Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
715-716
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Feigen-Baum

Warften hervor, welche aber nicht mit eina».der auf einmahl, sonder» nach und nach rMwerden. Einige wollen die Blüthe in d»Frucht suchen, sintemahl, wenn selbigrer Vollkommenheit zu gelangen beginnet,sickdi.rinnen zarte,weisse und Purpur-färbeneserlein ereignen, welche aus dem FleischFeigen also wachseN/daß sie in dem Mittel der-selben eine Hole machen, welche Meinungwenig Beyfall finden will. Es erfordert dieserBaum einer, trockenen warmen Boden, Mmehr sandicht.als leiniichtes Erdreich, unsgrosser H-fte össrere Begiessung; Well auch dieFeigen von allem Miste, wenn er nicht sMzur Erden worden,ehe man dieFeigen -Bmmdamit )ünget, ungeschmack werden, st iß«besten, man braucheAschen oder Kalck z» ih-rer Düngung, welche ihnen sehr gut thun, «aber ja der Arund,darinn sie stehen, gar zu dnmund sandigt wäre, so kau man selben endlichstSchaf-oder Tauben-Mist verves^rn. DenenFeigen-Bäumen ist das Schröpffen nicht m-dienlich,weilen sie hernach viel tragbarer wer-den,als sie zuvor gewesen- Sie sind denen Heili-Würmern sehr unterworffen, dahero, so dsli>man mercket, daß sie den Baum durchlöchern,soll man die Löcher mir ungelöschtem Mckbestreich en. Seine Vermehrung geschiehet ent-weder durch Abbrechung einiger Ziwzlein/welche von bereits tragenden Bäumlein zi-nommen, im Martio uildAprll gebrochen,ödenmit vielen Augen beftst, und zwey oder dreySckuh lang swn Massen. Diese Iwelgiei«,welche unten weder gedreher noch geklvH,sondern mit einem Nagel oderMesserlem anf-aeripet, und denn in den Rik oder sMzwey bis drey Haber-Körnlein gestecket werdensollen, seyet man Bogenweise so liess in«gemachte Grube,daß sie ohngefehr eines HÄASchuhes hoch mit ein paar Augen aus derv-den hervorragen. Man k«n sie auch ven Ie^setzlingen, oder denen aus derWurtzel hers«-treibenden Neben-Schvssen, welche maii »iltVortheil, ohne den Stamm oder die Wurmhart;u verleken, absticht, und in eine deye-me Erde einseyet, erzeugen. Wenn ma»bMzeitige Feiaen haben will, so darff man bie>c>-bige nur mit Gafft von langen Zwiebelnstreichen; will man aber grosse Znichre d«''so muß man dem Baum die Gipffel - SMNbrechen, damit der Safft desto weniger M'schiessen nioge, sondern vielmehr iN die AiMsi6) ergiessen iüüsss. Das Merckniahl, mrm-fen Feigen zu erkennen, ist, wenn sieneschwatybraune Farbe bekoilimen ha^"-Mi'rck aber inwendig mit gelben Körner» «>>gejüllet und roth worden ist. In uiiieri!^""sehen Garten findet man auch dieIndianischen Fergen, deren man Aey 'lcy Arten,nemlich grosse und kleine hat. ^grosse Art treibet dicke Blätter, eumbreit und lang, auch wohl grosstt, uns -immer eines aus dem andern- DasBlatwird mit derZeit holtzig: die °bc>!>aber sind allezeit safftiger, wiewohl kle^. ^die untersten; alle aber sind mk klemen ^aen Stacheln besetzet, weiche tli

715 Feiz -Blat Feigen-Baum

sind, den Kern, bricht sie alsdenn zu Stücken, >thut sie in einen neuen Scherben, setzt sie auf!die Kohlen, daß sie wohl dürre werden, damitman sie klein zu Pulver flössen kan, und giebtdasseibige einem Pferd einer welschen Nußgroß in dem Futter oder auf einer SchnittenBrots mit Saltz gerieben, zu einer Zeit im'Jahr, wenn man will.

Feig-Vlnt, wird von den Jägern das weib-liche Glied an einem Stücke Wild oder andernThier genennet-

Feig-Bobnen, siehe Bohnen.

Feigen, sind eine zärtliche süsse und ange-nehme Frucht, welche in Gestalt kleiner undmittelmäßiger Birnen, von weißlicht-grüneroder Viol-blaulichter oder rothbrauner Far-be wachsen; Es werden derselbe» aus Spa-nien, Italien und Franckreich dreyerley Sor-ten zu uns gebracht,als Rorb-Feigen, Laub-Feigen, und denn die Marsilrschen, oder dieaus'Marsiüen herkommen. Ansser daß sieein gar gesundes Essen, wenn selbige mäßiggenossen werden, so sind sie, des Morgensnüchtern genommen, gut vor die Lungen- undWisser-Sucht, das böse Wesen und Pestilentz,zumahl wenn sieinMp gesotten; mit Honigvermischt und aufgeleget, erweichen sie dashärteste Geschwür- Wer dieser hingegen zuviel aeniesset, bekommt böses Geblüt, und sol-len alsdenn jungen Leuten die Läuse darnachwachsen. Der Baum, welcher diese FruchtHerfür bringet, wird der

Feigen-Äaum genennet, von deme haupt-sächlich zweyerlsy Arten bey uns bekannt sind,nemlich der hohe und niedrige- Jene wer-den an hohen Geländern an denen gegen Mit-tag zn stehenden Wänden oder Mauren auf-gezogen und vor Winters, ehe die Herbst-Fro-ste komme», gleich denen Weinstocken gede-cket, oder uitter das Erdreich eingeschlagen,nachzehends mit Bretern, Stroh, Roß-Mistoder Hanff-Werck wohl zugedecket, und vor demFrühling,und bis die Nacht-Fröste aufgehöret,nichi wieder erö^iet- Diese, die niedrigen,werden nur inKübeiundBlumesi-Toxffe ge-seyet und den Winter über vor der Kälte inWinterungen »der Gewckchs-Häuftrn verwah-ret und aussbehalten- Dieser Bamn kateineg-iii!; besondere Art von Holtz, so mir den an-dern Bäumen gar nicht überei» kommet, in-dem es Mi« schwammicht ist, und alleine imFrühling sich nach Gefallen biegen und zierlichineinander siechten lässet, nach der Zeit aber,wie Glas zerbricht. Die Rinde ist etwas zartund grau; dieselbe lässet bey ihrer Verwun-dung eine weisse bittere Milch von sich, welchesehr hitzig- Es wird diesem Safft die Tugendbeygelegt, daß er den Aussak und bösen Grind,wie'auch den Biß eines giffcigen Thieres hei-le. Die Blätter sind groß, f.'st wie die Wein-Blätter, aber viel dichter, rauher und duncke-lee, auch stärrker ausgeschnitten, und stehen aufrunden Stielen. Da andere Bäume blühen,ehe sie Früchte bringen, so stösset dieser ohnevorhergehende Blüthe seine Früchte gleich mitden Blättern, wo dieselben mit ihren Stielenauf den Zweigen aufstehen, in G?st'lt kleiner