Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
549-550
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54? Datteln

gelb, hat inwendig einen kleine» harten Kern.Wer Dattel-Kerne stecke« will, muß solchevorher» zehen bis Vierzehen Tage in W-ssermit ein wenig Wein unv Brantewein vermi-schet, einweichen, und, wenn sie wieder ab-getrocknet, diesf'higen in eine gute luckereHolk -Erde stecken, so wachsen sie unter sich,und treiben noch im ersten Jahr ein lang ge-spitztes und gefallenes Blak über sich. Soman dieser jungen Dattel - Bäume fleißigwartet, sonderlich aber sie jährlich versetzet,so treiben sie alle Jahr ein neues Blar, manmuß aber, weil sie nur eine eintzige schlechteWurtzel mit wenigen haarichten Fasern ha-be», die sich nicht i» die Erde flechten, mitdem Versesten einen besondern Vortheil ge-brauchen, dämit die Erde nicht davon falle,geschiehet aber dieses, so ist es auch ums Ge-wächse geschehen. Sie erfordern warme Lufftund Sonnenschein, und mü»en mit laulich-'tem Regen-Wasser, das vorher an der Son-nen-Hike gestanden, gehörig besprenget wer-den. Die Kälte können sie durchaus nicht ver-tragen, daher« muß man sie vierzehen Tagevor Michaelis in ihr Winter - Qvartier ein-tragen, aber nicht auf die Erde, sondern et-was ni die Höhe stellen , wo man, nachdemes kalt oder gelinde ist, vom Anfang des No-vembers, bis in die Mitte des Martii, ein,zwey oder drey mahl des Tages einheilet, undsie durch den gantzen Winter offters nicht, alsein-oder zweymahl, mit Regen-Wasser be-feuchtet. Vor dem May-Monat soll m.ui sienicht heraus in die freye Lufft bringen, sonderneine solche Zeit abwarten, wenn gute warmeLufft, und bald ein fruchtbarer Regen zu hof-fen ist-

Datteln, sind die Frucht des grossen Dat-tel-Baums, langlicht rund, wie die Eicheln,aber etwas grösser, welche äusserlich ein röth-Uch gelbes Hautlein haben, worunter einsusses und.gleichsam schleimigtesMarck ent-halten, in dessen Mitte ein sehr harter läng-liche runder Kern lieget, durch welchen derLange nach ein Ritzen gezogen ist. Diejeni-gen, so 'von Tunis kommen, werden vor diebesten gehalten. Es müssen aber die Dat-teln schön groß und vollkommen, ohne Run-zeln, aiiswendiz röthlicht-gelb und inwendigMiß, vor allen Dingen aber noch frisch unovicht zergvetschet, vielweniger, wurmstichigseyn, auch einen guten und Zuckerfässe» Ge-schmack haben. Sie werden m der Arl-neygegen den rauhen Hals, Husten, Schwind-sucht und dergleichen in denen Brust-Tran-ken und Trisenetten, gleich denen rothenund schwartzen Brust - Beerlein, gebrauchet.Sie dienen auch gegen dieNieren - und Bla-sen-Mängel, so von scharssem Urin entstehen,killen die LeibeS-Schmertzen und den Durch-lauff, und stärckei! die Frucht im Mutter-Leibe, daher sie denen schwängern Weibernsehr dienlich sind, zumahl da auch, durchderen Gebrauch, der unordentliche Appetit,kic, und genannt, bey ihgen unter-

brochen wird. Leute, die gerne was niedli-ches essen, gebrauchen sie zur Speise, indem

Datura Daubenkropff 550

sie solche dckmpssen , und mit Wein, Zucker,Zimmet und andern Speeereyen zubereitenlassen: Mai: nimmt endlich den Kern nebstden inwendiaen Häullein aus denen Dat-teln, lasset sie in Butrer dampffen, «liessetalsdenn Wein daran, wirfft Citronen-Scha-len, Zucker und etwas Zimmet darein: Oderes werden zuforderst die Datteln in Wein ge-weichet , mit diesem hernach zum Feuer ge-setzet und darüber gedämpffet, wenn nachdem,wie schon gemeldet, annoch Citronen-Scha-len, Zucker und etwas Zimmet hinzu gethanworden, werden sie angerichtet, und darbeyannoch mit Zucker und Zimmet bestreuet.Die truckenen werden auch mit unter demConfect bey uns aufgeseket. Sie sind zwardem Munde angenehm, aber darben schwer zuverdauen, und geben eine dicksafftige zäheNahrung, verursachen also im Ueberfluß ge-nossen Verstopssnng der Leber. Die frischensind mehr blädaffrig und schädlicher als dietruckenen.

Datura, ist ein ausländisches Blumen-Gewächse, wlches aber auch in unsern Gar-ten erzielet wird. Man hat davon zwcyerleyGattungen: Die erstere hat ihre» Ursprungaus Ost-Indien , die andere al'er aus Egy-pten. Diese ist schlechter, und ihre Wur-zel stinckt. Man pflantzt beyde aus Curiosi-lät in unsere Gärten. Die Frucht aber wirdnicht, ausser in sehr grosser Hiue, reif. Da-her haben wir nichts als das Anschauen derBlumen davon. Sonst aber foll sie einensehr hefftigen Schlaf machen, und denen un-getreuen Weibern derer Indianer dienen, sichihrer Männer zu entledigen, um ihrer Hurereynachzugehen.

Dauben, Heisset man diejenigen, theilsaus hartem eichenen, theils aus weichem Holtzgerissene Stücke, welche, wenn sie an derLufft wohl ausgetrocknet, zu allerhand Arte»grosser und kleiner Fässer dienlich aehauen,auf derFug-Banck an einander gefüget,mitdem Zirckel alsdenn gehörig in verlangterGrösse umrissen, hernach mit dem Beile ge-lencket, mit dem Schnitt-Messer und Hobelaber gestreifft und abgezogen werden, damitdas Faß seine behörige Rundung und Formbekomme. Wenn denn diese aus den Fugenmittelst des Blochs sauber und nette vollendgefüget, daß auch nicht ein Tropffen Was-ser hindurch gehen kan, pflegen die Böttchernachmahls sie auszusetzen , durch den Setz-Reiff zu befestigen und stehend^u machen, sö-denn zusammen zu schlagen, über das Feuerzu setzen und zu bezwingen, endlich wohl ans-zuschlaqen, und sie Fugen alle gleich zu ma-chen, daß das Gefasse, weiches daraus sormi-ret worden, seine rechte beliebige Forme bekom-me, indem es nicht nur runde, sondern auchvier, sechs und mehr eckiite Fässer giebt, dahe-rv auch darzu gehörige Dauben, aus mancher-ley Art zubereite! werden müi.en.

Daubcntwopff, ein zartes vielbläkterich-tss Kräiitlein, welches purpurfarbene Blü-then unv eine zäsenchte Wurtzel hat, in Wein-bergen wachst, u.td wider icervutische, gal-S » licht«