Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
717-718
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7-7 Felgen-Baum

dessen, der sie unbedachtem anrühret, nichtohne Schmerken hangen bleiben. Die Fruchtvergleichet sich fast den Feigen, ist inwendigBlut - roth und einer geilen Süsse. DielesGewächs will den Sommer über zwar sattsam,doch nicht übermäßig begossen seyn, sonst sau-let das Wuryel- Blat an; im Winter stehetes besser in einer warmen Stube, (doch daßes etwas Lussc darinnen habe, damit es nichtersticke), als in dem Keller. Wennetwan einBlat davon anfanget zu faulen, welches ge-meiniglich daher rühret, wenn mit dem Fin-ger darein geknippen, oder im Winter Was-ser darauf gegossen wird, so darss man nurmit einem scharffen Oenlir-Messerlein, dasFaule an demselben Orte gantz hinweg schneiden, bis aus das Lebendige, und hernach denSchaden mit trockener Kreide oder Asche be-streuen , so wird es bald wieder heilen undzuwachsen. Die Vermehrung dieses Gewäch-ses anbelangend, geschiehet solche durch einBlat davon, welches um den halben Mayoder Anfang des Iunii abgenommen, undwenn es etwa vierzehen Tage oder wohl lan-ger in einem schattichten Orte gelegen undwelck worden, im wachsenden Monden, bisauf die Helsste tief in ein Gefasse gesetzetwird, so mit gutem, von altem kurtzen Mist,vermoderten Holtz und Sage - Spänen zuge-richteten und mit etwaS Sand vermischtenErdreich angefüllet ist, darinnen eS denn garleicht wird Wurtzelu bekommen und wachsen.Die kleine Indianische Feige aber, derenBlatter in der Grösse eines Reichsthalersoder etwas grösser sind, hat eine Schwefel-gelbe Blüthe, welche mit vielen spitzigenBlatlein wie ein Krönlein gegen der Sonnensich aufthuc. Die Frucht ist, wie an dergrossen Art, braun-roth, voll rothes Saff-tes, und mit dünnen Körnlein besetzet. ImHerbst müssen sie bey Zeiten und zwar an ei-nem schönen Tage eingebracht werden, somuß auch die Erde, darinnen sie stehen, vor-her» wohl trocken seyn. Ihre Vermehrunggeschiehet wie bey der grossen Art. Ausserdiesen hat man noch eine Sorte, die um Gui-nea und einiaen Orten in West - Indien wach-set. Der Baum ist fast Mannes starck undgantz schwammicht, hat keine Zweige, son-dern die Frucht wächset unmittelbar aus demStamme. Diese Frucht, derer hundert undmehr an einer Traube, wenn sie recht reissund schöne gelb, mit dem Messer glatt voneinander geschnitten, soll auf beyden Theileneinen ausgestreckten Menschen am Creutze,recht vvMommen vorstellen- Oi->ic»riäes be-schreibet ihn folgender Gestalt: Er ist einemFeigen - Baume gleich,'mit vielen Aesten,hataber Blätter wie ein Maulbeer-Baum, da-her auch seine FrüchteMaulbeer-Feigen ae-nennet werden. Er gieber einen Milch-Sasst,den man innFrühjahr von zarten Stämmensammlet, wenn sein äusserstes Häurlein einwenig ausgeloset wird. Erbringet des Jahrswohl vierfach Früchte, denn so bald die ersteabfällt, stösset daselbst gleich eine andere her-vor. Diese Frucht ist wie im Wachsen, also

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auch ^der Art den Feigen fast ähnlich, undgar suß von Geschmack. Sie wird von eini-gen auch darum Aoams-Felge genennet, weilAdam auö dieses Baumes Blättern sich undseinem Weibe Rocke qemacht haben soll. DerSasst des Baumes ist ein guter Wund-Balsam.

Feig-'waryen, heissen die harten kleinenGeschwülsten, die sich theils am Hintern undAusganae des Mast-Darmes, tkeils amHalse der Gebähr-Mutter, zuweilen ereig-nen, fast wie kleine Stücklein Fleisch sehe«,uud wegen ihrer Harte gar empfindlich sind.Sie entstehen gemeiniglich aus vieler undunreiner Vermischung; werden vertriebe«durch den Safft vom Feig-Wartzm-Kraut,wenn sie offt damit bestrichen werden,

Feig-'tVaryen-Rraut, siehe Braun-wury

Feimen, sind grosse mit besonderm Fleiß vollHeu, Stroh, oder nnausgedroschenem Ge-traide, deine man in den Scheunen und an-dern Gebäuden keinen Platz geben kan, aus-gerichtete und zusammen getragene Haussen,weiche man um vieles grösser, als die ordent-liche Heu-Schöber machet, uud unter freyemHimmel auf dem Felde oder in einem Hofesestet, auch solche mit einem Zaun oder son-sten dergestalt verwchket, damit das Viehnicht dazu kommen, und sie zerreißen kan.Man setzet aber'einen Getraide-Feimen also:Erstlich nimmt man eine fein lange und ziem-lich starcke Stange, wie etwan ein Heu-oder Wiesen-Boum ist, den man beym ^eu-oder Getraide-Einführen braucht, diesenmacht man unten am Karcken Ende spikigund treibt ihn etwa zwey bis drey Fuß tieffest in die Erde, damit er aufrecht stehe, uudnicht umfallen könne; Solches aber noch bes-ser versichert zu seyn, macht man drey ziem-lich starcke Stüsten, unten um den Baumher, die solchen halten helffen, daß er nichtweichen kan; folgends legt man unten aufdie Erde Reißwerck, vsu Erlen-Wciden-oderandern« Reiß-Holtzc, und setzt aus dasselbedeu ersten Krank von Garben, also daß dieSturkeln des Getraides auf das Rcißig, dieGarben aber feiu schräg, und mir den Leh-ren an den Baum zu liegen kciumen; dar-nach legt man hinter diese» kleine» Krantzimmer mehr Garben, und formiret damit denuntersten und grösten Krantz, kaulicht in ei-nen Circkel um den Baum, so breit als manden Feimen haben, oder wvrnach man einengrossen oder kleinen Feimen machen will, undso weit das Reißig gehet. Auf diesen erstenund Haupt-KraiM legt man ringsherum wie-der eine Schicht Garben, dock also, daß manin diesen andern Krantz die Garben umkeh-get, und dle Aehren aus die Aehren des er-sten Krantzes, die Sturkeln aber oben kom-men- Hieranswird der dritte Kran« gemacht,daß die Aehren wieder über sich stehen: nachdiesem den vierten, daß die Aehren untersich aekehret sind, und also fortan, bis eroben spil?iz zugemacht wird : Denn der Fei-men muss immer enger uud spitziger werdenZ 4 wie,