Druckschrift 
[1] (1764)
Entstehung
Seite
521-522
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5 !I Coriander C»rn«l-Baum

Cornei-Beere eotelette» 52»

Saamen eiulegen, damit man stets jungenZuwachs hat.

Coriander, ist ein Kraut/ welches einenSaamen gleiches Nahmens träget, und einendünnen, runden, gläntzenden mit vielen Zwei-gen versehenen Stengel, auf eine Elle bis an-derthalb Ellen hoch treibet. Seine unteistenBlätter kommen den Anis-oder Petersilien, dieobern aber, welche kleiner, denen Camillen-oder Körbel Kraut-Blättern gleich. Die Blu-men sind weiß, klein, und stehen in Kronenbeysammen, wie die Petersilien-Blüthe; DerSaamen oder die Körner aber werden rund,hohl und gestreifft, welche letztere, wenn siereiff und getrocknet, einen angenehmen Ge-ruch und lieblichen Geschmack haben, obgleichsonsten die übriaen Theile der Pflantze fast wieeine zerdrückte Wantze stincken. Wird also derSaamenur alleine, so wohl zu Artzneyen, alsauch vielfältig mir ins Brot gebacken, oder,wie die Cubeben mit Zucker überzogen. Weiler aber eine gifftige Schädlichkeit mit sich füh-ren soll, so muß man ihn in einem irdenen Ge-schirr mit gutem scharffen Wein-Eßig übergies-sen, und darinnen vier und zwannig Stundenbeißen, nachaehends aber den Eßig davon ab-gießen, und die Körner »derben Saamen wie-der trocken werden lassen, da man ihn dennohne Bedencken gebrauchen kan. Er wird imFrühling im zunehmenden Monden aufeinenleichten, mürben und guten Boden gesäet, undmuß bey dürrem Wetter begossen werden.Nachdem er im Iulio und August» geblühet,Md bald darauf reiff worden, wird er abge-nommen, und was man zum Saamen zu be-halten willens ist, an einem lustigen temperir-ten Orte verwahret, indem er alle Jahrefrisch gesäet werden muß, der übrige aber ob-besagter Massen eingebeitzet und verbessert.

Corinrhen, werden die kleinen Rosinengenennet, die anfangs um Cvrinrho gewach-sen, von den Türcken aber nicht geachtet wor-den, bis sie die Christen glücklich anderwertsfortgepflantzet; da denn jährlich ein grosserHandel von ihnen damit gemacht, und vie-les Einkommen dadurch zu wege gebrachtworden. Siehe Rosinen.

Tornel-Vaum, welcher auch Dörnlein,Baum, Herlsken-Daum, welscher Airsch-Dauin, Thierlein - oder Zieserleins-Baumgenennet wird, ist ein ziemlich hoher, undin viele Aeste sich ausbreitender Baum, des-sen Blätter länglicht sind, und den Blätterndes schwartzen Schißbeer-Holtzes gleich sehen,welche, wenn sie noch jung und zwar bald,nachdem sie ausgeschlageu, abgepflücket undim Schallen getrocknet worden, einen ange-nehmen, und den so genannten Kayser-Thee,an Lieblichkeit und Tugenden weit übertref-fenden Thee geben sollen. Von dem wildenCornel - Baum, siehe Rhein-Xveide. DieRinde dieses Baumes ist schwartz-grau, mitetwas röthlichten untermengt, das Hol«weiß, fest, eicht und harte, dahero es auchmeisteiuheils zu Kamm-Rad-Zähnen in Müh-ten, Axt-Helmen, Hammer - Stielen :c. ge-

braucht wird; Seine Blüthen, welche mgrosser Anzahl hervor kommen, und an sehrz kurtzen Stielen hängen, bestehen aus vier! gelben Blätlein. Die Früchte, welche hier-> auf folgen, und

j Cornel-Seerc, Cornel-Rirschen,HerlS-ke», Thierlei», welsche Rirschen oder Zie-sel lein genennet werden, sind länglicht- rund,^ wie die Oliven, und anfänglich grün, nach-i gehends aber, wenn sie im Augusts oderSeptember reiff worden, recht hoch - undBlut-roth, und eines säuerlichen und süsseitGeschmacks, wohlriechend und häuffig an ei-nem Stiel befindlich. Der in dieser Fruchtbefindliche harte Kern oder Stein hat zwei»langlichte Saam - Körner in sich verschlos-sen. Die reiffen Früchte können so, wie siesind, genossen, oder mit Zucker eandirt, dieunreiffen aber in Saltz geleget werden, da siedenn so schön, als rechte Oliven schmecken,«lso, daß man sie, wenn sie genug gebeitzt,nicht leicht von denen Veromschen Olivenam Geschmack und Farbe unterscheiden kan.Obschon dieser Baum, als ein wildes Ge-wächs in den Wäldern zu finden, so pflegetman ihn doch auch, um seines annehmliche»Frucht-Geschmacks willen, in Gärten, undzwar am besten durch Pflankuna der Kerne,oder Versetzung der von der Wurtzel aus-sprossenden Neben-Zwcige zu ziehen. Er er-fordert ein feuchtes und fettes Erdreich, und! will fleißig umgegraben seyn, nur nehme maxsich in acht, daß man ihm nicht mit Bie-nen - Stöcken zu nahe komme, indeme dieBienen, wenn sie von dessen Blüthe kosten,den Bauch-Fluß bekommen und daran ster-ben. Dieser Baum läßt sich auch sowohl zuHecken, als auch zu einem zierlichen Bind--Werck gebrauchen, und kan niedrig und hochunter dem Schnitt und Scheere gehalten wer«den, giebt auch dem Garten einen zierliche»Prospekt, Massen sein Laub bis in den Wintergrün bleibet.

Lornette, ist ein nicht allzuhrch gesteckte«Nachtzeug, wie sich dessen das Frauenzim-mer bedienet.

Coronopus, siehe Rrahen-Fuß.

Corset, suche Courser.

Cossat, Rotsasse, «ötner, kommt vondenen alten 5?rv>5 her, und wird

heut zu Tage ei» Bauers - Mann aenennet,welcher wenig oder gar feinen Acker-Bauhat, und nichts als ein blosses Haus besitzet,man nennet diese letzten, auch Hausler, w»sie aber etwas Feld-Bau haben, werden sieHintersassen genennet. Ihre Dienste, >o sieihrer Herrschafft leisten, geschehen bloß >mlder Hand-Arbeit, daher» sie auch Hand-Froy-ner heissen.

sind RivUein von allerhand! Vieh, als Schweinen, Hammeln, Lämmern,Kälbern :e. welche jede besonders abgeschntt-! ten, vorher» an der Spitze der Rippen eine.«Gliedes lang das Bei» gantz glatt geschabet,'fein breit und dünne geklopffet, erstlich miti R z Saltz,