8-7 Frauzn-Distel Frauen-Haar
Ivrauen-Rvslein Freundschafft 818
HausrathS zukommt. IhreVcmchinnaen ge-he» auch mMentheils'nicht sowohl aus denErwerb selbst am nächsten, sondern vielmehrauf die Bewahrung, das in Acht nehmen, daserhalten und endlich nutzbare, vortheilhaffti-ze, wohleinaetheilte, sparsame und kluge «zu-wenden, und ausgeben- Eine Frau, die zuDiesem allen geschickt und die erforderten Ei-genschafften deS Leibes und der Seelen nebstverschiedenen andern weiblichen Tugendenhat, dahin nebst der Gottesfurcht dieKeusch-heit, Freundlichkeit, Mäßigkeit, Gedult undBescheidenheit gehöret, ist, wenn sie auchnicht eben schön oder reich oder vornehm ist,ein grosser Schal? eines Haus-sonderlich abereines Land-Wirts, und allezeit vor diesen bes-ser, als eine schöne, reiche und vornehme Frau,die dazu nicht aeschickt ist oder doch nicht wer-den will und kan. Denn ein Land-Hauswirtbrauchet keine blosse Hof-Staats-und Pust-Dame. Ist aber einer so glücklich, daß ernebst jenen Eigenschafften einer guten Frau,«uch eine schöne, reiche und vornehme, oderetwas davon haben kan, so hat er sich, wenner dergleichen Gut vernünfftig und Christlichzu brauchen weiß, desto glücklicher zu schätzen.Inzwischen stellet diese Abbildung zugleich den?weck vor, den sich Eltern, vorncmiich aberdie Frauen bey der Erziehung ihrer Töchterseyen müssen. Ja zu einer solchen Erziehungdes weiblichen Geschlechts fehlen uns nochverschiedene weibliche Schulen uud dazu dien-liche Ansiallen, daran doch, da wir unsereguten Haus Frauen und Mütter daraus ha-ben sollen, so viel im gemeinen Wesen gele-gen ist.
Frauen Vlat,Frauen-Muny,s. Miiny.
Frauen-Distel, Marien-Distel, ist einKraut mit grossen langen Blattern, so am Um-kreis zecke bet oder zerschnitten, mit scharffenStacheln besetzt, und mit weissen Flecken be-sprenget. Der Stengel ist über zwey Ellenlana, Fingers dick und stachlicht; DieNeben-Aestlein tragen allesamt mit spitzigen Dornenbesetzte Knöpffe, darinnen der lanae und alatteSacmen in weissen Haaren verborgen liegt.Dieses Kraut, welches in denen Gärten mitFleiß gezogen wird, will eine gute fette Erdehaben, und muß im Frühlinz gesaet werden,hat gleiche Krasst und Wirckung mit der Car-dobenedicten, ob es gleich nicht so bitter alsdieselbe ist.
Frauen - Eis, ist ein weisser, platter, durch-sichtiger Stein, welcher so weich, daß man ihnin zarte durchsichtige Blätter reisten und wieGlas brauchen kun. Es wird aber auch dasKatzen-Silber oder derKatzen-Stein, wiewehlunrecht, Frauen-Eis genennet.
Frauen -Haar, ist ein kleines Kraut mitzarten tieffgekerbten Blättern, so den gantzenWinter durch grün bleiben, von einer zaserig-ten Wnrtzel, aus weicher ein dünner glänzen-der Stengel hervor schiesset. Es giebt dessenzweyerley einheimische Arten, neinlich dasschivarye, so eigentlich Frauen-Haar aenen-net wird, und das weisse, welches auch denNahnmiMauer-Rame führet. Sie wachsen
gerne zwischen denen Fugen und Rissen deralten Mauren, oder feuchten Ritten derFelien- auch össters in denen Brunnen-Ge-mäuern herfiir. Beydes trocknet, zerthei-let, eros-net und löset auf, ziehet auch, wennes surre worden, ein wenig zusammen, undreiniget das Geblüte, dahero es wider denHusten, Engbrüstigkeit, Gelb-Schwind-undWassersucht, Stein - Schmertzen, Miltz-Ge-brechen und Fieber gebraucht wlrd° DieMauer-Raute wird «vn denen Bitten -uverschiedenen Kranckheiten des Viehes, wennes auf der Weide etwa» gifftigcs gefres-sen, absonderlich aber, wenn die Schwei-ne sehr erkrancken, mir Nutzen gebrau-chet.
Frauen-Müny, siehe Müny.
Frauen - Rösl-m, oder Maricn-Röslein,
ist ein Blumen-Gewächs, welches etliche, ei-nen bis anderthalb Schuh lange, gerade undrunde Stengel treibt, und etwas grössereBlatter als die Salbey hat, die drey bisvier qver Finger breit, spitzig, weich, weißund wvliicht sind. Die Blumen bestehen ausfunff Nelcken-sörmig zusammengesetzten Blät-lein, welche von verschiedenen Farben nüdentweder Feuer-roth, Purrursarb oder weiß,einfach oder gedoppelt sind. M«n hat auchwelche mit Leibfarben getüpffelten Blumen;nach ihrer Verblühunq folget eine Kegel-fvr-mige Hülse, welche sich an der Spitze öffnet,und einen fast runden Saamen zeiget. Siewerden am besten durch die Bey-Schößlingefor^epsiantzet, wollen einen guten Grund ha-ben, und allezeit über das andere Jahr imFrühling versetzt seyn, man muß sie aber als-denn von den übrigen Stengeln säubern, sonstblühen sie zu viel und verderben- Es giebtnoch eine sremde Art, welche AmericamscheMarietten genannt werden, und alle Som-mer schone rythe, aus einem selben Kelchherfür schiessende Blumen haben. Diesemüssen des Winters in die GewachS-Hauserversetzet, auch bisweilen bespritzet, oder vonunten auf befeuchtet, und erst im Frühlingbey aufhörender Kälte, wieder in die Lufft ge-stellt werden.
Fregatte, ist ein grosser Afrikanischer See-Vogel-
Fregatte, ist eine Art von Schiffen, davonsiehe das Ieitnngs-Lexicon.
Fremdling, ist der Nahme einer gewissenArt Falcken. Siehe Falck.
Fresser, ist eine Baum -Kranckheit, welchesonst auch der Krebs genannt wird. SieheRrebs-
Frettel, siehe Frettel.
Freimdschasst, diese Sache gehöret zwareigentlich in die Sittenlehre. Alicin es istdoch auch nichts in der Wirtschaffr nothigerund vortkeilhafftizer, als die Freundschafft unddie Klugheit, sslche zu erlangen, zu Kifften, zuunterhalten unv zu brauchen. Denn dieWirtschafft ist nicht nur überhaupt an die ge-sellige Hülffe und Lkbe, die aber nach demSünden-Fall meistentheils intereßirt ist, son-dern auch an diejenige Gemüths-Verfassungl Cc 5 Zweyer