Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
541-542
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5>,i Damen-Spiel Dam-Hirsch

scher Damast aenennetivird. Man hat vonoben beschriebener Art Gelegenheit genom-men, und ebenfalls ein Gewebe mit allerleyBildern, Blumen, Laubwerck und deralei-chen auö FIaä)s gesponnenen leinenen Garnverfertiget, welches zu Bett-Gerärhe, Qveh-len und Tischzeug in der Haushaltung ge-brauchtwird, und auch Damast Heisset. Die-ser ist entweder gantz weiß oder bunt; derbunte ist abermahls entweder blau und weiß,oder weiß und grau, welches graue von un-gebleichtem Garue eingeschossen ist. Man kandergleichen am allerseinsten aus Holland undSchlesien, wie auch aus der Lausitz nachWunsche an Breite und Güte gemacht bekommen. Die Erfindanq dieses Leinenen Da-mastes aber will man denen Babyloniern zu-schreiben.

Damen-Spiel, ist ein gewisses nachdenck-liÄes Spiel auf dem Brete, so durch Himund Wieder - Ziehen gewisser Steine geschieht.

Dam - Hirsch, Dämlein, Dann - Hirsch,Tann-Hirsch, ist eine sonderbare Art vonHirschen, welche nicht aller Orten , wie diegemeinen Hirschen, angetroffen, und daheroin dazu bestimmten sichern Platzen zur Rari-tät gehalten werden, dahin man sie aus Lieff-land, Dännemarck und Norwegen bringer,auch trifft man deren jezuweilen in Preussenan. Er ist mittelmäßiger Größe, um einziemliches kleiner, als ein gemeiner Hirsch,iedoch grösser als ein Rehe-Bock; die Farbedes Hirschen sowohl als des ThiereS ist ge-meiniglich weiß, man findet aber auch roth-gelbe mit weissen Flecken, gleich denen Hirsch-Kälbern, wie auch weiß - und braun - fleckigte.Das Gehörne ode Geweyhe, wovon die un-tersten vier Enden, Augensprossen, dasübrige Theil aber, welches breiter ist, Schauf-fein benennet werden, wirfst er eben jährlich,wie die andern Hirsche ab und setzet solcheswieder auf; er hat auch keine Galle, hingengen einen längern Börkel oder Schweifs, alsdie »rossen haben. Das Thier setzet zu Endedes May Monats seine Jungen / und zwar,wie die Rehe meistens zwey." Seine Brnnffcgejchiehet fast vierzehen Tage später, als derandern Hirsche, so ist auch seine Stimme zusolcher Zeit lange nicht so starck, und ver-schluckt er solche gleichsam in der Gurgel.Seine Fährre ist ebenfalls so zu spuren, wieder grossen Hirsche; er lässet auch unterschied-liche Losung fallen, nachdem er Weide oderGras gehabt. Er wird viel leichter von Hun-den gefangen, weil er nicht eme so schnell-lauffende Fährte hat. Sie halten sich Zerneiu trockenen Heyden im Unterholfte und jun-gen Gehauen auf, gehen auch nicht so zu8elde, wie Rorh-Wildmet, iondern nährensich im Holye, von Gras, Kräutern, Knoipenund Laub von Bäumen - Gehen im übrigenTruppenweise beysammen, ausser vom Endedes May au, bis zuEndedesAuausti. DasThier, welches kleiner, als der Hirsch, sühret feine Iunaen, wenn sie lauffen können,zu ihres gleichen, Die Hirsche s»Mm sich

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auch nicht davon, breiten sich ml Geasse voneinander, und thun sich des T«ges beysam-mennieder. Wegen der Sommer-Hitze, undaus Furcht sur denen Bremen, Fliegen undMucken, lassen sie sich gerne in solchen Län-dernfinden, wo es kleine Gebirge und Tha-ler giebst, wenigstens suchen sie ihre Zufluchtim dicken Gebüsche. Dieses Wildpret istnicht so gar wild als anders: Denn wenn essich nieder gethan hat, und vernimmt etwas,so drucket es sich mit dem Kopffe vollendsauf die Erden, und wartet ziemlich nahe,alsdenn fähret es im Diekigten fort und lau-ret wieder. Man hat eine sonderbare natür-liche Feindfchafft oder Antipathie zwischen de-nen grossen rothen Hirschen, und diese-,Dam-Hirschen angemercker, dergestalt, daß,wo sich Damhirsche aushalten, daselbst dieandern grossen rothen Hirsche weit davon ab-weichen, gar wegziehen, und ferner solcheGelegenheiten meiden. Wo aber beyderseitsGatksngeo, in einem Thier-Garten einge-sperret, sich zusammen ernähren müssen, neh-men die grossen rothen Hirsche mir aantze'rGewalt an allen Kräfften ab, und fallen end-lich aar dahin, ohne daß man hiervon die ei-gentliche Ursache gründlich begreiffen kan.W.' man sie in gesperrten Thier-Gärten hält,da sie sich jährlich wohl mehren, muß mairsie im Wi«ter,auch, wo sie nicht genügsameNahrung finden, wohl im Sommer mit Heuund anderer Fütterung versehen. Gleichwiedieses ein angenehmes und leichte zahm zumachendes Wild ist, also ist auch sein Wild-vret lieblich und delicat zu gemessen, undwerden sonderlich die an der Mutter nochsaugende junge Damlein allem Wiidpret vor-gezogen ; ihre Haute aber werden vor andernsehr ästimiret, weil sie nicht nur zart, son-dern auch auch sest nnd dauerhasr sind.

Damm, (Tainm) oder Teich, wie ihn dieMarsch - und Hoiiänder zu nennen Pflegen,wird insgemein diejenige, theils von der Pa-tur selbst, theils auch durch Kunst gemachteErhöhung, genennet, wodurch entweder eindaran stossendes und vorbey fließendes Wasserabgehalten werden soll, daß es sich nicht aufdas dahinter liegende Land ergießen könne;oder vermittelst welcher ein Fluß an seinemordentlichen Lauffgehindert, und ihm gewis-se Grentze gesetzet werde» soll, darinnen eranci» bey dem höchsten Wasser-Stand einge-schlossen bleiben muß: Oder vermöge dessenein sonst kleiner und schwacher Fluß ange-spannet, daß er sich ausschwellen und daher»theils zur Schiffahrt, theils zu anderen Nu-tzen beqvem machen lasse; von welcher letztenAbsicht wir an gegenwärtigem Orte handelnwollen, immassen diese Art Dämme auch in-sonderheit an denen Teichen nöthig , und wer-den dahero in denselben an der tiefsten Sei-ten, wohin die übrige Geaend ihren Hanghat, gehörig angebracht. ?ie Stärcke oderDicke des Dammes muß sich nach der Gele-genheit des Teiches richten, denn ie breiterdieser ist, ie stärcker muß der Damm seyn,jA aber per Teich schmal oder eng, so erser-