66; Erd Geschmack Erd-Schwanim
werten mich die Roßameisen vor derselbenFeinde «ehalten; wenn man sie demnach mitGeniülbe in auter Portion auf das Beet streu-et. »nd solches kocbstens drei, Taae hinter ein-ander thut, so fressen diese die Erd Flohe rei-ne wea-
Erd-Geschmack, sagt man, habe der Wem,wenn er von der Natur des Erdreichs, woraufer gewachsen, eine etwas unanaenehmeEigen-schafft an sich aenommen, welche vor dem or-dentlichen Wein-Geschmack im Trincke» vor-sticht,
Erd-Gcwächse, darunter werden alle Bau-me, Kräuter, Getraide und andere Früch-te, so aus der Erde hervor wachsen, verstan-den,
-Erd-Moos, siehe Gürtel-Rrauk.
Erd-Morgeln, suche Morgeln.
Erd-Nuß, siehe Erd-Eichel,
Erdrauch,Acker Raute,Tauben-Rropff,ist ein subtiles Kräntlei», welches eine dünnespitziae und lange mit vielen Faserlein verse-hene Wiuchel hat, woraus im Ansang des Apri-lis seine Blatlein, sast wiedieCoriander-Blät-jei» hervorkommen, nur daß jene zärter, wei-cher und grüner sind, Der Stenael wachseteiner halben Ellen hoch, mit vielen gleich demStengel viereckiatenNeben-Aestlei», anderenGipffel viele zusammen gedrunaene Purxur-braune Blümlein im Majo Herfür kommen.Nach der Blüthe besaamet er sich rund, wieder gemeine Coriander. Dieses Kraut ist ei-nes bittern Geschmacks, und wenn es beschnit-ten wird, so trvpstet es und weinet, wie die imMartio beschnittene Reben. Man findet ihnallenthalben in den Weinbergen, auch zuwei-len in Flachs-Feldern, hat gerne guten fettenGrund, und wird zum Ausbrennen iu. Endedes M'venS gesammlet, D s davon gebrann-te Wasser wird als eine trefllche Blut-Reinignna in scorbutischen und langwierigenKrauckheiten, nebst andern von dem Krautund Wurtzel bereiteten Artzneyen nützlich ge-brauchet,
Erdreich, siehe Erdboden.
Erd-Schollen, werden in den, thsniaenFeldern diejenigen grossen Stücke zusammengeflossener Erde aenenner, welche bey dem Pflü-gen als Stücke Taffein erbrochen wenden, undkommen von der Beschaffenheit des Erdbodensher, theils in Ansehung seiner Güte, theils inBetrachtung seiner Lage, siehe Erdboden.Es will demnach ein also beschaffenes Feld inseiner Bestellung wohl in acht genommen wer-den. Und solche Schollen müssen klein undder Acker durch allerhand Dflüaen und Arbeit,zu rechter Zeit und sonderlich alsdcn», wennihm der Saame anvertrauet werde» soll, klarwerden.
Erd Schwamm, ist ein leichtes und locke-res Erd-Gewächse, welches einen kurtzen dickenStiel, und auf solchem einen runden, breitenund platten oder spitzig zulauffenden Kopffträgt, so nach denen verschiedenen Gattungenderselben dicker oderdünner gesunden werden,Gie haben weder Blüthen noch Kvrner oder
Eremitage Erle 666
Saamen, und sind ils als eine Speise ni cie-brauchen: als die Morcheln, welche vor degesundesten und besten aeba-te» werden, Rciß-ken, Pfifferlinge, Nrätlinge, Stein-Pül-ze, Geblichen oder Ever.^chwämme, Her-ren Pülze Cbampignons,Moos.Sckw'äm-me und andere mehr; zum Theil aber sind sienicht zu essen, a!s der Wolfs- oder Bofist,der Lerchen-Schwamm, Eichen-Rüstern-undFichren-Schwamm, > - etliche sind gargisttii, als die Fliegen - Schwämme :c. vonweichen allen an behängen Orten ein meh-rers. Durchgehenks werden zw"r die es-ba-ren Schwämme von denen mehresten vor Le-cker-Bißlein gehalten, »nd entw. der alieineauf allerley niedliche Arte» zubereitet, oderan die deUcateste» Speisen gethan; alleine d»sie nicht anders als Auswürffeder Erden anzu-sehen, und von allerhand Unrath und 5äulederselben ihren Uispruua haben, so bleiben siedoch eine schleimiae, kalte und unaesundeSpeise- Mni pfleget allerhand eßbare Erd-Schwämme zu dörren. hernach zu Pulver zuflössen und solches an Brühen, Frieasseen. Pa-steten und dergleichen zu thun, welches denen-selben einen guten und anaenehnien Geschmackzu weae bringt. Siehe Schwämme.
Erd Würmer siehe Regen-Würmer.
Eremitage, Einsiedlerey, ist e,n aewissesan einem abgelegene» Orte in einem Girrenoder Busche zur Lust anaeleates niedrigesGebäude, welches inwendig niit Moos, Baum-Rinde» schlechtem Holftwerck, rauhen stei-nen, Tannen-Reisse und dergleichen beklei-det und mit allerhand kleinen Zierathen aus-gesetzt, auch zum öfftern mit verborgenenWasser-Künsten versehen, überdem aber offtans verschiedenen Abtheilungen, Gegenden undZimmern bestehet. Man bedienet sich der-selben zu einer Abwechslung, frische Lufft zuschopffen, der Einsamkeit darinnen z» pflegen,oder aber guten Freunde» ein Divertissementdamit zu machen.
Erbeben und Erniedrigen, wird von ei-nem Bären gesaget, welcher bald in die Hö-he, bald auf die Erden siehet, um etwas zuerfahren,
Erleaen, Heisset bey der Iägeren, wenn manein Stücke Wild umbringet, es sey durch ste-chen oder schiessen,
Erle, Erlen-Baum, Eller, ist ein hoch-stämmiger, eben nicht besonders dicker, je-doch gerad aufwachsender Baum, welcher amallermeisten an den Wassern und sumpstglenOrten zu finden ist, wie er denn seinenWachsthum guten theils von der sumpMenFeuchtigkeit hat, auch dahero gäbling in dieHohe schiesset, und an recht fetten Orten,jährlich offtmahls halbe» Fingers breit imSafft aufsetzet, welches denn auch die Ursa-che, des von einigen gemachten Unterschie-des, zwischen der weissen und schwartzen Er-le ist: Denn stehet sie an einem feuchten Or-te, so hat sie ein duuckel grünes, fettes undklebriges Laub, befindet sie sich aber aufeinem trvckenen Lande, s» ist ihr Laub etwas