88i Garten-Instrumente
darin!«!! zu verwahren und aufzuheben. In^ denen fremden und raren Saanien aber istein absonderlicher, mit kleinen Fächern einge-richteter Saamen-Rasten uölhig, welchermit klaren Gläsern oder Fläschlein versehen> seyn muß, damit man bemeldte Saamen, als1 die mehrentheils in geriMer Anzahl verHan-den, darein fassen, die Oeffnungen mit Papierverbinden, die Nahmen daraufzeichnen, unssie nach dem Alphabet in eine beqveme Ord-nung stellen könne. Ein guter pe!y - oderHfropGtMdOculir-Zeug; nnnlich eirtVely-
- oder pfropf-Meissel oder Spalt-Reil von/ Eisen, Buchsbaum, Schlehenbor» oder El-z fenbein gemacht. Ein Hammerlein samt ei-tlem Messer die Spaltung dMit zu verrich-
. ten; auch ein grosses und ein kleines Pfropf-Messer ; mit jenein machet man die Spalte,mit diesem aber schnitzet man die PftopffMeisser zu recht. Ein rundes pely oderPfropff-Beinlein von Helffenbein, yirsch-Gehörn, Buchs Bauin oder andern harrenHolk, (ausgenommen Eichen - Holtz, welchesz» dergleichen Verrichtung vor schädlich ge-haltenwird). Dieses Pftopff-Beinlein mußau einem Ende spitzig, an dem andern aberscharffin Gestalt eines Messerleins senn, undwird zum Pfropften zwischen die Rinde ge-braucht; wenn solche Beinlein von einesSpieß-Hirschen Gewe»h, so zwischen denbeyden Frauen-Tagen, nemlich zwischendem fünfzehnten August und achten Septem-ber gefället worden, gemacht sind, sollen diedamit gepfropften Stämme hernachmahlS fürWurm und Brand sicher seyn. Eine höl-zerne Trage oder Tragbahre, die Blumen-und Gewächs -Schrlben, Baum-Kübel undanders darauf hin und wi^er zu tragen.Allerley kleine und grosse Dehncr und an-lere Rorbe. Ein «Vl'st - Hamen oder sögenaunter Apffel-Pflücker, dessen man sich" zu Abnehmung des Obsts gar bcqvem bedie-nen kan. Maaß - Stäbe und Meß - Schnu-'-'-1 re, welche an beyden Enden einen zugespitz-ten Stock haben, so man im Abmessen indas Erdreich einstecket, eine gleiche langeLinie zu gerader Psiantzung der Kräuter und
- zierlicher Beschneidung des Slrauchwercks,Buchsbaums :e. oder gantze Felder und Qvar-
^ tiere daniit abzuschnüren und einnikheilen.! Hierzu wäre auch noch zu rechnen eiue'Nlass-r-oderSey - ^^aage Abwägung des Terrains< im Garren nützlich zu gebrauchen. Ei» guterReiß-Arug oder Circkel - Besteck, einen Gar-^ ten ^ Riß eder allerley Moderen zu Blumen-
- Stücken aufzuzeichnen, und nach dem ver-^ jungten Maaß-Staab auf das Papier zu tra->5 gen ze.ze. Alle iekt erzählte und andere Jn-
'strumente und Garten-Werckzeuge müssen inbesondern hierzu gehörigen Kammern in gu-,, ter Ordnung aufgestellet! und verwahret, soofft man solche gebraucht, und an gehörigen. Ort wieder aufheben will, vorher« fieißig ge-'' säubert, das Eisemverck «der vor dem Rost,, fo viel möglich, bewahret werde»: Dennman psiegel gemeiniglich einen rechtschaffe-
Garten-Klee Gasse «8-
nen Meister nach seinem Werckzeuge zu ju-dieiren.
Garten-Rlee, ist nichts als verschiedenerKlee, der in Grase - Gärten wächst, sieheRlee.
Garten-Rresse, suche Rresse.
Garten Messer, siehe Heppe und Gar-ten Instrument
Garren-Saal, ist in einem wohlangeleg-ten Lust-Garten eii? geraumer, sc'öner, ge-zierter Himmel-offener Platz, der mit grü-nen Wanden emgefasset, und dahin wenig-stens acht Alleen als auf ihren Mittel-Punerzusammenlaufen sollen. Nächst diesen aberlind üe als» angeordnet, daß der Boden fe-ste, sauber und gantz glatt, nahe darben abermuffen bedeckte Lauben sich befinde», die zueiner Retirade dienen. Man kan auf diesemPlatz Tafel kalte», tantzen und andere Lust-barkeiten anstellen, wie sich denn daselbstauch feine Jlluminationes anbringen lassenMan kan auch andere lebendige Baum Ge-bäude anlegen, davon insonderheit des Herrnpast. Rüfners Vivsrbore^oder
neu - erfundene Bau - Kunst zu Iel-,eM-geu Baum-Gebäuden, eöir. 1716 nachzu-sehen.
Garten-Scharlach, siehe Scharlach-Rraut.
Garten - Schwamm, also werden die inden Gärten mit Fleiß erzielte Champignonsgenennet.
Garten Theatrum, ist in denen ansehn-lichsten Gärten ein grosser, meist erhabenangelegter Raum, der abwechselnd mit Fon-taine» und Statuen recht überflüßig ge-zieret. Es dienet ein solches Theatrum,dem Garte» ein angenehmes Ansehen zn ma-chen, welches dadurch um ein grosses vermeh-ret wird, wenn zn dem Ende oder im Pro-speet desselben ein Wasser-Fall angebrachtwerden kan-
Garten - Wermut, siehe Vvermut.
Garve, suche Feldküiiimel.
Garussen, siehe Rarauschen.
Gasse, Heisset nicht allein derjenige Raum,welchen zwey Reihen Hänser in der Längelang in denen Städten, sondern auch in de-nen Dörfern machen, darinne man oben undunten hinaus lomnie.i kan. Es sind entwe-der Haupt-oder Neben-Gassen, die ersten,wann sie wenigstens so breit sind wie die Heer-Srrassen, heissen auch Strassen. Die Gas-sen in denen Dörfern sind, weil unsere mei-sten Dörfer ans den zerstreueten Häusern undHöfen der Alten entstanden, sehr ungleich inder Länge und Breite. Es ist aber ein Wohl-stand und nachbarlicher Verbindung beque-mer, wenn sie ordentlich und fein gerade, dieHaupt-Gassen aber fei» breit und mitBiwmen besetzet, dabey aber mit Neben-Gasse», so die Communication unter denenHaupt-Kassen machen, versehen sind. DieHaupt-Gassen würden sonderlich sehr nütz-lich mit weiffen Maulbeer-Bäumenian vie-Ee 5 len