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[1] (1764)
Entstehung
Seite
1015-1016
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ivi; Haar-Bckiidec Hasr^Mantel

Haar-Nadel Haar-Strang i»,s

cher, ingleichen allerley Litzen uns Bänderzubereitet werden; die Ro^-Haare werdenvielMig, ausser den obzedachten, auch vonden Knopssmachern verarbeitet: so braucherman auch die Roß- Rehe- und Hunde-Harezum Auestopffsn verschiedener Küssen, Ma-tratzen und andern mehr, zu Verfertigungder Haar-Decken u, s, f. Der Schweine-Borsten allhier nicht zu gedencken, woraus sovielerlei) Arten der Bürsten, Büschel, Pin-sel, Qvasten, und was dergleichen mehr, ge-macht werden. Auch gehöret hisher das Zie-gen-Haar, sonderlich aber das vortreflicheHaar der Schaafe, die Wolle. Nur ist vonden Haaren noch wohl zu behalten, daß sieallein verarbeitet, von der besten Dauer, wosie aber mit etwas andern vermischet, schonkürtzere Zeit im Gebrauch aushalten, dochvertragen sie sich mit der Wolle am allerbe«sten, und mit einem leinenen Faden auchnoch eher als mit der Seiden, in wel-chem letzten Fall sie gar nichts taugen, son-dern solchegleichsam wegfressen, welches auchgeschiehet, wenn Wolle und Seide zusammenkommt, als welches niemahls von solchemBestand als Seide und Leinen ist. Ein son-derlicher Haar-Nutzen ist auch, wenn mandie Haare von todten Thieren, als Kühen,Ochsen:e. sammlet, und zum Ausstopffen derPolster und anderer Dinge brauchet, und ver-kaufet. Dieses Haar wird auch besonderszubereitet durch sieden und dergleichen. Haa-re düngen auch und sind die allerschlechtestenAbgange dennoch vortreflich eine Salpetek-Erde zu machen, wovon das Wort Salperernachzusehen.

Haar-Bänder, werden die langen undnicht aar zu breite Bander genennet, womitdem Frauen-Voick die Haare zusammen ge-bunden, und nachdem sie abgetheilet, in ie-den Zopffzu beyden Seiten mit eingefloch-ten werden, um solche damit fest zusammenzu halten.

Haar-Bollen, werden an einigen Ortendie ausgedreschcne Knoten vom Leine ge-nannt.

Haar-Bürste, siehe Ropff-Bürste-

Haar-Ropss, ist ein besonderer Aufsatzund Zierrath, dessen sich das Frauen-Zimmerbedienet, und entweder einen aus falschenHaaren ii? die Höhe gezogenen, mit Püffen,Aopffen, Nest, Favoretten, und «us gantzverschiedene Art ausstafirten Aufsatz darzugebrauchet; oder ihr eigenes Haar nach Ge-fallen aufziehen, mit Bäiider-Schleissen un-terscheiden , und auf das schönste auszierenlässet. Welche letzte Art man einen Bänder-Haar-Zopff zu nennen pfleget-

Haar - Manrel, war ein oben um den/^als zusammen gefalteter oder auch geschobe-ner langer Kragen des Frauenzimmers bisüber den halben Leib herunter hangend, voneinem sehr weiten Umfange, der entwederdurchaus von einer geneheten oder gekleppel-te>: Spitze, oder auch schecht von Eaton,Nesseltuch, und dergleichen, oder

mit einer angesetzten Spitze gemachet würd,wurde auch ein Nachr-Mantei geneiuiet '

Haar Nadel, Heisset nicht nur die ein»Reiy-Nadel ähnliche, aber ihrer Länge »achweit grössere Nadel von Stahl, HelffenbmMeßing, Silber und dergleichen Materie!vermittels welcher sich das Frauen-Voick mitden in Zövsse geflochtenen^Haaren, ihr Nestsormiren und befestigen können; ftndcrn cSbekommen auch diesen Nahmen diejenigenlange und starcke Steck-Nadeln, mit runde»gedreheten Knöpssen, mit welchen die ache-zogene Haare bey den naturlichen Haar-Kö-pfen oder Aufsätzen gehöriger Massen angefli-cket und befestiget werden.

Haarschar, siehe Gürtel Rraut.

Haarschlachtig, Heisset ein Pferd, NWes an der Lunge mangelhafft ist, und denAthem offt schnell auf einander holet, undaus- und einziehet, auch dabey die Seit«,starck beweget. Es rühret solcher Mangelvonung-schwungenen, unreinen und staubig-ten Futter her, oder weun der Haber, d«jHeu oder Stroh feucht eingebracht, beschl»met, oder sonst an einem feuchten Orte ge-legen ist, und hernachmahls also inuchiendund ungereinigt verfüttert wird. Diese« lli-bel zu vertreiben, nehmet Sode-Baum«halb Pfund, Eichen - und Birnbaum-Wel,Lungen-Kraut, daS an den Elchen wächset,iedes ein Pfund, gelbe Lilien - Wurtzel MPfund, hacket alles zusamuien klein, kochelSin einem neuen Wein, wenn es laulicht «<den, presset es durch ein Tuch, giessei eidem Pferd in den Hals, hebet ihm den KWdazu auf, daß es in den Leib hinab komm,und reitet es, bis es warm wird; will diesesMittel nicht helffen, so lasset es um Wchiir-gis vierzehen Tage auf den grünen WM»oder Gersten gehen, wenn sie schösse» woll«/und lasset es allezeit mit warmen D-cken m»!zudecken, nach Ausgang der vierzehen Tagelasset ihme die Lungen-Ader schlagen,»noch vierzehen Tage auf den Weihen «Gersten gehen. Wofern dieses nicht heißenwill, ist es wohl am besten, daß mau Mmit Manier los zu werden trachte.

Haar-Schnepffe, siehe Schnepsse.

Haar-Se,l, ist ein von Bamn -WolleiwH aaren gedrehetes kleines Stricklein, weMdie Roß-Aersttedenen Pferden, ,o die M-Gallen, oder den Wurm an der Brust?»'ben, vermittelst einer grosse» "M"Nadel durch den schadhafften 0rt M»'.uud zum öfftern, iedoch sein sittM-und nieder, oder hin und wieder rucken,mit die döse Feuchtigkeit heraus lauU/'dem Uibel dadurch gesreuret werde.

Haar-Siel', siehe Sieb. , ,

Haar-Strang, ist eines von denc^gen Krautern, so nicht gerne aus denen »sen aedultet, sondern, indem es weoePferden noch dem Rind -Vieh nützlich^verträglich ist, sich aber doch uMMttvermehret, unter das Unkraut in»