Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
575-576
Einzelbild herunterladen
 

;75

Dresche»

Drescher

'NMM

4 ' ? ,'t^

HM

W

WWlW

GlÄMlP'>

l ! '

M'/"'l!

>ß>

nöthiget ist. so lastt derselbe iekt Korn, herna-cher etwa» Gerste, ferner Haber, denn Erb-sen, Wicken, Linsen, Weihen ic, abwechftls-weise dreschen; wie viel und in welcher Ord-nnnz aber, läßt sich ohnmöglich vorschreiben,sondern es wird solches einen ieden der Marcktftibsten lehren. Dieweil aber diese bcschriebe-e Art z» dreschen nicht anders, als durch et-liche gewisse dazu angestellte Personen verrich-tet werden muß,gleichwohl aber dieses manchenHausvater allzu kostbar und auch zu gefährlichwerden will, wie bald unten davon erwähnetwird; also sind immer viele darauf bedacht gewe-sen, wie man auf andere nicht so beschwerlicheArt das Dreschen möge verrichten können, undetwa nur eines Menschen darzu benöthiget jey.Hierzuhaben alsde» die Gelehrten wegen ihrertiefferen Einsicht ihren Beytrag ebenfalls nichtfehlen lassen wollen, dannenhero findet msn in

deneni'sx ^26. nebst

der Beschreibung auch einen Entwurfs von der-gleichen Machine,wslche in der That An. 1700in Erlzen einem Chur-Braunschweigsiche»Amte erfunden und erbauet worden, womitin einem Tage drey Personen so viel Getrai-de ausdreschen können, als sonst achtzehenVersonen auf die gewöhnliche Art vermögendgewesen, und soll noch vor ziemlich gut ge-sunden worden seyn; so ist auch l-L-Sturmin seiner vollständigen !Mchlcn-Dau-Aunstl>. m. Z4- lab. Xi.il. bemühet gewesen,eine zu dieser Arbeit sehr dienliche Mühleanzugeben. Die allererste Dresch-Mähie aberist in Churland 1670 erfunden worden, und167? verunglücket und abaebrannt. Diesesoll zugleich das Korn gewurft, und gesie-bet und in Kaste» aebracht haben. SieheNatur- und Kunst-Geschichte 1724.m. Oet.' Indem aber diese und andere dergleichen Er-findungen bald wegen ihrer so kostbaren L»»-ttruaionnichtvvniedem in das Werck zu rich-ten, bald wegen der so vielen Künstelungund gar zu Minute» Ltimxolirivn von keinerBeständigkeit, bald aber und zwar meisten-theils m riicoriu wohl ihre Richtigkeit ha-ben, in der k>rz»! aber amioch ihren Änstoßfinden; wie denn nur gedachte Braunschwei-gische Invsnr!c>l> das Stroh gar zu sehr zer-schmeißen soll, daß man dergleichen nicht garwohl wie das andere zu Heckerling und derübrigen Nutzung gebrauchen können; also istbis dato die einmahl eingeführte Art das Ge-traide mit den sogenannten Dresch-Flegelndurch gewisse darzu angenommene Personenausschlagen zu lassen, imnter noch vor die be-qvemste gehalten worden. Indessen wäre dochzu wünschen, Saß man wegen obgemeldeterUrsachen vermittelst der -»ecti-micjne dieseDresch-Machinen zu verbessern, simpler zumachen, und so viel möglich so zum Standezu bringen suche» möchte, daß sie nicht zuviel kostete», und doch gleichwohl nut Er-sparung der Zeit, derer Leutej und Koste»eben so gut und rein das Geiraide auözu-dresche»dienete». Bey denen Alte», davonu, ^iicro2. P.I. paß. ZIV. ii. handelt,hatte man Drksch-Waltze»/ mgieicheii Dresch

576

Schlitten mit Eise» beschlagen, Jassir niaeinen Ochse» und ein Pferd spannete, d»Knecht aber sich auf den Schlitten setzte imdsolchen beschwerete, das Pferd hingegen vor f>Kher über die ausgebreiteten Garben trieb An-dere, sonderlich,die Jude», hakten DreH-Wagen, welche theils durch ihre eniMb.tc» Rader, theils durch die a» die Mmfest gemachte» Kneppcl das Gerraide,man damit darüber fuhr, zugleich ausbrü-te» und auekloppeten. Die älteste und m-meineste Art aber geschahe bloß durchWAustreten der Ochsen, welche darauf herumgesühret wurden.Die>e Art ist auch nochmT»-ropa,z. E, an einigen Ort-m in Ungarn, HrM-reich, Liefiand und Churland gebräuchlich. A,-selbst es auch in eingeheitzten Scheunen mshöltzernen Tennen mit Pferden geschieht, M»befestiget auch zu dem Ende an einigen dich,Oerter gewisse breite höltzerne Tritt-tzs.chan die Beine der Pferde oder Ochsen. Mdem Churlandischen Dreschen und Korn, s«man »ach der Kornwaage in denen See-StÄ-te» einkaufft und viel daraus halt, kan mmnachsehen !>uppl. IV. ^>-r. !i. der Nstur-MKunst-Geschichte In Teutschland ckrbedienet man sich in einigen Gegenden desAusreitens oder AustretenS durch die Pferde,aber nur bey dem Haber, da sie dieselben ent-weder auf eineni ordentlichen, docherwaS lan-gen Scheun-Tmne hin und wieder über sel-chen treibe», oder aus einem besondern dar-in angelegten Tenne in der Runde heMreiten, und den Haber also austreten laM.

Drescher, obwohl ei» jeder BauersmM,oder Bauer-Knecht, der entweder, wie je-ner, sein eigenes, oder, wie dieser, ftiiicSHerrn Gctraide ausdrischt, ein Drescher >!>,so pfleget man doch nur insgemein diejeiilaetialso zu heisse», die einem andern ums Mzu dreschen pflege», es geschehe nun freyM-lig, daß sie nemlich dreschen dürften, wo mwem sie wollen, oder zu Zwange, da ncnibAauf gewissen Häusern die Beschwerde liM,daß deren Besitzer auf diesem oder jenem ^)i>-fe oder Gute alles vorhandene Gemide, mleinen gewisse» gemessene» Lohn, ausm-schen müssen, und, ehe und bevor solches !pi schehcn, niemand andern dreschen diirMwelche Leute Zwang - Drescher, oder (>w>! man dergleichen Drescher niehrentheil« «^ Edel-Höfen und Ritter-Gütern hat) am^»ilt einem ansehnlichern Nahmen, MM»Hc>fe-Dreschcrgene»net werden.^

! nicht, wie es die armen Leute müssen vem!ben habe», daß man ihnen hcur zuj gar wenig gutes zurrauer, und hingezci 'viel ichlimnies beyinisset: Denn gcMi!»S>^sollen >ie nicht reine genug ausdrejcyen, !« ^der» viele Körner zu»! Schaden des e>S>'lyums-Herris im Stroh lassen, entweder 'Trägheit, oder >»ber aus einer unnolYig'Uunnützlichen Hulkigkeir, damit siel""'?balde ferriz werden, und zum Aulheben >men. Man giebr ihnen Schuld, sie ?->». ,deswegen weiieStiesseln und t'effeDchul' !damit sie denen, mit ihnen