Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
607-608
Einzelbild herunterladen
 

Cichet

von der Frucht, das ist, von der Eichel aufzu-ziehen: Denn wenn er vom Stocke wieder ausund in die Höhe wächset, so wird er nicht so ge-rade und geschicklich wie andere. Obwohl eini-ge diesen Baum schneideln, so geschiehet es dochnie mit Nuken, uild mehrentheils nur vonunverständigen Hairswirthen, indem durchdas Schneide!» der Safft aus allen Seiten desHiebes hsraus und in die Schoßlinae dringet,folglich denen Gixffel-Aesten, als die er nichlerreichen kan, dadurä) die benöthigte Nahrungenrzoaen wird, daß a!>o ein auf solcheArt be-handelter Baum, von wegen der Nässe, mitGewalt von oben hinein faulet, und mülmigtwird; dahingegen er ausser solchen Fall, einervon denen festesten und dauerhasstesten Bäu-men ist, von welchem die Naturkündiger schrei-ben , daß er hundert Jahr wachse, hundertJahr stille stehe und gesund bleibe, und hun-dert Jahr an seinen Kräfften wieder abnehme,oder eingehe. Seine Knospen, welche sehrzart und empfindlich find, halt die Natur un-ter allen Bäumen am längsten zurücke, damitsie nicht von dem Froste Schaden nehmen, undzu Grunde gehen mögen. Er ist auf denenSchlägen vor andern Bäumen wvhl zu dulten,indem er dem jungen Unterwnchs nicht so nach-theilig Mit Unterdrucken ist, noch mit seinenWurtzein, nach pcoporrio» seiner Stärcke, soweit, wie die Linde oder Buche, um sich greif-st, sondern seine Geilunz und Safft am mei-sten durch die Herk-Wurtzel erhalt. Uibri-gen« machen starcke Froste denselben gerne Eis-klüfftig Von dielem Baum kan man alleTheile brauchen, nemlich das Laub zur Streuund zur Düngung, ingleichen auch zumFleisch-Rauchern; die Früchte, nemlich dieEckern oder Eicheln, zur Schweine-Mästungund die ausden Blättern wachsende Eich - oderGall-Aepssel zum Färben undzurDinte; dasHoltz theils zum Bauen, besonders zum Schiff-Bau, Mühl - und andern Wasser Gebäuden;theils zu Böttiger-Holft; theils aber, was zuerstgedachtem Gebrauch nicht tauglich, zumMaltz Darren und Ziegel-Brennen, auch ei-ne gute warme Srube zu machen. Die Rindedavon wird doppelt aenuket, indem sie erstlichvon denen so genannten Roth - oder Loh-Ger-bern zu ihrer Haute-Gare häufig gebraucht,nachgehends zu 5oh Ballen oder Loh-Kuchengemacht, und init besonderer,vl-nsxe, stat desHoltzes, den Winter durch im Ofen verbrannt,üuerdem aberauchzurDüngung, wovon dieserArt. nachzusehen, gebrauchet wird. Ja so garder aus denen Stöcken und Aesten der alten Ei-chen gewachsene Schwamm hat seinen Nnkenund dienet sowohl zum Färben, als auch, wcnner in einer scharffen Salpeter-Laugen abge-kocht, getrocknet und wohl geschlagen worden,als ein Innrer zum Feuer anmachen. Uiberdieses haben auch alle vorher beschriebene Siücke des Eichbaums ihren besondern Nutzen inder Artzney: Denn daS Holy und die Späne,gesotten und davon getrmicken, dienen vor diegeschwollene Füsse, Wassersucht und Frantzv-sen, weswegen das Eichen-Holtz auch ^.ixnumLanitvjp vel (Zuajacum Lermariorum, das

Teutsche Frankosen - Holst gencnnet wirdDie Blätter sind gut vor das Zahn-Md iMfaule Zahn-Fleisch. Die Würmlein, so mi-schen dem Hvltz und der Rinde sind, dienenvor blöde Gehör und Ohrenklanz. Uibechemaber sollen sie an stat der Ocksmiie zum Mben gebraucht werden können. Die Eiche»sind nützlich gegen den Stei» , Muttsr-Be-schwermig, gifftiger Thiere Biß und Bi»l-Harnen. Die Schwämme stillen das BimenDer Eichen-Mistel wird vor die schwereRch'rothe Ruhr und schwere Geburt gebrauch^äusserlich am Hals oder Ann getragen, Mler dieFruchtim Mutterleibe; mit Hark»!»Wachs zu einem Pflaster zemackt, zeitiget erdie Beulen und Geschware. Ja aus beneiifrisch - gehauenen eichenen Hvltz-Späiie» Haiman auch einen ziemlich guten Eßig zuzuberei-ten gelcrnet-

Eichel, (Ecker) ist die bekannte FruchtdüEich-Baumes, welche etwas langlicht-rn^doch oben spitziger sis unten, und am AMgleichsam mit einem Käppgen oder Mützzn,bedecket ist. Sie kommen ohnmitkelbac «»idenen Aesten und Zweigen hervor, und hänge»an langen und dünnen Stielen, sind von ver-schiedener Grosse, und stecket ihr Kern, wel-cher hart und eines Herden und strenge« Ge-schmacks ist, in einer ansangs grünen, undwenn sie reiff worden, braun-ausselMenSchale. So bald sie zu ihrer Zeitigung gelan-get, fallen sie aus ihren Müttgen oder NäPMheraus, und geben sowohl den wilden, altzahmen Schweinen eine rrefliche Nahrung,wiewohl auch darinnen ein Unterschied ist, dajdie länglichten, die man an einigen Orte»Dacbs-Eickeln Heisset, die süssestcn lindarossesten, und daher» auch die besten zur M-stung, die andern aber, welche man Hary-Eicheln nennet, küryer und runder, auch et-was bitterer, und deswegen den Schwein«nicht so gar anständig sind. Die schlimmße»aber unter allen find die Eicheln von den Mnannten Zirn-Eichen, denn diese mack.en wFleisch an den Schwemm körnig und hatt, mbenehmen ihme also die sonst von Natur an s!°?habende Annehmlichkeit. Hieher möchien!«»auch die Vuch-Eckern, (so die Frucht M!Nnen Roth - oder Trage-Buchen sind) referMsiehe Buch-Ecker. Wenn die Eckern odttEicheln reiff worden, läßt man solche euwe-der um etwas gewisses, z. E. um die HM»lesen, oder aber man lasset sie liegen, und Sgen einen gewissen Zins eine propornoim»Anzahl Schweine in die Eichenwälder m-den, und eine bestimmte Zeit lang darinn "hüten, welches man die Schweine m !>'Eicheln schlagen heißt. Siebe Ulast u»Schwein. Die gelesenen Eicheln, M-'

ei>t>veber an der Liiffc, oder aber, damit sie ^Wurm nicht so leicht angrciffcn, und M.b,.,e sich desto täuger halten "wgen, ^osen gedorrer, und hieraus in der Z-uM »schroten, oder, wer die Kosten Muer,'

Spülicht eingequellet, den

aeiieure» Sauen votgcs«tkich«!'

roh, oder imaus die Mast gestemn Sauenlei.