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[1] (1764)
Entstehung
Seite
709-710
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Feder

Feder-Kiele Feder-Lappen 710

dem Herd leicht anflammen könne/ und derglei-chen heissen Feuer-Fecher.

Fechser, liehe Fachser.

Feder. Die Federn sind eine Bedeckung«der Kleidung der Vögel, worunter die Schwa-»en und Gänse-Feder», zu Anfüllung derBet-ten die nützlichsten sind/ wiewohl die erstensehr rar, und nur für grosse Herren und rei-che Leute kommen. Wie offt des Jahrs/ undauf was für ArtdaSRausse» oder dieBerupf-sung derer Gänse und Schwanen geschehenmüsse, soll an gekörigem Orte gemeldet wer-den. Hier ist nur der Unterschied derer Fe-dern, und wie damit umzugehen, kürtzlich zubemercken. Staub- oder pflaum - Federn,werden diejenigen genennet, welche unren amBauch zunächst aus der Haut liegen, und diebesten, zartesten und wärniesten Feder» sind.Die unter denen Flügeln, in den 'Seiten undan den Beinen sind etwas stärcker, aus demRücken aber am gröbste» und ungeschlachle-sten. Die, so auZwciidig an denen Flügel»stehen, weil sie etwas laiig nnd die Kiele auchstarck sind, pfleget man abzuzupffen und abzu-schliessen, daher sie Schleiß-Federn genennetwerden. Jede Sorte dieser Federn pflegeneinige besonders aufzuheben, damit sie nicht un-ter einander kommen, und man dieselben niit«rosser Mühe wiederum auszuklauben nöthighabe. Die Staub - oder Pflaum - Federn ge-brauchet man füst nur allein zu den Haupt-Küssen und leichtesten Deck-Betten, insge-mein aber vermenget man sie in den etwasschweren Deck-Betten mit den ander«subnlesien und leichtesten Federn, weil manglaubet, daß die mit Staub allein angefüll-te im Winter nicht warm genug seyn. DerMittel-Federn bedienet man sich zu denenPolstern und obersten Unter-Betten; mit de-nen gröber» hingegen und denen sogenanntenSchleiß-oder Gchwantz Federn füllet man dieunterste, gleich aus dem Stroh oder Stroh-Sack zu liegen kommende Unter-Betten an.Weil aoer die neuen Federn sehr übel riechen,und nicht allzu gesund zu gebrauche», indemsie noch nicht recht ertrockner, als werden siein eiuen Sack, oder in ein altes Eingesiedergethan, und zwey bis drey Jahr lana unter an-dere Bette», gemeiniglich unter die Ehehal-ten-Bette, zu unterst geleget, und täglich fieis-sig aufgeschüttelt. Der Staub wird gleich-falls in einen Gack gefasset, in die Sonne ge-leget, mit einem leichten Stecken des Tageszu vier bis sechs unterschiedenen mahlen ge-schlagen »nd fleißig umgewendet, wovon erschsn auszulauffe», und pflanmicht zu werdenpfleget. Auf gleiche Art wird der IßlandischsFeder-Staub, oder sogenannte Eider-Dun,bei» einem heisse» Ofen oder aber bey Hellemund warmen Sonnen-Schein, mit Spin-Ru-then l-'.pffer gischlagen, damit die offt häussgdarinnen steckenden Hülslei» und Sand davonfallen, denn werd>ii sie erst i» leichte Eingefie-der vo» Taffent vd-r Caron gefasset, und nuri» Kranckew Reise-M Sommer-Betten ge-braucht. Wenn die Federn vom Schweiß zu-sammen zeggyam, »kr jemand darauf ver-

storben , ist es am rathsamsten, das Bett vonneuemzu sedern: Zu solchem Ende Met mandieKussen etliche Wochen in freyer küsst, obenunter demDaehe des Hauses hanae», leeret ale-denn iedes Ku„c» besonders in einer wohlver-wahrten Kammer aus, lässet das Eingesieder,worein die Federn gefasser gen-esei-, mit Laneewohl auswajche», die Federn aber schlaget mänMklich durchenreRäder (Rauter) oder Siebmit weiten Löchern, vermittelst eines Gänse-Flügels oder Flederwisches, daß die subt>lesteund leichteste Federn davon stauben, und auseinen gewissen Hausse» fallen, was aber durchdie Löcher der Räder sich auf den Boden ge-sencket, wird durch ein ander Sieb mit en-gen Lochern durchgerädert, und von dem bey-gemiichten Staub und Unrath aereiniget; wassodenn von Federn sich zusammen gebacken,pfleget man auseinander zu rupffen, und gleichdem vorigen durchzuschlagen, da mau sie dennwieder einfasset, und den Abgang mit ander»Federn ersetzet. Die stärckesten Federn in denFlügeln der Gänse, sind die sogenannten

Feder-Riele, weiche vor aller anderer VögelFedern am dienlichste» zu Schreib-Federnsind, gleichwie die Raben-Kiele zum Zeichnen.Die besten !?eder-Kiele sind diese, so im Früh-ling von denen Gänsen genommen worden,sonderlich cnis den rechten Flügel»/ denn solcheviel durchsichtiger/ härter, magerer und voll-kommener sind, auch dem Schreiber besser inder Faust liegen, als die aus de» lincken Flü-geln. Ehe man Federn daraus schneidet, sol-len sie vorkero an der Sonne noch besser ge-dörret, oder durch Heisse Asche gezogen, undvermittelst eines Messers gestrismet oder ge-sireiffet, auch sauber abgeschabet wecden; »uteKiele soll man ein Jahr lang liegen lasse», s»verlieren sie alle Fettigkeit und Feuchke, DieSchreib Federn, damit man auf Pergamentschreiben will, müssen stärcker senn, als dieje-nige» , womit man auf Papier schreibt, darzudenn die Schwanen-Kiele am allerbesten tau-gen. Es werden auch dieseFeder-Aiele,zumUnterscheid derjenigen Kielen, die von den ge-schlossenen oder gerissenen Federn übrig blei-ben, Spiihlen genennet. Siehe Federnschließen,

Feder Rraut,s.heidnisches Wundkraut.

Feder-Kappen, sind zusammen gcknüpffteBüschel Federn, welche an Leinen gebunden,des Nachts gegen Tag hin vor das Hol!; gezo-gen werden, damit die Hasen oder Füchse, sssich in der Nacht aus dem Holtze heraus, undzu Felde begeben, bey anbrechendem Tage nichtwieder zu Holke gehen, sonder» ma» den fol-genden Morgen darauf etwas a»f dem Feldezu Hetzen finde» möge. 'Min pflegt auch arogWild, als Wölsse, Sauen und Hirsche damiteinzustellen und zu vcrlappen, daß sie in derStille, und ohne von denen Leuten oder Hun-den verstvret zu werden, in ihren Behältnis-se» so lange warten, bis man den Zeug a»Tüchern oder Ne!>e» herbey bringen, und stel-len könne. Zu diesen Feder-Lavpen brauchtman die Federn von allerhand zahmen nuSwildem Geflügel, als Schwanen, Trarpen,Z z Auek»