Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
585-586
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5«5 Dünger

Blattern und dergleichen ohnedem wsaaeschmissen wird; Gassen - oder Strassen-Norh, welcher bey nassem Wetter zusaw-men geschnüffelt / kury Stroh oder nur qe-,! ^ dachtes Garte«qeniste eingestreuet, und her-)>ix nach eine Zeitlang in ziemlichen Haussen lie-^j>! gen gelassen wird, bis er von der Sonnen,'''»!> Lufft und Regen also durchwircket, daß erzu gebrauche» dienlich seyn möge, welcheraber nicht gerne drey Jahr in den Feldern^ G verspüret wird; Gerber ! Lohe, welche manvorher» ein paar Jahr oder lanqer «erliegen^ «M lasten muß, ehe man solche in den Gärtenstii,^ gebrauche» kan; Hauß-Rehricht, Hobel-^pane, Horn-Spane und andere Abgäng-M» ! linge von Hörnern und Thier - Alauen;l Ralch; Leder in Wasser geweichet, da denndieses eine gute Düng-Lauge giebt; Lerm-rvande von alten Gebäuden, sonderlich vonVacköfen, ZNe,ischen-Roth, Mergel, der inZähen und leiniigten Feldern mekr Nukenschaffet, als aller anderer Mist; Ofen-Ruß ;pferch von den Schassen; ausgestochene Ra-> stn, wenn man solche ;u Haussen schlaget,>">k- und ein Jahr lang liegen lässet, da sie denn, A" in seichten, sandiat und steiniaten Aeckern,A« auch i» mager-werdenden Hopssen und Wein-.11 !M. bergen gute Dienste thun; Sage-Späne von'l M den Schneide-Mühlen, welche den Acker sehrmürbe, aber nach einiger Meinung sehr sauermilv machen; Salpeter, welcher viel zu der»IS Fruchtbarkeit des Erdbodens beytragen soll,chuki wie von alten Zeiten her davor gehalten wor-lt sl Ä! den, immaffen schon Virxilkis Leorß. t.ib. I,"Wli!! ingleichen <^olume»z6e re ruliicz I^ib. 2 .cgp.

ia bekrässtigen, daß die Alten den Saamen- tmk! mit Salpeter fruchtbar gemachet, wovon un-ter dem Wort Düng Lauge weiter nachzu-^«! lesen; Schlamm aus Teichen, GrabenZM und Dümpsseln, weicher ebenfalls ein Jahrlang über einander liegen muß, wenn mansolchen mit Nutzen gebrauchen will. Eben so'-"A- macht mans mit der Asche von Stein-Kohlen" jzi! mw Torf; Stoppeln, indem sie gleich nach" der Erndre untergevffüget werden; Tangeinoder Nadeln von Kiesern-Fichten-uud Tan-nen-Holtze, welche, wo Stroh-Mangel vor-Handen, zusammen gerechet, und zur StreuA. gebrauchet werden, aber bey weitem nicht' so gut düngen, als der Stroh-Mist; 'walck-Haare, welche auf denen Walck-Mühlen^ der Gerber und Tuchmacher abgehen, und^ eine bessere Dünaung als die Gerber-Lohe' geben -c. siehe Mist. Es düngen auch dieWurtzelnvon einigen Pflaiwen, wenn sie er-' sterben, in der Erde. Z. E. die grossen Wurtzelnvon der 15 bis 20 Jahr gelegnen kip-rcelr«-.^K.', Eben so bessert und dünget auch die Färber-ei Rorhe den Grund und Roden, den der.5?. Wind aussauaet. Nicht weniaer thun solches, B' die weissen Feig-Bohnen, it. Rohr. Endlichthut solches auch die blosse Mist-Pfütze, und. M überdies wird alle Düngung entweder unniit-telbar oder aber mit und an den Saamen ini-Pl die Erde gebracht. Dieses letzte geschiehetK vermittelst derer Düna-Lauzen, wovon derfolgende Arlicie! handelt.

Düna - ? auqe 5»6

Dung-Lauge, ,g ein gewisses zubereitetesWasser, darein einiae den Saamen, ehe,ie ihn unter die Erde bringen, behutsameinweichen, und halten davor, daß diesesnicht nur die Stelle der gemeinen Düngungvertrete, sondern sie noch übertreffe, ja dieschönste Saat daher erwachse, und die reichest«Erndte darauf ersolae. Sie wird von unter-schiedenen auch unterschieden zubereitet. DerAbt vont^i//--»»,» in seinen

N /' so 1708 zu Paris heraus ge-

kommen, erinnert nebst noch verschiedenen an-deren Arten der Einweichunaen. daß man Sal-peter in siedendem Mist-Pküi-en Wasser zer-lassen, und noch darzu Regen-Wasser neh-men könne, darein Horn-Klauen von Thie-ren, Leder und Häute, Federn, Knochenund dergleichen Sachen mehr aeweichet undgefäulet, in welcher Düng kanqe der Saa-!ne aufqvellen, und hernach wieder trocknenmüsse, ehe man ihn aussäe. Noch eine an-dere Art der Einweichunq in dergleichen Lau-ae, nebst allem, wie man sich därbey zn ver-halten, beschreibet Cdrist. Trautmann inseinem Iittanischen Calender, vom Jahr1720, welche er selbst vvrqciiommen, und fürnüklich befunden. Er hat hierzu gemeineHM Lauge und Mist Lacke genommen, dar-ein Schaas-Lorbcrn aerühret, gebraucht undderen so viel genommen, daß solche Laugeeinen halben Firiaer breit über da» Metraide,so in zehen Massel, das ist zwey und einerhalben Meken bestanden, gegangen- In die-ser warm gemachten Lauge zerließ er einPfund Salpeter, nnd muste solche wiederkalt werden, ehe er sie aus den Saamen goß,den Saamen ließ er eine Nacht in dieserLauge weichen, nach diesem schüttete er ihnan freye Lufft auf einen Boden, da dieSvn«ne nicht hinkam, und trocknete ihn dergestaltan der Lufft, da dieser abgetrocknet, zerließer nochmahlen ein halb Psnnd Salpeter in derwarmen Düng-Lauge, und weichte, da die-se verkühlet, den Saamen annoch vier Stun-den ein, und ließ ihn sodeim wie vorherabermahlen an der Lufft trocken werden. Eserinnert aber gedachter Trautmann, daß die-se Einweichung mit guter Behutsamkeit ge-schehen müsse, damit der Saame sich nichtübergvelle und börste, wodurch er alle Trei-bungs-Krafft verlieret und nicht einmahlaufqehet. Da nun diejenigen, so sich einersolchen Lauae bedienet, nicht in Abrede seynkönnen, daß dieses Einqvellen des Saamensaar mühsam und zugleich gefährlich, überdieses auch kostbarer, gls das gewöhnlicheDungen, so lasset man annoch dahingestelletsenn, ob solche Düng-Lauge als eine vor-theilhaste Düngung wahrhafftia anzuse-hen. Man hat noch viel mehr Arten solchervegetabilischen Laugen, um den Saamen da-durch zu präpariren und fruchtbar zu machen,davon in der entdeckten Gruft natürlicherGeheimnisse, ingleichen in v. Ri-hnholdsoecvnoiniz experimental! viel zu finde». Ja die-ser lekte hat sie auch sonderlich bey der Ge-legenheit des Zcigerischcn «>-'> vexe»lMiT z gevru-