, so wird das Brot nicht alleinungestglt und heßlich von Farbe»,sondern auch,

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