Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
667-668
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Erle

weii-lichter, daher» diese die wcisse, jene aberdie schwarye Erle aenennct wird. IhreBZl'lter sind ausser deni bey nahe rund undMM subtil zäckicht. Der Saame aber wäch-set an langen Stielen, daran Trauben-weise Zäpsimi hingen; wenn nun an selbige»Aäi'siciii die Schuppen sich aufthu», so fiiea:ein gelbli6?ter (--nie» heraus, weiche» dieZeisigen gerne fressen, und deswegen fastden gantzen Winter über hier zu Lande blei-ben, auch wo dergleichen grosse Saame»tragende Erlen stehen, sich gerne Hauffen-weise aushalten. Das Erlen-Holtz taugetüber der Erde zum Bauen wenn oder aarnichts, lünüe-ien gehet es im Wasser-Bauund in Morästen, allem andern Gehvltze vor,Massen dasselbe, wenn eS vom Wasser oderSumpss beständig bedecket bleibet, undenckli-che Jahre, ohne Fäulung und andern Scha-den dauret. So dienet anch dieses Holtz un-«ergleichliä? zu denen Brunnen-und Wasser-leitungs-Röhren, ausser diesem aber denenLeisten - Schneidern, zu Schuh - Stiesel-und Pantoffel-Absätzen, und wird nicht we-niger, wegen der dauerhesste» Kohlen, mitgutem Nutzen zum brennen verbraucht- DieRinden brauchen die Hutmacher -ur schwar-zen Aarbe, inaleichen die Leder-Färber, nichtweniger die Schuster, welche noch etwas altEisen 5a zu in das Wasser legen. Die Kno-spen werden wegen ihrer guten schwarten Far-be, die sie «eben, und mit welchen das lei-nene Tnch qesärbet wird, hochgehalten; mitdem Erlen-Laub aber, welches sett und kleb-rich soll man nicht nur die Flöhe vertrei-ben können, wenn man es eine Zeitlang ineiner danjr besetzten Kammer ausgestreuetliegen lässet, und hernach mir denen darausgesprungenen Flohen anskehret, sondern manpflegt such damit die Schaase, ob sie gesund,oder nicht, zu probiren. Denn man legt ih-nen im December oder Janoario Lrien-Laubzu fressen vor, welche Schaase nun diesesLaub lustig und begierig fressen, die hält manvor gesund; die es aber nur übermaulen,ode? gar nicht fressen wollen, haben gemei-niglich Noth an ver Lungen oder Leber, wer-den daher billig vor ungesund gehalten, undsind ie eher ie besser zu verkauften. Weilenauch k>as Erlen- oder Ellcrn-Laub, wenn eszur Fäulung kommt, das schönste und kläre-st« Wasser schwary, unrein und stinckend zu!wachen pflegt, so werden die Erlen-Bäumeund Gebüsche an denen Teichen oder Fisch-,hältern nicht aerne gedultet, sondern weil sie,!wie aedacht, mit ihrem Laub das Wasser und ,den Grund insieiren, folglich die Fische kranck!«der gar abstehend machen, mit ihren Stö-cken? aus dem Grunde ausgerottet- Die Ver-!Mehrung dieses Hv-tzes geschiehet von sichselber, wenn nemlich der abfallende Saamenur die Erde ergreiffet. Es kan auch durchAusstreuung des Saamens, gleich ander,»Holize fortgepflanzet werden, es muß abersothaner Saame vorher» eingeweichet seyn.,Er wird zwar an wässerigte» Orten gepsian-lzet/ da man denn beym Emletz-n alle Zwei-'

Erlen-Fincke Erndte

ge, die über eines Fingers hech'von d-r-'Lmzel über sich gehen, abschneidet, und d»n,denen neuen Zweigen Zu einem bessern Wach«-thnmverhilsst, er schlckaet aber sonnen auch.liebsten von dem Stamme aus, lässet sich lc/chs!ich schneiden, und in di-Höhe bringen,das Welter seinem Hiebe nichts schadet in-dem derselbe wegen der sonderbaren FettiMdes Baumes, bald wieder verlausst. tzMgiebt die Erle, wenn sie nicht zu eiMelnmStämmen «wächset, sondern in Gebüscheaueläufft, ein sonderbar gutes Schlgü-'lMso man fair alle fünff bis sechs Jahre abhchmkan, nachdem der Boden gut und feucht,und wenn sie abgetrieben, (so im zunehmende,,Monde», zu rechter Jahrs-Zeit, enwederim Herbste, wenn das Laub abgefallen, Mim Früh-Iahr, da die Knospen anfangen wel-len, sich zu vergrössern, geschehen sol!),'sswäch-set und schlaget sie am Stamme in viel Sm-mer-Latten aus, und vermehret sichte,allen Hamingen. Es wächset auch auteMde und Gras ben ihr: Denn die Wurkel Hede!! den morastigen Boden in die Hohe, machet ii>»-etwas trucken und tragbar. Man hat sie««lau denen Gestaden, Usern und Rändern dei! Flüsse, denn sie wehren denen grossen WaFmi,! dasi sie nicht so leicht in die Ufer reissen krinien,j und helffeii also viel wider das An schlagen der'Wellen und streng anlauffenden Strömen,i welche an denen Dämmen und Gestaden N--schen, und die Ufer wegspüle»; unter dem! Wurtzein halten sich auch die Fische und KM! gerne auf. Man muß aber solche Erlen kld- zu Schlag-Holtz machen, denn wcim man diei Stämme allzugrvß und starck wachsen lässet,so kan der Wind seiche wohl fassen, und weilder Rand am Wasser meistens hohl, so stocktund neiget sich der Stamm gegen das AM,bekommt also das Uiber-Gewichte, undbrichlmit der Wurtzel und Ufer zugleich ein, mmtviel Erdreich mit sich, und geschiedet also Mösstern grosser Schaden an Dämmen mUsern; weiches aber, wenn man denGta«ben Zeiten, und ehe er so starck wird,ab>Mt,nicht zu besorgen ist, indeme sich die WurPsolchenfalls erstärcket, und destomehr demWgsser.i und Fluten widerstehet.

Erlen-Fincke, wird der Zeisig genennet,weil er dem Erlen-Saamen so sehr naM-ier.

Erndte, < Angst oder Cchst) dieses Mtwird theils vor die Arbeit, das Abbringen«Aufsammle» der Feld-Früchte; theils vsr dieeiiigeerndtere Früchte selbsten, da manzm»^-empel spricht : Er hat ei»e schone Erndte se-habt: Oder, eS ist ihm die Scheune mtgantzen heurige» Erndte verbrannt ; und tvevor die Zeit der Erndte gebrauchnchen insgesammt in folgenden gleich nitt im/rer» gehandelt werden soll- Die Erndredie Ab- und Einbringung der gegen den eiMstreuetsn Ssamen von Gott Reicherten AFrüchte, ist die letzte und beste Mld- uuum welcher winen der Haus-vater i«sg^

wie

um weia?erwiiien der.^ahr »ver so viel Mühe.und unverdrossene N-»M inwendet- Es hat dersclbige, be»