Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
705-706
Einzelbild herunterladen
 

7°;

Fak

Faß Faul-Banm

706

sobald solches geschiehet, zündet man die Hanf-Büschelein an,damit ein grosser Rauch,und derGeruch den Fasanen von dem Winde zugewe-het werde, so werden sie demseibigcn nachge-hen, und daselbst, wenn man ihnen noch über-disWeiken dahin schüttel, ohne Zweiffel lie-ber bleiben, als an demOrt, dasie vorhin ge-wesen sind. Ein anderer guter Rauch ist alsozu machen: Nimm Haber-Stroh zwey Gebün-de, zween Scheffel Hauff-Spreu, vor einenhalben ReichSthaler Campher, anderthalbPfund Anis, ein wenig Weyrauch, eine Handvoll Widerton, eben so viel Tausendgulden-Kraut, etliche Stücklein faul Linden-Holy, einhalbes Maaß gedörrtes Mall;, und vier Pferd-Aepffel; das Hanff-Stroh wird auf blosserErden verbrennet, und die Hanff-Spreu dar-auf, das übrige alles wird unter die Hanff-Spreu gemenset, und also zwey Tag undNachtdamit fortgefahren- Dieser Rauch gehet beynur etwas wenigs starckem Winde auf dreyViertel-MeilwegS weit.

Fasele» Faseolcn,pliaseolen, s.Boknen.

Faß, ist eigentlich ein rölyemes, in der Mit-te etwas banchiaes Gefaffe, so vom Völligeraus Tauben mit Reiffen abgebunden, und mitzween aleich grossni Boden ver-ehen, so zuVerwahrung eines gewissen, theils trockenen,theils flüßigen Dinges, als Bier, Wem, Co-fe»t,Meet Ze. gebrauchet wird, und daher sei-nen Namen ZZack-Faß, B'.er-Faß.weüi-Faßrc. bekönimt, Dergleichen Fasser voil derlekten Art werden am besten von eichenemHolügemacht; die Bier-Fasser aber gemeinig-!lich noch dazu inwendig ausgepicht, welches ^bey denen Fässern, darauf das Lager-Bier!kommen soll, nothwendig erfordert, bey denje-nigen aber, so man gleich verzapffet, an man-!chen Orten unterlassen wird. Die zum Brey- ^Hahn oder Weisseil - und zum Weiften - Bierebestimmte Fasser pflegen so wenig, als dieWein-Fässer gepicht zu werden. Wenn man dieVier-Fasser, nach auSgeschcncktem Biere nichtbald aufschlägst, dieselben inwendig mit Be-sem, Lappen und Wasser wohl reiniget, auchnachgehends an einem bequemen Ort sein wohlwieder eintrockne!! lässet, und an einem sau-bern Ort, bis zu fernerm Gebrauch verwah-ret hält, pflegt das Bier nach dem Fasse zuschmecken , und wird siinckend; daher? sollendieBier Fässer,und zwar vornehmlich jederzeit,'vor dem Fassen, gesäubert, die gepichten auf--gefchuret, und wieder gepicht, die ungepichtenaber misgespulet, und mit Heissem Wasser aus-gebruhet, auch beyderseits wieder fest undtüchtig gebünden werden. Eben so reine, janoch reinlicher, wollen auch die Wein - Fässer!gehalten sey», weil ein grösserer Schade durchdaran zu schulden gekommene Nachlässigkeitgejchehen kan; nm deswillen soll man dieselbe,bevor man noch Most oder Wein darauf füllet,^mit heissem Wassernnd Asche wohl ausbrühen, ^undalsdenn erst mit frischem W'sser vollendsauSjchenren und anssxülen. Wenn diesesnicht geschieht, wird der Most nach den stin-kenden Fassern gleich stimkend, und;w«r so,

daß der Gestanck nimmermehr wieder zu ver-treiben. Einige verwahren die also rein aus-gewaschenen Wein-Fasser mit Saln-Wasservor bojem Geruch, und räuchem sie mit gutemWeyrauch, damit der Wein resto länger in sei-ner Krafft daureu möge. Wen» man wissenwill, ob ein Faß genugsam gesäubert und aerei-maet, so darff man nur zur Probe ein Wachs-Licht anzünden, und es zum Spund-«ochehinein HUten ist nun das Faß nicht reiiie ge-nug, wirddasLicht alsobald ausloschen, auchder Einschlag nicht leichte brennen, wenn dasFaß noch nicht nach Ersorderung der Nothwen-digkeit gereiniget worden, Um zu wissen, obes noch einen schädlichen Geruch an sich habe,oder nicht, so schlage man etliche mahl nutsiacherHandaufdas Spund-Loch, und fahredamit nach der Nase zu, so wird man die wahreBeschaffenheit bald innen werde». Wenn dieFässer vom Schimmel beschlagen, welches infeuchten Kellern, und bei, faulen nachlä.'iae-tLeuten gar gemein ist, muß man solche mittruckenen Lappen offters wohl abwischen, fleis-sig nach den Reiffen sehen, ob sie noch gut undzantzsind, und wenn irgendwo ein M-naelhieran verspüret wird, solchem durch den Böt-ticher alsobald gebührend abhelffen lassen. Da-mit man aber der Furcht wegen des Absprin-genS derer Reiffen überhoben sey» möge, hatman in grossen Haushaltungen, wo man vielWein besitzet, grosse Fässer, insgemein Stiict-Faffev genannt, welche mit eisernen Reiste»,die nicht ss leichtlich abspringen, verwahretsind, auch'deswegen gerne geführet werden,weil der Wein darinnen nicht so starck zehret,als in den andern kleinen Fässern zu gesche-hen pstegt.

Faß, wird auch an einige» Orten vor eingewisses Maaß flüßizer Sachen, als Wein undBier ie. genommen, und hält in Sachsen dasBier-Faß zwey Viertel oder vier Tonnen,odersechs Dreylinge, oder sechs Schock, das ist, drer»hundert und sechzig Meß-Kannen, Die Grösseeines Wein-Fasses aber wird nach der Anzahlderer Eimer, so darein gehen, ausgesprochen.

Fassen, siehe Bierfassen.

Faß^eiffen, suche Reiffen-

Fasten-Schlier, siehe Brachvogel.

Fa»l-Baum, Vviede-Baum,ist ein Baumlliittclmäßiger Höhe, welcher am fnglichstenunter das Schlag- oder Busch - Holst gerechnetwird. Die Rinde ist von aussen schwartzbrau»,mit kleinen weissen Flöcken besprenaet, inwen-dig aber gelb, und so man sie kauet, färbetsie grüngelb; daher» braucht man sie auch dieVogel-Nel-e damit zu färbe», und denensel-ben eine arüuliche Farbe zu geben, daß die Vö-ael sich nicht dafür scheuen. Sein Laub beste-het!» langen zugespitzten ziemlich breiten, undrings herum zerkerbten Blättern, welche fastdem Laub des sauren Kirsch-BaumS gleichkommen, und für ein gutes Futter vor daSRind^Vieh aehalten werden, weil sie deneiiKühen die Milch niedren sollen. DasHoliztauget zu nichts besser als in den Ofen, wie-wohl es auch gute Kohlen zum Büchscn-P» ver3 > ' giebt,