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[1] (1764)
Entstehung
Seite
601-602
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6vi Ege-Balcken Egel-K r«ut

den möge. Sie bestehet aus drey bis fünfDal-ken, darinnen die Zincken stecken, und zweySchienen, welche nahe an den Seiten durchtie Balcken gestecket werden, um solche in ei-ner beliebigen Entfernung von einander zuhalten. Es sind aber zweycrley Arten Egen,neinlich Egen mit hölyerncn Zincken, undEgen imt eisernen Zincken. Jene habenfünff in gleicher Weile von einander stehendeBalcken, so man Ege -Balcken nennet, wel-che auf beyden Seiten, vermittelst der durchgedachte Balcken, fast am Ende durchgestecktenhöltzernen Schienen, zusammen gehalten wer-den, ein ledcr von solchen Balcken hatgemei-«iglich zeden unten und oben vorgehende höl-zerne Zincken, daß als» deren funffzig an einerEgesind. Diese, die Egen mit eisernen Zin-ke» aber sind nur mit drey Balcken, und eben-falls mit oben und unten zugleich, oder auchunten alleine vorgehenden starcken eisernenZincken versehen, und werden in schweren undqveckigten Feldern mit grössermNutze», als diehvlkernen gebraucht. Die

Ege-ZSalcken, sind dritthalb Ellen lange,und drey Zoll breite, in der Mitte dicke Höl-zer, worinnen gemeiniglich zehen Ege-Zincke»stecken.

Ege-Haken, ist ein etwan fünff Vierteloder^anderthalb Ellen langer, und vvrnen ge-krümmter Stecken, oder selbst gewachsenerHaken, dessen Gebrauch in nächstfolgendemArtickel vorkommt.

Ege -lar-ffen, geschiehet von jungen Ma-den oder Weibs-Personen, denen man nichtviel Tage-Lohn geben darf, welche hinterden Egen hergehen, und dieselben mit einemgebundenen Leingen, oder mirdem Ege-Hakenheben und lüfften, daß sich der Sasmen nichtzusammen schleiffe; oder wenn man Qvecken«der anderes Unkraut aus dem Acker eget, daßdie Egen desto reiner gehalten werden, und die-se folglich auch um so viel desto besser egenkönnen.

Egel, siehe Blut-Egel.

Egel - Rraut, Pfennig-Rraut, und we-gen seiner vielen Tugenden, Onrum mnrl>,z,das ist, vor hundert Kranckheiten dienend, ge-nannt, ist ein gemeines, in allen feuchtenWiesen, Angern und Gras-Gärten wachsen-des bekanntes Kräutlein, mit einem langen,dünnen, an der Erden hinkricchenden Stengel,welcher zu benden Seiten runde, fette, undwie ein Pfennig formirte grüne Blatlein hat.Zwischen diesen und den Stengeln wachsenim May kleine gekirnte gelbe Blünilein. DasWüryelcin ist dünn mit kleinen Faserlein be-dangt, ans welchen, etliche kleine Reisleinwachsen, mit denen es Schlangenweise hin undwieder schleiffet. Dieses Kräutlein dienetsonderlich j» denen Kranckheiten der Lungen,Brust und vielen andern Zufällen, wie es dennauch zu Wen Wund - Tränckcn taugt. DieSchäfer pflegen es zu pulvern, und denSchaafen fleißig unter die Lecken z» thun, alswelches ihnen zur Gesundheit und Abwendungallerley ihnen zustossenden Gebrechen wohl die-

Egeln Egen 60-

nen soll. ES giebt noch eine Gattung vomEgel- oderMennig-Kraut, davon der Sa-?' enaus America zu uns gebracht wird, rasselbekriecht nicht also aus der Erden, wie unser ein-heimisches , sondern wächset aus einer dickenWnryel recht über sich, blühet aber in diesenLanden nicht, will warmen Sonnenschein undmaßige Feuchtigkeit, auch einen guten mitSand und Mist gemengten Grund haben Mansäete? im Frühlin? in Geschirre, doch kan manauch die zarten Schossen ick die Erde einlegen,da sie bald Wurheln bekommen; im Wintermuß eS eingesetzt, und bisweilen mit laulich-tem Regen-Wasser besprenget werden.

Egeln, oder Ilen, sind breite leber-sarbneWürmer, welche denen Sckiaafen, mehren-theils wenn sie mit Haber gefüttert werd-n, inder Leber wachsen, und sowohl darinnen, alsin den Gedärmen umher kriechen, auch dieSchaafe sehr beunruhigen. Dieses Unaezieferzu vertreiben, muß man zwe» Pfund Knpffer-Wasser, zwey Pfund Schwefel, zwei, PfundLorbeer, zwei, Pfund schwaryes Erlen Laub,sieben grosse FakrenMuwelü/UNdEael Kraut,zwey mahl so viel alsderWmtzel nehmen, al-les wohl pulverisiren, unter einander mengen,und denen Schaafen unter die SM-Leckengeben, dieselben aber drey Taae nicht trinckenlassen; den vierte» und fünfften Tag daraufmuß man von denen mit diesem Uibel geplag-ten Schaafen eines schlachten, und fleißig nach-sehen, ob ihm die Egeln vergangen. Wo sol-ches nicht geschehen, muß man die Cur vier-zehen Tage nach der ersten Lecke wiederholen,da sie alsdenn gewiß vergehen werden. De-nen tragenden Schaafen muß man weniger ge-ben; in der ordinairen Lecke muß das schwär-ze Erlen-Laub, und gedörrtes Egel-Krautfortgebrauchet werden Andere nehmen z-irtxulverifirte Salbey, Wein-Rauten, Roßma-rien, Schwefel und Lorbeer, eines jeden einenLöffel voll, vermischen alles klein gepulvertunter einander, und gebe» den Schaafen einwenig davon unter ihre Lecke. Zu Pulver ver-brannte Mohn-Hälipter, oder aber Ericn- undEichen-Sprossen und purer Hüner- Mist kleingestoßen, unter einander und mit der Saüz-Lecke vermengt, soll die Schaafe gleichfallsvon den Egeln befreyen.

Egen, heißt mit den höltzernen geviertenEgen, welche der Landes-Art nach, entwe-der hölker^e oder eiserne Zincken haben, undzwar allemahl zwo zusammen gehenckt, dieAecker nach der Länge und Q»ere wohl überzie-he». Es ist dieses eine von den nothwendigstesAcker-Arbeiten mit, welche sowohl bey derWinter - Saat als auch bey der Sommer-Saat vorgenommen werden muß, also daß einLandmai!» das Jahr viermahl mit den Egen zuarbeiten hat: ^emlich erstiichcn, wenn zn derWinter-Saat der gerührte oder gewandteAcker eingeeget, und hierauf das Aehre» oderzur Saat Ackern vorgenommen wird. Zumandern wird nach den, Aehren, wenn man dieWinter-Frucht eingesaec, solcher Saamenqgch eingeeget- Zum dritten, m»ß der vor

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