Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
815-816
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Forst-Revier Fratitzosm

Frantzosen-Hsltz Fra»

Forst-Revier, ist ein gewisser Bezirck, oderein Tbeil eines Forstes, weicher nebst andernRevieren einem Förster zur Aufsicht anbefoh-len ist.

Forst-Steine, oder auch Jagd - Steine,werden diejenigen genemiet, so die Forst-liche Obrigkeit und das Jagen unterschei-den.

Forst-Ziegel, siehe Ziegel und Forst.

Forrhäckeln oderForthancren, Heisset beydem Spinnen am Rade, wenn das Weibsvvlckden Aden auf der Spuhle von einem Hack-lein in den klügeln zu den andern fortleget,damit der Faden sich ordentlich auffpuhlet.

Fraaß, wird nachWeydmännischerRedens-Art die Speise, Nahrung und Raub einigerwilden Thiere genennet; also saget man vonBären, Wessen, Füchsen :c. daß sie auf denFraaß ausgehen.

Frany-Brodt, oder wie sie andere nen-nen, Mund Semmel, oder Semmel - Paste-ten sind Nichts anders als eine Art von Paste-ten, welche aus dem schönsten Weihen-Mehlgantz rund gebacken, hernach auf allen Sei-ten mit einem Reib-Eiftn gantz zart abgerie-ben ! ferner wird oben ein Deckel eines gan-zen ThalcrS groß abgeschnitten, und das in-wendige mit einem silbernen oder blechernenLöffel heraus gehölert, entweder in Sckimaltzgebacken, oder mit Butter beffriche«, und imBackofen abgetrocknet. Wenn dieses gesche-hen, ksmen sie mit einem Ragout gefüllst,und nach Art der Potasen auf den Scyüssel-Rand mit andern Garnituren so zierlich, alses nur seyn kan, vereinbaret werden; manmag sie auch alleine auf einer Schüssel an-richten , und siat eines Essens gebrauchen.Etliche, wenn sie solche aefüllet', seizen sieauf eine silberne Schüssel, und beschmie-ren den Deckel mit Eyern, daß er anklebet,schieben solche in den Backofen, und gebensalso auf die Tafel, damit sie fein warmbleiben.

Franyen oder Fransen, sind oben in einemSaum, von Zwirn, Seiden, Silber, Gold unddergleichen fest zusammen gewirckte und vondar herab Hangende zusammen aedrehete Fä-den, welche sohenn zu verschiedener Auszie-tu m dienen müssen.

Franyösische Splyen, diese sind mchrcn-theils mit der Nadel genedet, und haben unter-schiedene Benennungen, als Pointe ö >-> keine,»auskitte, cle «ennss. Die vornehmsten Spl-ken'Maniifactnren sind zu Paris,

^urilizc UNd ttavrs (Zrace.

Franyösischer Stich, nennen die Nähts-rinnen denjenigen, der dem Creutz-Stich garnaheksmmt, denn wie bey jenen iedesmahlüber vier Fäden Creukweise gestochen wird, sogeschiehet solches alihier nur über einen Fa-den, welche? Stich bey allerley Kissen undUiberzügen, Beuteln und Kamm-Futtern undmanchen Galanterien gebrauchet wird.

Franyosen oder Franyösische Pocken, isteine ^kannte Kranckheit bey denen Menschen,welche der abscheuliche Lohn der Geilheit undunreiner Vermischung mit dem andern Ge-

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schlecht ist, uberdem aber auch vermittelti^IAnsteckung durch Betten und Kleider ei,,-«,zustossen kan. Doch hiervon handeln dieA?te. Hkr ist nur die Frage: Ob auch d«szum Exempel, die Kühe oder diedie Frantzosen haben? Die gemeinenantworren: Ja. Sie sehen bey demViehs sowohl als dem Schweine-Vieh d.»Grind, die Räude, den Aussatz, die aniM«

gencu und erulcerirenden Finnen, die Bi«.

sen in dem Munde, wenn die Borken W»auszurauben sind, u. s. w. vor diese Kr«Iheit oder doch vor Zeichen derselben an I,.her man unter denen Fleischern und MmLeuten vviiFraiikösigteii Kühen undZM.nen höret. Man san auch nicht leuziii«'daß diese Dinge dasjenige sind, woraus«ein unreines und uinüchtigss, ja dem Ma-schen an sich oder zufälliger Weise durchWund Scheu zur Speise schädliches Vich er-kennet, und deshalb in der Policey allerhandAnstalt machet, im Kaufen und VerksMaber die Rechte allerhand verordnen, da«mau Roevestruncks »-ciittr. iiachsehk»kan. Allein daß unter denen Vieh-Kramk-heiten auch die eigentliche Frantzosen-KrM-heit zu zählen sey, ist wohl ungegründet, ii»!>vielleicht nur von einiger Aehnlichkeit gwis-serDinae bey einigen Vieh-KranckheitenMdenen Wirckungen und Zeichen der Fnm-sen bey Menschen entstanden. Es ksn»zwar die und i»>>vs bey denen W-ren ebenfalls verderben, scharff und schleichwerden, die Säffte desweacn stille Achen,und diejenigen Theile, weiche kein HeblÄ!führen, anfressen. Allein es hat dieses k?denen Thieren nicht zur Ursache die mmK-ge Geil-und Unreinigkeit, es greifst nichtti!Knochen an, es wird nicht leicht durch Ank-ckung fortgepstantzet, die exul-erzrion« jÄnicht in das innere des Leibes, sondern mckins äussere gerichtet. Wie man denn «bey denen Menschen die Franyosen »rnk»Aussatz, dem Seorbut und denen Pocken Wlunterscheiden muß. „ ,

Franyosen - Holy, ist ein hartes, schirm./schwartzbraunes haryigtes Holtz, welches mals ein Schweiß-und Harntreibendes W«-reiniaendes M>>tel bey Menschen und uBin denen Krai-ckheiten brauchet.

Frau, ist eine vcrehlichte Weibes - peP»,

und in der Wirtschasst heißt die WirtinFrau, die Hausfrau, (siehe Hausfrau,/Haus Mutter), welcher verschiedene, gMaene Rechte, Pflichten und VerrichtungenAnsehung ihres Mannes, ihrer Kinder, vor»lich weaen der Tochter, des Ge>indec,f^lich des weiblichen, und hiernächst ^nen wirtschafftlichen Geschafften oomAdie Aufsicht und die Geschaffte m da Kdem Keller, der Rind-und Schweine--zucht, wcgeu der Bewahrun^R.M'gi^ ^Verfertigung der Kleider, Wajche, ,des Brauens, Backens, Wascheiw, m- -Spinnen, Weben und andern Geschaffte /der Wolle und Flachs, ja überhaupt mse''

Reinigkeit im Hause uud der Ordnung