Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
577-578
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577 Drescher-Haus Drescher-Lohn

Mittags- und Abend-Brot nacher Hause ge-henden Körnern desto besser Raum und Quar-tier darinnen verschaffen kennen, oder aber,wenn ihnen ihre Weiber das Morgen-Brotbrächten, so Mieten sie die ausgeleerten Nu-pftundTöpsse, ja manchmahl nach Geleaen-heit, wenn etwan die Katze aus dem Hause,Wohl gar die Körbe Mit Körnern an. Ob nunwohl, wenn etuör und der andere ein Schalckist, deswegen nicht ai,e davor gehalten wer-den dörssen, nichtsdestoweniger, weil Gele-genheit Maus-Korsse »lacht, und ein einstigesräudiges Schaf eine gantze Heerde anstecket,so ist am besten, wenn man auf alle einwachsames Auge hat, sich össters und unver-sehens bey ihnen in der Scheune finden, »ichzuweilen etliche Schütten ausgedrojcheiiStroh nachdreschen läßt, um dadurch hinterihren Unileiß und Betrug zu kommen, undsik deshalb« nach Verdienst bestraffen zukönnen : So wird auch dieses viel zu der Ehr-lichkeit der Drescher dentrazen, wenn der Be-amte, Pachter, Meyer, Verwalter oderKorn-Schreiber selbsten jederzeit die Scheu-nen früh, Mittags und Abends aus - undzuschließt, und t»e Schlüssel davonja nichtdenen Dreschern auf Treu und Glauben h»i-giebt, als denen sie leicht zum spitzigen Höltz-gen werden dürssen. So ist nian auch wohlberechtiget, durch Meister Steppgen oder denhandgreifflichen Auwald, sowohl die Dre-scher Ficken, als ihrer Weiber Körbe zu Zei-ten zu visitirett, wenn Verdacht vorhandenund die Gerichte solches verfügen, wodurchsie gar leichce zu Verstands gebracht werdenkönne». Der Beamte oder Verwalter sollauch über iede Sorte Getraides mit denenDreschern unverdächtige Kerb-Stöcke oderKerb - Hölüer haiten, und alle Aufhebenfleißig anschneiden, sowohl zur Sicherheit derHerrschaffr, als auch zur seiner

Rechnungen.

Drescher.Haus, also werden in einemDorsse oder bey einem Ritter-Gute alle die-jenigen Häuser genennet, deren Besitzer, sieseyn gleich Eigenthümer davon, oder sil-en»ur zur Miethe darinnen, aus dem Ritter-Guts-Hofe, um einen gewissen und bestimm-ten Lohn zu dreschen gezwungen sind.

Drescher-Lohn, ist dasjenige, was denenDreschein vor ihre saure V^ühe und Arbeitzuni Lohne gegeben wird. Und das geschieheientweder mit Gelde, wenn sie nemlich nachdem Tage-Lohn, (welche Art aber einemHausvater nicht wohl zu rathen ist) oder vordie Schocke oder vor jeden Scheffel ein gcwisses Geld bekommen, welche Art um rarh-samsten, aber auch am wenigsten im Gebrauchist, oder wenn sie um einen gewisjen Theilvom Aufheben, als um den zekenden, M'ölfften bis sechzehenden Scheffel dreschen, nachwelcher lelzrern Art siegemeimgllch das Lcdnsowohl von gutem als geringen Getraide purnur in guten Kornern, nach Gewohnheitoder dem Herkommen gemäß, entweder gestri-chen oder gehäufft oder aber, welches dasgemeinste, nur mil dem Halden Haussen he-

0«cvnvm.

Dresch-Flegel Dreyfaltigkcits-Blums

kommen Es ist am besten, wenn man ftiüalles mit ihnen ausdinget, wenn mau übleGebräuche und Herkommen «n einem Ortsantrifft, wo^rne sonst der Herrschasss ftey'e-.'assen ist dreichen zu lassen, wen sie will- Al-lein wo gewisse Hau,er und Leute das Rechthabui, den Drusch aus dem Gute vorzüglichzugemessen, d? kommt o,t vi,.lauf das Her-kommen an, varaus dieselben bisweilenfreylich viel Recht, so esst unbillig ist, ^langethaben.

Dresch-Flegel, oder schlechtweg Flegel,auch Drijchel genannt, ist dasieniae Ina»,-menr, womit die Korneraus den Achsen oderHülsen ausder Scheun Tenne ausgeschlaaen,oder ausgedrvschen werden. Es besteher sol-cher aus einem dnttehalb Ellen langen, enva«mehrals Daumens dicken Stecken, von Ha-ft!,,- oder Hollunver-Hoike, welcher dieHand-Rrirke genennet wird , und -us demFlegel selbst, welches ein rundes Stück-chen-Holtz, vier und zwanzigjs sieden ur.Szwanzig Zoll lang, und an dem einendrey Zoll dick übers Ercuk, an dem aiweulaber, wo die lederne Kappe darüber kommt,etwas geringer, und wenn er haiten soll,vom Stamm-Ende des Buch-Baums ae-macht seyn muß. Diese beyden Stücke habe"jedes seine besondere lederne Kappe, wovondas eine die Ruthen-Rappe, das anderedieFlegel-Rappe genennet wird, und sind andiesen beyden mir zwey ledernen Netz-Rie-men befestigte Kappen durch ein starckesledernes Mittel-Band, welches <NejHsaiAdie Charniere giebt, zusammen gesüget, da-mit der Flegel bey Schwingung der Ruthehinfalle, wo der Drescher will.

Dresch-Tenne, siehe Scheun Tenne.

TMesbeinig Faß, siehe Döse.

Treydratig, wird dasjenige wollene Garngenennet, da einen solchen Faden drey ge-wöhnliche einfache Fäden ausmachen.

Dreyer,M die bey uns bekannte kleineScheid-Munze, welche drey Pfennige in sichhält, daher auch sein Zeichen, womit er inder Rechnung bemercket, Pfennige ist. Esgehen derer 4 auf einen Groschen , solglickmachen 64 einen Gulden, ?s hergegen einenReichsthalcr aus.

Dreyfalngkeits - Vlume, Freysam-Äraur, kriechende Viole, auch Streff-Mütterlein sonsten genannt, ist ein niedri-aeS, aber seinen Farben nach, holdselige»Blümlein, welches iedoch keinen Geruch hat;bestehet aus süiiff Blälllein, davon die ober-sten beyden Purpur Färb, die mittlern zweyweiß, und das unterste gelb ist, hat einendreyeckigen inwendig holen Stengel, dasKraut aber rundlichte und ausgekerbte Blät-ter. Man findet sie sowohl auf dem Felde,als auch, wiewohl mit einiger Veränderung,in denen Garten, und blühen solche in denenMonaten Zunio und.uilio. Sie werden ge-säet, oder von Zetlheiliina der Slöckleü, fort-gepflanzet, uns im Frühling im wachsendenMonden in eine luckere gute und feuchte Er-de versetzt. Diejenigen Sgam-KrrMem, so