Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
547-548
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547 Darre Darr-Haus

Darr-Horde» Dattel-Ba»m

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stat dieser nur einiger durchbohrten Darr-Brerer zu bedienen, derer Beschaffenheit beyBeschreibung der Maly-Darre zugleich er-wehnet worden^ Sonst aber heißt auch dieThür vor demDarr-OsendasDarr-Blech.

Darre oder Dörre, also heißt man gewisseArten vonOefen, aus oder in welchen aller-ley Feld - und Garten - Früchte aetrocknet / ge-backen und gedörret werden. Man hat derenbey einer Land-Wi tfqaft beyderley nöthig,nemlich: ?^ne Flachs-Darre, ctneMaly-Darre und eine Obst Darre, deren Erläu-terung unter ihren Principal-Benennungenzu suchen sind.

Darre, ist eine Kranckheit an Menschenund Vieh, da beyde gantz nicht aedeyen, son-der» fast gar ausdörren. Die Kinder, welchees mehr" betrifft als erwachsene Personen,rflegtman in diesem Fall mit einer gemach-ten Salbe ausungesali-ener Butter,Schwein-und >?chafs-Fett fleißig zu streichen: DenenPferden, bey denen man es auch das Feuernennet^ sticht man vornen an der Brust dasAell durch und durch, steckt ein StückleinChrist-Wurstel eines Zolles lang dahineinund lasset diesevon selbst wieder heraus schwären: Bey den Vögeln, so man in den Bauernaushalt, findet man hinten über demSchwantzein mit Materie angelauffenes Bläsgen,welches man nur aufdrücken, und den Ortmit etwas ungesaltzener Butter oder Hirsch-Inselt schmieren darf,

Darre , ist eine denen Wald - Bäumenhöchst schädliche, und das Hary-Hsly mehrals das Laul'-Holy betreffende Seuche, wel-che die Bäume abscheulich verstellet, dieSchale abtrennet, worbey die Baume wurm-stichig und dürre werden, und weil das Holtzschwammigt wird, mithin also desto eherWasser an sich ziehet, leichtlich saulen, ver-derben , und an den Gipfeln einbrechen. Vornicht allzulangen Iahren soll in Thüringenund andern Gegenden, an unterschiedenenOrrcn dergleichen Darre, (so man auch einZSaiim-Sterbei, oder Holy - Pest nenne»mochte), auch in das Laub-Holtz gekommenseyn, so gar, daß ganste Flecken und Holtz-Refieren davon verdorben und verdorret seyn.Solchem Uebel nun vorzukommen, damit esdie nah - geleaenen und anstossenden Höltzerauch nicht inficiren möchte, hatte man tiefeGräben darzwischen aufgewcrffcn, auch dieWursteln von denen angesteckten Bäumen inden Graben abgehanen, und heraus gerissen,auf daß sie die Wursteln der annoch gesundenBäume nicht berühren , und gleichfalls mitder Seuche anstecken möchten, wo, durch denndieser Hvitz-Pest durch Gottes Gnade gesteu-set worden. Das medLkwürdigste, was mandabey beobachtet, ist dieses, baß nur ein Ge-schlecht das seinige und nicht auch das ande-re, und also die angesteckte Alpe die dabeygestandene Eiche, die inhcitte Fichte die da-bey befindliche Tanne nicht angestecket.

Darr-Haus, ist ein tleines und um FeuerS-Gesahr willen von ander» Gebäuden abge-sondertes Haus, nminnen entweder eine

Flachs - oder Maltz-Darre, oder aber eine Ob?.Darre geschickt und beqvem angebracht-'wovon an behorige» Orten einniehrers.

Darr-Horde», sind insgemein viereM-aus haseluen Gerten bestehende Geflechte,»maus das Maltz bey dem Darren auszch-,»//wird. ES dürffen demnach diese nichts»,weit-löchericht geflochten seyn, dM,^Maltz um so viel weniger durchfallen kW-Daß diese von mehrerer Dauer, und um svw!begvemer ausgebessert werden mögen, wemdurch öfternGebrauch eingetrocknet oderM.hafft worden, pfleget man auch viereckigeszerne Rahmen, durch deren Mitte ein sta^Qver-Biegel gehet, mit dergleichen Gerleiiauszuflechten, uud sind solche/ wenn sieiUFleiß gemacht, allerdings denen Darr-Ka-tern vorzuziehen. Weil aber alles HMdurch so vielfältigen Wechsel der Nässe»»Hitze unbeständig und mürbe gemacht M,giebt es an dergleichen immer etwas zu des-sen!, und in dieser Absicht haben einiu iieKosten nicht angesehen, und Horden mjDrarh verfertigen lassen, welche zwar un-streitig von besserer Dauer, aber von d»Mältzer eine genauere Aufsicht, gleich de«Darr-Blechen erfordern, indem sonst Mleicht das Maltz zu hart gedörret >«Mkan.

Dartre, ist eine nicht lange bekannteKrM-heit der Pferde, welche in einem Geschickean der Croupe des Pferdes oder anch mHals unv Korff bestehet, die Haut angreift,ein grosses Jucken verursachet und Mlcht,daß sie sich reiben, wenn mans ihnen Mverwehret- Es entstehet aus einem gallichle»Geblüte, daher ists am besten, daß man ih-nen von innen die Galle und Schärfe adsOre, dazu denn allerhand Mittel schon bekmlsind.

Dattel - Naum, ist ein Baum, m i«man zweyerley Arten hat, nemlich den Msen und den kleinen. Der grosse Darm'Vaum, l^lm» mzjor wachset»!

häufigsten in Indien, wird aber auch in G-rien, in Arabien, im gelobten Lande, »in Africa in grosser Menge gefunden, Mer zu einer solchen Höhe und Stärckeget, daß er die schönsten Bau - Stamme »bet. Er hat eine schicfferigte und WMRinde, und flösset am Stamme seine vM'tigs Aeste Herfür, welche mit Blattern Wsind, den Veilwury-Blättern gleich. ^ne Blumen sind in einem Deckel »der«verschlossen, so zwischen denen Neffen mkommet. Wenn sich derselbe Deckel susV ' !brechen die weissen Blumen hervor, I« ? >kleinen Stielen hangen, nach welchen ue ^grosser Qvantitat Trauben-weis be»>>»^hängende Früchte folgen. Der klelne ?".tel-Baum oder wilde, auch von amsonst 17k»rruirin>>l>« genannt , wird '

Tage in vielen Gärten Deutschlandes Mden, nnd hat zwar gleichfalls einen ^ten Staunn, gelanget aber zu keinerbern Höhe. Er ist mit Weiden -

versehen, seine Frucht fieischigt und