85z Gänse-Trifft Gärtner
zuleget. Es soll auch der Gänse-Stall allerOrte» dergestalt wohl verwahret seyii, damitder Fuchs, Marder, Iltis und anl ere schädli-che Thiere nicht hinein kommen und schlimmeArbeit machen mögen- ES fähret aber auchdiesen Nahmen dasjenige Gehäuse, darinnenman einzelne Gänse aufzustellen und einigeZeit zu mästen pfleget. Dieses bestehet auseinem von Bretern zusammen genageltenviereckigen Kasten, so auf v>er hohen Füssenstehet, der inwendig in zwey, drey und mehrenge Stände unterschieden ist, und an dervordersten Wand vor ieden Stand eine langeund schmale Oefnnng hat, daß die daremgestellte Gans heraus m die aussen angena-gelte Krippen langen kan, unten ist der Bodeneines Bretes breir offen, daß der Mist herun-ter falle, und die Gans allezeit rnne filze,oben aber soll die Decke, welche gleich einemDach etwas schteff lieget, sich auf-und zu-schlagen lassen, aber auch verichlossen werde»können.
Ganse-Trifft, ist die Gerechtigkeit,die Gän-se in die Stoppeln, auf die Aecker und Angerzu treiben. Es istdieseTrifft nicht allenthal-ben an allen Orten der Wewe vor das übrigeVieh, unü auch nicht zu allen Zeiten verstattet.Denn der Gänse-Biß, Kotd uns Urin ist demGrase und übrigen Viehe schädlich. Siehe denArt. Gans.
Gansgcu, suche Gleede».
Gärtner, »st ein Künstler, weichet den Gar-ten -Ban absonderlich wohl verstehet,und wenner vollkommen in seiner Kunst will gehaltenseyn,sollerin den vielerley Arten der Gärten,nemlich in den Lust-Küchen-Baum-und Me-dicinischenGärten wohl erfahren seyn,auch bey-des einen Garte» von neuem geschickt anzule-gen, als einen bereits angelegten m gutemStande zu erhalten, gelernet haben. Aon ei-nem Gärtner wird hauptsächlich erfordert:Daß er den Grund und Boden seines Gartenswohl kenne, die mancherley Arten der Winderecht zu uuterfcheiden, und sowohl des MondesLauff als die Witterung wohl in acht zu neh-men und zu judiciren, auch hiernach seine Gar-ten -Arbeiten, graben, düngen, säen, pflantzen,versetzen, begiessen, pfropfen, ocuUren, abjän-geln, beschneiden,Fruchte abnehmen, Saameneinsammlen, und dergleichen wohl anzustellenund zu verrichten wisse; daher sowohl die na-türliche Juneigung, als natürliche Femdschafftder Gewächse, ihre Veränderung, Zielmigund Fortpflanzung, wohl verstehe, von de-nen vielerley Nrren und Sorten der Blumengure Kundschafft have, die raren und tremdenGewächse in gutem Stand erhiite, solche gegenden Herbst, damit sie nicht erfrieren, in dasGewächs-Haus bringe,und im Winter niu nö-thiger Feuerung versorge, frische junge BäumeundGewächse nachzi-he,und ünmer-uaufderenVermehrung und Anschauung viel und man-cherley ih-ne noch ermanaeluderSorten bedachtsey; daß er die m gewisse Figuren gezogeneBäume, auch Hecken und Spaliere zierlich be-schneide, und behörig unter der Scheere, in-gkichen die MM, Sand-und Rasen-Gänge
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und Rabatten reinlich , auch überhaupt dengantzen Ga-ten propre und >n garer Ordnunghalte; rak er sonderlich wan»! er andeis denNahmen eine? rechtjchaffeüeü G rc^rs nichtunwürdig fuhren will die Geo.mttte, Archi-teeturund Zeichen^Kunstzlemiich erstehe da-mit er selditen etwas in 'enrir.n, und seinerIeichnung n»ch abstecken könne oder aber, woer anderer Orten etwas rares gesehen, solchesabzuzeichnen, «der ordentlich m Grvmd zu le-gen, m .d aM Papier zu bni-gen wisse, daß ergere>sec sey, und zonderlich d:e ausländischenGewächse, ihre M-ntzen, ihren Saamen, ihreAnlage und Wartung wohl v rstehe,da.a Säen,Manyen, Berscizen. maviiigfaltme Bftepten,Oculiren, die Baum - Swulen, überhauptdie Erhaltung der Gewächs und Früchte wohlinne habe. Za er muß überhaupt ein in deinBsianycn - Reiche wohierfahrner Naturkündi-ger seyn. Endlich aber muß er nicht nur vorfeine Person fleißig, munter nnd getreu seyn,und dasjenige, was er aus denen ihmezuver-kauffen erlaubten Garien Waaren an baaremGelde der Herrschasst richtig berechne, undmit dem ihme davon ausgemachten Antheilund Salario sich veranüaen lasse, sondernauch genaue und scharffe Aufftcht habe, daßein ieder von denen ihm untergebenen Gar-ten-Knechten und Arbeitern das anbefohlenemit Miß verrichte, und weder von denensel-ben, noch von fremden Leuten etwas in demGarren beschädiget, oder gar diebischer Weiseentwendet werde. Zu solchem Ende »oll derGärtner seine Wohnuna in oder gleich in . einGarten haben und dieselbe, so viel möglich, ge-gen Norden oder Mitternacht gelegen seyn;Damit nicht allein die Aufsicht aus demselbendesto beqvemer fallen, sondern auch das Lagersolches Garten-Hauses den Karcken und un-freundlichen Nordwind von dem Garten eini-germassen zurück hatten möge; dahingegendieZenster derWohn-Stube gegen Mittag,dasist, gegen den Garten, gerichtet seyn sollen, da-mitderGärrner vorgedrehter Massen, denselbenimmer im Gesicht haben könne; sonderlich abermuß ein solchesGarten-Haus mit lufftigen, tro-ckenen und vsr den Mäusen und Ratren wohl-verwahrten Kammern und Böden, zu Verwah-rung sowohl der Garten-Instrumenten, al? ab-getrockneten Kräuter und Gesäme, in^Ixichenauch mit einem guten Einsetz-Keller und Ge-woU e versehen seyn, darinnen d^e Winter -Ge-wächse erhalten werden, und nichts erfrierenmöge; in diesem Keller muß man etliche zu Er-haltung der Küchen Kräuter,so man den Win-ter über verspeisen will, ingleichen der Saamen-Kräuter und Wurtzeln dienendeBeetlein vonfrischem Sand anschütten, und an den Seitenherum m-r Vrerern oder Pfosten einfangen las-sen, damit die Gänge dazwischen frey und reinebleiben mögen-
Salani, ist eine Indianische Wasser-Wur--zel, welche eme zusammenziehende Kraffthat,
Galban, ist ein Hartz oder Safft, so, wennes frisch ist, weiß, sonst aber gelb oder rothlich«uSsiehet, und immer weich ist, im Wasser zer-gehet,