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[1] (1764)
Entstehung
Seite
1017-1018
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1017 Ha ar-Tuch Haber

und auf alle Art und Weile ausgerottet wird.Es hat ein büschlichles Kraut, dem Fenchel-Kraut ziemlich nahe kommend, nur daß esetwas grösser ist, und wird daher» auch Sau-Fenchel aenennet. Die Wuryel, welche sehrfest und tief in der Erden stecket, ist lang,dick, auswendig schwary, Inwendig weiß,mit kleinen Würtzlein behänget, und dabeyeines so scharffe» Geruchs, daß diejenigen,so sie ausgraben, ihre Nas-Locher vorher«mit einem guten Geruch wohl verwahren mu>-sey, damit sie nicht schwiudlicht werven, oderHaupt-Wehe bekommen. Die G 'pffel desKrautes tragen Kronen, voll Dotter-gelbenBlumen, und nach diesen einen dünnen leich-ten Saamen, der wie der Dill-Saamen, dochetwas länger ist. Das Kraut wird alleinvon dem Schaaf-und Ziegen-Vieh gernegefressen; die Wnrkel aber hat einen treffli-chen Nutzen in der Artzney, und thut abM-derlich in Brust-Kranckheiteu gute Dienste,dahero sie auch von denen Kohlen-Bren-nern und Arbeitern in Bergwercken, die zurLungensucht sehr geneigt sind/ gar hoch ge-halten.wird: Denn der Wein, darinnen dieWuryel gesotten, oder auch die pulverisirteWurijeln getruncken, benimmt den schwerenAthem, reiniget die Brust von allen kaltenund ;a'hen Schleimen, und vertreibt den vonder Kälte herrührenden Husten, öffnet dieverstopffte Leber, benimmt dem Mily seineunnatürliche Grosse, und stillet die Schmer-,zen der Nieren und Blasen. Mit Lßig undBaum-Oel zerflossen, und äusserlich appli-ciret, vertreibt sie die Schlafsucht, Schwin-del, alte eingewurtzelte Haupt-Wehe, dasHüfft - Wehe, und den gefährlichen Krampff,reiniget und heilet auch, als ein herrlichesWund-Kraut, allerley Wunden gar geschwin-de. Wo es nicht zu haben, da wird es, umseines Artzney -Nutzens willen, an einemschattichten Ort, entweder im Frühling vomSaamen gebauet, oder in Ermangelung des-selben, und zwar am besten von der Wurtzelsortgepflantzet.

Haar - Tuch, heist man dasjenige, ausBeutel!- Tuch geschnittene und verfertigteStück, dessen nckn sich öffters in denen Kü-chen bedienet, um ein und andere klare, zumSpeisen nöthige Sachen dadurch zu treibenoder zu drucken, dergleichen z. E. die c»u!i5,Krebs-Butter, u. a. m.

Haar-Zöpffe, werden alle in gewisse Thei-le geflochtene Haare genennet-

Haase, siehe Hase.

Haber, Hafer, ist eine Art von Soinmer-Getraide, dessen Korner lang und spitzig sind,und nicht, wie der Weiften, Dinckel, Roggenund Gerste, in Aehren, sondern an dem Ober-Theil des Halms eintzeln, in so genanntenRiffen oder Rispen zu wachsen pflegen. DesHabers zählet man ausser dem tauben undwilden, der an Wegen wächset, und z» Fistelnund Augen-Geschwüren gebraucht wird, inS-gcmein dleverley Gattungen; Der erste da-

Haber ioiz

von, ist etwas rauh, hat kleine schwarke,spiftige Kornlein, und wird sonst Schwary-Hader oder Bart-Haber genannt. Die-ses ist der gewachsigste j» aar sandigt und ge»ringen Boden ; ie länger man denselben insolche Aecker säet/ je Hennger er vl?n fahrenzu Jahren wachset, derowegen man alle dre»Jahr den Saamen verändern, und gutenwe-ssen Saam-Haber zum Aussäen habensoll; und ,o auch gleich der schönste Hiberausgesäet wird, so wächset doch in solchensandigt- und geringen Aeckxrn binnen dre»Jahren, lauter Bart-Haber von sich selb-sten; hingegen wird solcher Haber, wennman ihn wieder in guten starcken Acker s. et,von Jahr zu Jahren, und zwar auch wiederin drey Iahren gany weiß, aber dock nicht so«ut und so vollkommen, als er zuvor gewe-sen. Der andere ist früher oder Au?st-Ha-ber, welcher einen sehr guten Acker habenwill, er wird zeitlich reiff und dahero am al«lerersten gesäet. Es ist zwar dieser Haber derbeste an Kölnern, so wobl zum Furter, al«auch zur Grüfte zu gebrauchen, wird aber des-wegen auf grossen Gutern, wo starcker Acker-Bau ist, wenig geachtet, weil er, wenn ernicht zu rechter Zeit gehauen und aufgehar-ket wird (so doch bey grossen Haushaltungenund vielem Acker-B>u nicht allezeit so genaukan beobachtet werden) bald ausfället, unddie meisten Dörner auf dem Acker liegen blei-ben. Denn diese sind nicht in Hülsen oderHäutlein verschlossen, sondern liegen bloß.Ein Bauer aber, so nrcht starcken Acker-Bauhat, kan sich dessen mit gutem Vortheil be-dienen, indem er nicht allein besser schocket,sondern auch besser scheffelt als anderer Haber;auch hat er dabey nicht zu vergessen, daß erentweder dergleichen Haber nur allein aus-säe, oder doch wenigstens in der Scheune al-leine lege, damit der Saame von diesem nichtunter andern Haber komme, und zu seinemgrossen Schaden vermenget werde. Dev drit-te ist der gemeine Haber, so der allerbeste,und gewisser zum wachsen, als der vorherge-hende. Zum Haber darff man nicht allererstdüngen, denn es wird gemeiniglich dasjenigeFeld dazu genommen, worinnen das Jahrzuvor der Roggen oder das Korn gestanden, sowird auch nur zweymahl darzu gepflüget,neinlich vor Winters gestoppelt, und nachdem Winter, so bald der Frost meistens vorbey,zur Saat aeackert: will man aber gerne in neueRoden-Länder, oder in Teiche Haber säen, alsworinnen er aiich gerne wachst, so müssen solcheso wohl, als die zähen Leiden (Laiten) vorWinters darzu umgerissen werden, damitsie sich den Winter über desto besser erliegenmögen: Denn ie besser der Acker und dessenZubereitung ist, ie besser wird derselbe sichauch wieder mie der Frucht halten. DesAussäens halber ist der Haber die erste Som-mer-Frucht. welcher am besten aesäet wird,wenn das Bircken - Laub ausschlaget, son-derlich im ersten Viertel, aber nur nicht,wenn der Mond neu ist. Man säet zwarauch Haber, noch acht bis zehen Tage in den