Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
561-562
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Döbel

Dörr-Wartzen Dohle ;6-

Diptam; und z) der weisse oder gemeineDiptam, auch Eschen - "wiirrz, genanntDer Crctische D,pram treibet von seinerWurste! etliche Harke, runde und rauhe Sten-gel über sich/ welche sowohl als die Zweige,mit kleinen, als runde» und weistlichtenpaar-weis geaen einander überstehenden Bläkleinbeseht' sind. An den Si'isten der Stengelkommen in länglichten Aehren im Heu-Mo-na^ Purpur-farbene Blumen kervor, welcheeimm sehr angene^n!en Geruch von sich ge-ben. Dieses Gewächse wird bey uns im Früh-jahr in Gefasst, die mit guter luckerer undsanvigter Erde gefüllt sind, gevflanl-et, unddemi fleißig beaosse». Dessen Fortpflantzunggeschiehet durch Ze-theilung der Wurstel; DieBlatter von den Sichren sind in gifftiaenKranckheiten treflich aut zu gebrauchen. Derfalsche Crensche Diptam, welcher iu Ita-lien wild wächset, aber bey uns gleichfalls indenen Garten aezoaen wird, iedoch keiner be-sondern Wartung nöthig hat, kommet seinenBlattern nach dem erstbeschriebenen rechtenCretuchen Diptam bey nahe gleich, hat aberhärtere Aeste und Iweiglein, welche etwasrauher und woiiichter erscheinen. Die Blu-men wachsen rings um den Stengel, wie andem Andorn, riechen 5,st wie der Pole» ; istaber an Krafft und Wirckung dem CretischenDiptam lange nicht gleich. Der »eisie oderyeineine Diptam, welcher sonsten auch, we- ^«ei! Aebn!ichkeir der Blätter, so sie mit denEschen-Baum-Maltern baben,Eschen Vvurzgenennet wird, hat eine starcke knotigte Wur-zel, welche sich in viele Neben-Wursteln zer-theilet. Die Stengel wachsen Ellen hoch.Die Blumen sind Purpur-roth und weiß,spmiülicht und mit Jederlei» durchzogen, ei-nes scharssen, iedoch lieblichen Geruchs, nachwelchen in kleinen rauchen und bräunlichtenSchoten ein schwarster alänkender Saameufolget. Seine Vermehrung geschiehet durchdie Wurstel, welche im Herbst zertheilet, undalso in gutem Grund sertaepsianstetwird. Erwachset auch ausser deyen Gärten in Gebirgenund Wildnissen von sich se !bst; und wird in-sonderheit die Wurstel wider den Gisst, anste-ckende Seuchen, und andere Zufälle sehr ge-ruhmet.

Distel-,sinch, siehe Stiegliy.

Distüliren, suche Destllliren.

Distiliirre "Master, siehe Abgezogene.

Dirgen, suche ZArach-Vögel.

Döbel, ist ein Unkraut, "weiches im Ge-traide, sonderlich aber gerne unter dem Haberund Gerste wächset, hak einen dünnen Haimmit einer Zangen zweyzeiiigen Aehre, darin-nen der Snamen, so in kleinen langli-cht-run-den und oben mit einer lanaen Spitze versehe-nen Körnlein, welche wechselsweije gegen em-«nder über sitze», bestellet, eben nicht ?>'t festestecket. Wenn unter der Gerste viel Döbel be-findlich , so rauscht das davon gebraute Bier»at baide, und macht die Köpie wüste.

Döbel, ein Fisch, suche Alken.

Dörnlein-Daum, siehe Cornel-Vauin.

Dörre, suche Darre.

Dörr-Waryen, sind gewisse also genann-te Margen, welche denen Pferden im Mau-le wachsen und mache», daß dieselbe» nichtwodl zunehmen können, solche zu vertreiben,muß man die Warsten mit einer guten schar-fen Scheere aufs kürtzeste, als man ka», ab-schneiden, und hernach dem Pferd das Maulmit Honig und Eßig wohl auswaschen. Mauka» auch, wen» die Dörr Warften rein ausder Haut geschnitten, die Adern mit einemheissen Eisen berühre», hernach ei» wenig ge-salstene Butter auf den Ort, da die Wartzenaestanden, lezen, und mit einem warmenEisen fein hinein brennen, so wird keineDörr-Wartze mehr auf solchem Platz wach-sen.

Döse oder Dese, ist ein Gefasse von Bött-ger-Arbeit, unten am Boden weit und obenetwas enger, wie ein entzwey geschnittenes undumqekekrtes Stück-Faß^ anf dreyen verlang-ten Dauben, und also bohl stehend. Sie sindvon verschiedener Grösse, und werden deralei-chen sowohl zum Waschen als Backen" ge-braucht, da man denn in denen letzter», ncmlichin denen Backdösen andertbalben, oder zwe»und mehr Scheffel Meh! auf einmal eüiteige»und einmachen kan. Man hat auch Richldö-sen i» Brau-Hauser», welche von ziemlicherGrösse, und oben weiter als »»teil sind, auchauf keinen Fusse», sondern gleich denen Bot-tiche» auf dem R'»d, den die Tauben rinasherum machen, siehe». Diese werden an de-nen Orten, wo man keine Kühl-Schiffe oderKühl-Stöcke hat, zu Abkühlung dcS Biere«gebraucht.

Docken, zu allerley Geländern sind die ausHolst, Stein, Eisen, Meßmg u. s. f. gemach-te Verzierungen der Brust Lehnen und niedri-ge Stüken, welche meistens aus Seulgen, sovon unterschiedenen Gliedern zusammen gese-stet sind, bestehen, und von Drechslern, Bild-schnisterih Steinmetzern, bald nach ihrem ei-genen Gutdüncke», bald nach gewissen Regel»der Bau - Kunst ausgearbeiret werden. Wiese'.bke nach allen Ordnungen zu xroportioui-ren, findet man in Sturms vollsrandigerAn-Weisung zu Pracht Gebäuden, Ihre Höhe,zusammt dem darüber liegenden Sims, mußjedesmahl die Brust-Höhe, wenn mansich et-was bücket, das ist höchstens drey Schuh aus-machen. Siehe Mathemat. u>-».

Docht, siehe Tacht.

Dodle, (Thole, oder Dakle, wie sie ei-nige nennen, ist eine Art von Krähe», fastüber und über Kohlschwark, so gar, daß, wiebey deue» Raben, auch der Schnabel uud dieFüsse von eben dieser Farbe sind! doch hat siehinten an dem Kopf.wo der Hals ansänget,gantzgraue Federn, die ekwas vom Halse selbst ein-nehmen, recht auf vie Art, wie man etliche Kra-de» siehet , die sich dadurch von denen aanyschwarken Krähen unterscheiden. Ihrer Grös-se nach alxichet sie einem Häher, nur daß dieDohle an der Brust etwas dicker, und also derHäher viel schlancker und langlichter aussiehst.Sie ist von Natur diebisch oder vielmehr Gnd-liebend, lan aber mit Recht nicht wohluimrS; d '