657 srb - Zoll Erd - Apffel
Erd-Artischocken Erd-Beere 65z
Erd Zoll, heißt bey denen Müllern die justeines Zolles hebe liibermaaß, so einem neu-zulegenden Fachbaum gegen der Höhe desMahl- Pfahls zugeleget zu werden pfleget.
Erd-Apisel, ist eine Pfiantze, wovon nurdie in der Erde an denen dünnen, und ringsherum sich ausbreitenden Faserlein hervorkommende knoliigte Wurttel» genutzet werdenkönnen. Diese nennet man eigentlich dieErd-Aepffel/ allhier in Sachsen um Leipzigherum, wie auch im Magdebnrgischen, dahingeaenaber giebt man an andern Orten die-sen Nahmen denen unten berührten und da-selbst so genannte» Erd-Birnen, und nennetviel mehr die hier berührten Erd-Aepffel, dieErd-Birnen. Wie solches im Vogtländi-schen, Franckenlande und imOefferreichischengeschiehet. Genug, wir meinen hier nichrdie-jenine Frucht, die man an diesen legten Or-ten Erd-Aevffel, sondern die, so man Erd-Bir-nen nennet, dahingegen rede» wir hier vondenen a:> andern Orten so genannten Erd-Dlrnen die wir aber Erd-Aepffel nennen,und von jenen Erd-Aepffel so man hier Erd-Virnen nenuete wirb unter diesem Wort ge-handelt. Unsere hiesige Erd-Aepffel nun >üidvon verschiedener Grösse, und manchmahl ei-ner Faust groß, höckerigt, einander an derjusse-lichen Gestalt nicht gleich, auswendigrölhlicht und gläntzend, inwendig aber weißund fleischigt. Wenn sie gekocht sind, kom-me:; sie mit ihrem süssen und angenehmenGeschmack fast den Artischocken bey. Sie trei-ben ei'ien cdcr nnyrere zu vier, fünffbis sechsSchuh hohe: änne, "Mide Stengel, welche ei-ne grüne, rauh? Schale, »no eine grosse An«:chl langer, breiter, spitziger, und an demRundherum weitläufftig gekerbte Blätter ha-ben, sv eben wie die Stengel rauh anzugrelf-sen sind. An dem Gipffel haben sie gelbe,mit langen Blätlein in die Rundeherum besetz-te, fast denen Sonnen-Rosen gleiche, aber beyweitem nicht so grosse Blumen, in deren Mit-te, wenn sie verblühet, viel kleine Saam-Körnlein hervor koninie» wodurchsie aber nichtfortgexfianket werden können, sondern mannimmt die rotsten Knollen oder Aepffel, mit-telmäßiger Grösse, und leget sie im Frühlingum den Vollmond, ohngefehr drey Zoll liess,und etwan eine halbe Elle von einander, inein feuchtes und luckeres Erdreich, allwo siesich, ohne sonderbare Mühe, und Wartung(nur daß man sie vom Unkraute reiniget) un-zemein vermehren. Gegen den Winter wer-den die grössesten, so viel als man derselbenin der Küche brauchen möchte, ausgegraben,und in dem Keller im Sande bis zur Ver-weisung verwahret, die übrigen aber läßtman in der Erde stehen, weil sie darinnenzum besten dauren, doch soll man denselbendie Stengel nicht abschneiden: Denn sonstenwürden die Knollen nicht nur gank klein blei-ben, sondern auch nicht mürbe genug wer-den. Man kocht sie ans Fleisch, oder berei-tet sie, wie die Artischocken, mit Banm-Oelund Eßig kalt; man pflegt sie auch zu backen,oder mit Saltz und Pfeffer auf gemeine Art,
oder aber mit Fleisch-Brühe und Eßig sauerzumrichten. Was man in der Küche nichtgebrauchet, kan man den M .ist- Schweinengeben, als vor welche sie ein tresiiches Fres-sen lind-
Erd-Artischocken, werden von einigendie nur erstbeschriebenenErd-Aevssel aenannt.
Erdbeben, ist ein Donner-Wetter, so indenen unterste«! Klüfftcn der Erde von derEntzündunq schweflichter und salpeterischerAdern, Gänge und solcher verschlossenerDünste, entstehet, indem dieselben dünnewerden sich und die Lufft ausdehnen, grös-sern Platz brauchen, und also um sich herum,über und unter sich stossen, ja wohl gar mitGewalt durchbrechen, und alles, was ihnenim Wege ist, zertrümmern, wenn sie sehrfest verschlossen, chre Menge groß, und dieHöhlen sehr fest, die Erde aber umher nichthohl oder iöchericht ist. Wenigstens erfolgetnach dem verschiedenen Verhältniß dieser Um-stände eine größere oder geringere Erschütte-rung des Erdbodens, und man wird an denenobern Flächen dieser Oerrer, ja allen deine/was darauf gebauet ist, hefftigs Stöffegewahr.Bisweilen w rd alles eingeworffen uns zerris-sen, oder es thnt sich endlich die Erde gar auf,verschlinget Städte und Dörjfer, wirffr undsvenet g-inyeReccn von Schwefel, Pech,Feu-er und Steinen von sich, zerspalt:! die Ber-ge uns Felsen, verursachet Erden-Fälle unddergleichen. Und es kan solchergestalt wohlnicht leicht geschehen, daß man mchr aller-hand Anzeigen eines Erdbebens in der Lufft,an cem Wasser, an denen Thieren und sofortgewahr werden sötte, welches hier nicht aus-geführet werden kan. Man wird aber leichtdaraus ernennen, daß diese Sache der grosseGott unter andern solchen natürlichen Wir-kungen ebenfalis zu einem gan» besondernMittel feiner erschrocklichsten, plötzlichstenund nicht zu entfliehende» Strafgerichten we-gen derer damit verknüpften Umstände brau-chen könne, wodurch Menschen und Thiere,ja gantze Wirtschafteten, Städte und Länderheimgesuchet, und in einem Augenblick ver-derbet werden müssen. Wohl dem, der als-denn bereit ist, vor ihm zu erscheinen.
Erdbeere, sind kleine, rothe oder weisseFrüchte, welche entweder in Wäldern, aufBergen und Hügeln, vsn sich selbsten wachsen,oder aber in Gärten mit Fleiß gezogen werden.Jene sind zwar die kleinsten, aber eines natur-lichern und kräfftigern Geschmacks, als diese,deren man dreyerley Sorten hat, als: diegemeinen grossen und rothen Erdbeere; dieweissen Erdbeere, und die grosse» EnglischenErdbeere, welche die Frantzvscn t'^prons heis-sen. Die Pflantze, worauf sie wachsen undwelche Erdbeer - Rraut oder Erdbeer-Strauch genennet wird, hat raube, äderichte,und am Rande herum eingekärbte Blätter, wel-che oben grün und an der untern Seite weißlichtsino, und deren allezeit drey beysammen aufeinem Stiele wachsen. Der Haupt-Stengelbreitet sich in viel zarte und etwas rauhe Zwei-ge oder Stena?!ein auS, und träget weisse ansX ; funff
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