;;7 Diarium . Dicker Lappen
geschickter Haushalter seine Haus - Avotheckemit einem und dem andern auf diese Art prä-parirten Medicament von selbst versehen kan.
Diarium oder Tage-Register,ist einBuch,darein ein guter Haus-Wirt/ in hecie aber einVerwalter, alltaglich das/ was er eingenom-men, und was er ausgegeben hat, oder wassonsten in Wirtschaffts Verrichtungen paßiret,fieißia und accurat einzeichnen und aufschrei-ben soll, um nicht nur bedörffenden Falles, ei-nes und des andern in der Haushaltung vorge-gangenen sich wieder erinnern, sonder» auchdie WittschsfftS,Rechnung desto besser darausverfertigen zü können.
Diat, begreiffet nichts anders in sich, alsden höchst vernünfftigen Gebrauch der Speiseund Tranckes, nebst der Beobachtung derjeni-gen andern Mittel, wodurch, der Leib einesMenschen verpfleget, und die Gesundheit er-halten wird. Es kan sich ein ieder, nach er-langter wahrer Einsicht in seine Natur, diehierzu nöthige Regeln von selbst vorschreiben,wenn «zugleich sein Absehen aus die Beschaf-fenheit der einmahl eingeführten Lebens-Artmit richtet. Nur muß man der Diät nichtjähling und auf einmahl allzuenge Schrancke»setzen, weil sonst dergleichen Veränderung,ja'die allergeringste Äusschweiffung sogleich«llzuempfindlich seyn kan; Derohalben schrei-bet l 'komskuü in seinem kuryen Ent-wurfs der politischen Rlugkeir, cap. 8!Dergestalt bringet Veränderung nicht nur Lust,sondern auchNuken. Doch muß die Verän-derung nicht allzustarck, noch auf einmahl, nochtäglich geschehen. Die Wirtschafft kommt ineinem Lande sonderlich auch aus gesunde Leu-te an. Darzu aber dienet vor andern einegute Diät, zumahl ein Wirt nicht allezeit im-mer Artzeney habe» kan. Die gelehrten Wirtekönnen sich nun zwar leicht darinne hclffen-Wicwohl such diese rffters die schlimmsteDat halten. Allein denen Einfältigen, son-derlich dem Lanb-Wirt muß man nebst aller-hand dahin zielenden Policey-Gesetzen undAnstalten, dahin auch ein gutes Medicinal-Wesen gehöret, darinnen zu Hülffe kommen,ivmahl derselbe viele Dinge, die zur Diät ge-hören, weder weiß, noch beobachten kan. Dochist die Beobachtung der Diät in Essen undTrincken, wie auch in der Bewegung noch amleichtesten. Moruü und k>vru- sind zwey Din-ge, die, wenn sie recht eingerichtet, vor vie-len Kranckheitcn bewahren. Hier ist es nichtmöglich, deshalb genügsamen Unterricht zuge-ben. Allein man kan dazu vor andern brau-chen Richters Erkäntniß des Menschen, desHerrn Iustitz Raths und Leib-i^ic- v. CarlsTrackar von der Diät, und Schmids bibli-schen kieciicum. Darinnen kan ein Wirt dasnöthigste in diesem Stuck finden.
Dicke Rippe, Heisset man an einem ausge-schlachteten Rinde dasjeniaedicke Fleisch, wel-ches noch über der Schoß-Rippe nach den Vor-der-Vieiteln gefunden wird.
Dicker Lappen, neunet man an eben dem-selben Vieh ein Stücke, das zur Seiten ausdem Wanste gehauen oder gchackct worden.
Dickigt Dleten 55s
Dickigt, heißt bey der Jäaerey, ein Ort,der mit vielen und dicken Srräuchern und Ge-büsche bewachsen ist, und denen wilden Thie-ren vor unnutzen Nachstellen derer Müßiggän-ger, schädlicher Raub-Thiere und Hunde zurBeschutzung dienet.
Dick-Maaß, nennen die Jäger das Bastoder rauhe Häutlein eines Hirsch- oder Reh-Bocks-Gehörns, welches von diesen in die Hö-he schiesset.
Dictam, siehe Diptam.
Dielen, wird diejenige Arbeit genennet,wenn die Zimmerleute einen Fuß Boden mitPfosten oder von Bretern, s:, in Taffein ge-flossen, legen, wie denn ebcu ein hierzu zu-gerichtet Bret eine Diele Heisset. Es ist dar-be» acht zu geben, daß der Beden allezeit ei-nen, doch gar nicht mercklichcn Fall gegen denEingang bekomme: Im übriaen wird der Bo-den entweder unmittelbar auf die Balcke» ge-nagelt, daher, wo diese nicht Wagrecht lie-gen, sie ausgefüttert werden müssen; oder eSmuß erst darzu ein besonderes Laser sormiretwerden, wie bey den Stuben nöthig, die un-ten aus der Erde sich befinden- Der Zwi-schen-Raum gedachten Lagers oder der Balcke»wird mit klarem durchgelaussenen Schutt, derrecht trocken, ausgefüllet, daß keiue Diele hohllieget. Und weil eine gemeine Bret-Längegar selten die Länge des Bodens ausmachet,auch vielmahls die Umstände nicht zugebenwollen, besondere Dielen nach der erforder-ten Lange schneiden zu lassen, weshalber dieallermeisten Dielen Stoßweise geleaet werdenmüssen; So ist dahin zu sehen, daß allezeitbey iedem Stoß, Fuge auf Fuge zutreffe- wel-ches man öffterS theils aus nichtswürdiaer Un»achtsamkeit, theils aus tückischer Bisheit un-terlassen findet-Dienst, siehe Frohn-Dienst.Dienst-Boten, suche Gesinde-Dienste, werden in der Wirtschasst als Gu-ter angesehen, dadurch einer andere Diensteund Güter erlangen oder die einer dem anderngeben kan. Und es ist ordentlicher Weise derschlcchterdinaes nöthige Anfang etwas zu er-werben, wenn einer auch nur durch seine innereLeibes- und Seclen-Krässre entweder von Na-tur oder durch Fleiß im Stande ist, Di.'nste zuthun, wenn er auch von andern Gütern nichtszum Anfang hat und besitzet. Darum solle»sich alle Menschen bemühen im Stande zu seyngewisse Dienste zu leisten. Kommt nun Ar-beit, Fleiß, Treue und Sparsamkeit darzu, s»kan es nächst göttlichem Segen nicht fehlen,daß er nicht wenigstens seine Nothdurfft erwer-ben und also wirthschafften könne-Dierlein Baum, siehe Lornel-Bamn.Dicte, ist ein nicht allzu grosses, an einemEnde spikig zugehendes Behältniß, so ans ei-nem über einander gerolltenStücke Wpier der-gestalt bereitet worden, daß m«n allerley klei-ne und in eintzeln Stücken bestehende Waaredahinein -packen und beysammen erhaltend be-qvem fortbringen kan.
Dieren, heißen diejenige!! Gelder, welchedenen Bedienten bey Höfen Kusausserordcnt-S 4 Uch-n